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1 (1906) Allgemeiner Teil; Methanderivate
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Wasserdampfdestillation mit fortdauernder Zuführung von Wasserdampf 5

DUt Wasserdampf den größten Teil des anwesenden Öles überzutreiben.Sowohl Wasserdampf wie Öl werden durch geeignete Kühlanlagen aufniedrige Temperatur gebracht, so daß sich in der Vorlage Wasser und Ölansammeln. Es können nun zwei Fälle eintreten, entweder das Öl ist inWasser absolut unlöslich, alsdann sammelt es sich auf der Oberfläche an,oder es sinkt zu Boden, oder aber es bleibt im Wasser suspendiert, je nach-dem es spezifisch schwerer oder gleichschwer wie Wasser ist. Im zweiten-p alle, wenn das Öl im Wasser löslich ist, wird es sich entweder ganz imWasser auflösen, oder, wenn das Wasser damit gesättigt ist, wird einfeil auf der Oberfläche sich abscheiden, suspendiert bleiben, oder wiederumz u Boden sinken. Die Fälle werden natürlich komplizierter, wenn einfeil des ätherischen Öles in Wasser löslich ist, ein anderer Teil dagegennicht. Sammelt man nun die Anteile des Öls, welche sich als unlöslichabgeschieden haben, und äthert die wässerige Lösung für sich aus, soerhält man Öle, welche unter Umständen chemisch ganz verschieden von-einander sein können. Die chemische Untersuchung muß ergeben, obchemisch identische oder chemisch verschiedene Verbindungen vorliegen.Die in Wasser löslichen Öle werden vielfach alsWasseröle" bezeichnet;m ihnen werden sich natürlich alle diejenigen Anteile lösen, welche zuGruppen von Verbindungen gehören, die leicht löslich sind. Zu diesenletzteren müssen wir z. B. Alkohole, Säuren rechnen, unter denen sichnatürlich wiederum die ersten Glieder der Reihe durch besondere Wasser-löslichkeit auszeichnen. Unter allen Umständen muß man bei der Ab-scheidung der Wasseröle dafür sorgen, daß dieselbe auch quantitativgeschieht, zu welchem Zweck man sich am besten aussalzender Mittelbedient.

Ob eine Pflanze in Wasser unlösliche Öle oder viel Wasseröl liefert,ist natürlich von jedem einzelnen Fall besonders abhängig. Man istlange Zeit hindurch großen Irrtümern über die Zusammensetzung derätherischen Öle unterworfen gewesen, weil man der Wasserlöslichkeit zuwenig Rechnung getragen hat. Es soll an dieser Stelle nur an zwei Bei-spiele erinnert werden, die besonders typisch sind: an das Orangenblüten-wasseröl und ganz besonders an das Rosenöl. In letzterem ist der Phenyl-atnylalkohol erst in jüngster Zeit nachgewiesen worden, da er sich haupt-sächlich im Destillationswasser des Rosenöls befindet und immerhin, wennauch nicht an erster Stelle, zum Aroma desselben beiträgt. Besondersaber muß man bei der Untersuchung der Wasseröle sein Augenmerkauf die Anwesenheit der niedrigen Glieder der Alkoholreihe richten, wiez- B. Methyl- und Äthylalkohol, ferner Furfurol, Ameisensäure, Essigsäure,Valeriansäure, schließlich eventuell auf stickstoffhaltige Verbindungen, zumieil schwach basischer Natur, wie z. B. auf den in Blütenölen weit ver-breiteten Anthranilsäuremethylester, der für viele Fälle durchaus notwendig*ür den Geruch des betreffenden Öles ist. Bei der Destillation derHollunderblüten (Sambucus nigra) scheidet sich überhaupt kein Öl ab,sondern dieses bleibt im Destillationswasser gelöst, so daß zur Kohobationgeschritten werden muß.