B. Braunkohlenteer und seine Verarbeitungsprodukte. 273
d) Nachweis von Braunkohlenteer, dessen Destillaten undRückständen gründet sich auf Gegenwart der homologen Phenole,die beim Behandeln mit Diazobenzolchlorid die auf S. 234 be-schriebene Reaktion geben.
V. Prüfling der ans Braunkohlen- und Schieferteererhaltenen öligen Destillate.
Die durch Destillation des Teers, Rektifikation und Abpressender Paraffinmassen erhaltenen Öle (Benzin, Solaröl, Paraffinöl,Gasöl, Putzöl usw.) werden fast in gleicher Weise wie die ent-sprechenden Produkte aus Rohpetroleum (s. S. 20 ff.) geprüft.
Für Gasöl aus Braunkohlenteer kommen noch folgendePunkte in Betracht:
a) Der Kreosotgehalt soll bei gutem Gasöl nur minimalsein. Die Bestimmung erfolgt durch 5 Minuten langes Schüttelnvon je 100 com Öl und Natronlauge von 15—20° Be. Die Volumen-verminderung des Öles ergibt den Kreosotgehalt.
Nach G r a e f e (Laboratoriumsbuch für die Braunkohlen-teer-Industrie S. 32) schüttelt man 50 Teile des Destillates mit30 Teilen Natronlauge von 38° Be. in einem graduierten Rohre undläßt unter Erwärmen absitzen. Nach etwa % Stunde haben sich3 Schichten gebildet, von denen die obere aus kreosotfreiem Öl,die mittlere aus Kreosotnatrium, die untere aus wäßriger Laugebesteht. Zur gewichtsanalytischen Bestimmung des Kreosotesverdünnt man mit Wasser, so daß man nur noch zwei Schichtenhat, säuert mit Salzsäure an und dampft nach dreimaligem Aus-äthern die ätherische Lösung ein.
b) Der Schwefelgehalt kann nach S. 58 oder nach H e m p e 1 -G r a e'f e (Angew. Chem. 1904, 619) durch Verbrennung in Sauer-stoff ermittelt werden (s. S. 60); in ersterem Fall wird vonschweren Ölen eine gewogene Menge in schwefelfroiem Leuchtölgelöst. Über den Schwefelgehalt s. S. 277.
c) Gehalt an in konz. Schwelelsäure löslichen sog. schwerenKohlenwasserstoffen wird nach S. 36 ermittelt. Eisenlohrermittelt deren Menge durch mehrfaches Ausschütteln von 300 gOl mit je 10 % konz. Schwefelsäure bis zu dem Punkte, wo dasOl keine Gewichtsabnahme mehr erleidet. Das mit H 2 S0 4 behan-
Holde, 3. Aufl. 18