264 Durch Destillation aus Steinkohle usw. gewonnene Teere.
kohlen teeröle (Grünöle), sowie aus dem abgepreßten Anthracenöldurch Behandeln mit Chlorzink oder nach dem D.R.P. 46021 durchBehandeln mit Chlor gewonnene Öle. Der Zusatz von Chlorzink solldie in den höhersiedenden Anteilen des Steinkohlenteers nichtmehr enthaltenen baktericiden Phenole ersetzen, die Behandlungmit Chlor dagegen wirkt eindickend auf das Öl, so daß die Viskosi-tät, der Entflammungspunkt und das spez. Gew. erhöht werden;außerdem beseitigt das Chlor den dem rohen Carbolineum an-haftenden unangenehmen Geruch.
Von Filsinger (Chem.-Ztg. 1891, S. 544) sind verschiedeneals Carbolineum bezeichnete Anstrichöle untersucht worden,siehe Tabelle 42, Spalte 1 und 2. In Spalte 3 sind die im Material-prüfungsamt früher festgestellten Eigenschaften einiger Carboli-neumproben angeführt.
Tabelle 42.
D.R.P.
40 021(Avenarius)
andere SortenCarbolineum
Eigenschaften
v. Carbolineum
(M. A)
Spezifisches Gewicht .
1,128
1,040—1,108
1,11—1,12
Flüssigkeitsgrad bei17° C.......
10,0
1,5—6,2
8—14 (b. 20°)
Flammpunkt.....
131°
58—110°
106—118°
Brennpunkt.....
190°
95—130°
—
Siedebeginn.....
230°
158—205°
205—240»
Destiilate bis 250° . .
0
8—53 %
5—11%
Destillate von 250—300°
22,6 %
20-51 %
77-78 %
Aschengehalt . . . . .
0,03 %
0,02—0,83%
0,07—0,08 %
Phenol........
Spuren
0,4—5,4 %
—
Naphthalinabscheidung
keine
z. T. beträcht-liche Mengen
—
Anthracen im Destilla-tionsrückstand . . .
fehlt
zugegen
__
Der Name „Carbolineum" (von carbo und oleum) sollkeinerlei Beziehungen des Produktes zur Karbolsäure andeuten.
b) Pissoiröle sind nach Kreiß J ) auf folgendePunkte zu prüfen:
*) Bericht über die Tätigkeit des kantonalen chemischen Labo-ratoriums. Basel-Stadt 1904.