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Untersuchung der Mineralöle und Fette, sowie der ihnen verwandten Stoffen : mit 92 Fig.
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Erdwachs und Montanwachs.

B. Montanwachs.

Durch Extraktion mit Benzin oder Benzol läßt sich nicht dasgesamte in einer Schwelkohle enthaltene Bitumen, welchesdurch Verschwelung zu gewinnen ist, erhalten. 4050 % desletzteren, bisweilen auch bis 90 % und darüber verbleiben beimExtrahieren in der Kohle. In der Regel wird das Rohbitumendurch Extraktion der getrockneten zerkleinerten Kohle mit Benzolgewonnen. Neuerdings hat H. Köhler (D.R.P. 204 256) ge-schmolzenes Naphthalin als Extraktionsmittel empfohlen, dessenin der Kohle nach der Extraktion verbliebene Reste durchWasserdampf abgetrieben werden. Der Schmelzpunkt des extra-hierten Bitumens liegt zwischen 70 und 80°, zuweilen höheroder bedeutend niedriger. Nach Scheithauer (Das Bi-tumen der Braunkohle", Braunkohle 1904, III. Jahrg. 9798)ist der Schmelzpunkt des Bitumens nicht nur von dem benutztenLösungsmittel, sondern auch von der Art der Kohle abhängig.

Das extrahierte Bitumen besteht nach Hell (AngewandteChemie 1900, 13, 556), G. K r ä m e r und S p i 1 k e r (Ber. 1902,35, 1212) aus Estern hochmolekularer Säuren, freien Säuren undschwefelhaltigen Begleitstoffen. Hübner (Inauguraldisser-tation, Halle 1903) fand einen ketonartigen Körper C 10 H 32 O alsBestandteil des Bitumens, Hell die Montansäure C,H_0\.

Durch trockene Destillation wird das Bitumen in gesättigteund ungesättigte Kohlenwasserstoffe, saure und basische Stoffeunter Abscheidung von Wasser und Kohlensäure zersetzt.

R a m d o h r (D.R.P. 2232) hat zuerst 1869 und 1878 ver-sucht, durch Behandeln der Schwelkohle mit Dampf Bitumenzu erhalten; dieses bestand aber aus Teer und festem Bitumenund erforderte zu kostspielige Verarbeitung. Erst 1897 hat E. vonB o y e n (D.R.P. 101373 vom 1. Juli 1897) nochmals mit besseremErfolg die Gewinnung von Bitumen aufgenommen, indem er diegrubenfeuchte Braunkohle mit überhitztem Wasserdampf oderdie getrocknete Kohle mit Extraktionsmitteln auf Bitumen ver-arbeitete. Das Bitumen verarbeitete er auf Montanwachsdurch mehrfaches Destillieren mit auf 250° erhitztem Wasser-dampf, später durch Destillieren im Vakuum. So wurde ein über80° schmelzendes kristallisiertes weißes Produkt erhalten.