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Erdöl und seine Verarbeitungsprodukte.
B. Benzin.
Unter „B enzin" oder „Naphtha" versteht man in derErdölindustrie im allgemeinen die bis 150° siedenden Teile desRohpetroleums. Das „R ohbenzi n", wie es beim erstenÜbertreiben der Benzinfraktionen des Rohpetroleums gewonnenwird, enthält gewöhnlieh noeh erhebliche Mengen mit über-gerissener, über 150° siedender Teile, die durch Redestillationabgetrennt und mit der Leuchtölfraktion vereint werden. Je nachder im Betriebe angewendeten Destillationsweise wechseln dieSiedegrenzen der Benzinfraktionen, so daß sich bestimmte An-gaben darüber nicht machen lassen.
Es empfiehlt sich, die häufig ohne jede Einheitlichkeitbenutzten Ausdrücke Petroleumäther, Ligroin, Gasoline usw.durch die einheitliche Bezeichnung „Benzin" unter Angabeder Siedegrenzen zu ersetzen, oder für die genannten Bezeich-nungen einheitliche Siedegrenzen unter Angabe der Herkunftzu vereinbaren.
Benzin vom spez. Gew. 0,65—0,67 (Petroläther oder Gasolin)wird zu Leucht- oder Extraktionszwecken usw. benutzt, neuer-dings auch als Schmiermittel für Maschinen zur Darstellungflüssiger Luft, da es erst unter — 160° erstarrt.
Sehr leichtes Benzin, sog. Gasolin, wird zur Gasolingas-erzeugung benutzt. Dies Gas besteht aus einem Gemisch vonGasolin und Luft und dient als Ersatz von Leuchtgas.
Der DeutscheAutomobilklub schreibt für Luxus-automobilbenzin ein spez. Gewicht von 0,685—0,700, für Nutz-wagenbenzin ein Gewicht von 0,705—0,720 vor. Neuerdings wirdviel indisches Benzin vom spez. Gewicht 0,760 in Deutschland ein-geführt und auch zu besseren Automobilwagen, deren Vergaserfür schweres Benzin eingerichtet sind, mit Erfolg benutzt. Imallgemeinen werden schwerere Benzine nicht für Luxusautomobileverwendet, weil sie zu unregelmäßigen Zündungen, Verschmutzungund Abnutzung der Maschinenteile Veranlassung geben.
In England werden Motoromnibusse seit mehreren Jahrenmit schwerem Benzin (spez. Gewicht 0,740—0,760) gespeist.Da hauptsächlich die über 150° siedenden Anteile die Ver-