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Medizinische Terminologie : Ableitung und Erklärung der gebräuchlichsten Fachausdrücke aller Zweige der Medizin und ihrer Hilfswissenschaften
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645-646
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Kant — Karyomitose.

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Körper nach, einheitlichem Plane aufgebaut,und seine Teile stehen miteinander u. zumganzen Körper in festen, durch einfacheZahlen ausdrückbaren Beziehungen. Sonahmen z. B. die alten Ägypter als Grund-maß (Modulus) die Länge des Mittelfingersan, in jüngster Zeit Eritsch die ganzeLänge der Wirbelsäule etc.

Kant [Immanuel, KönigsbergerPhilosoph,1724—1804] — K.-LAPLACE'sehe Hypo-these: Alle Himmelskörper sind durchVerdichtung rotierender Nebelmassen ent-standen, wobei sich zuerst immer flüssige,glühende Körper bilden, die allmählich er-kalten. Von den Hauptkörpern spaltensich ringförmige Gebilde ab, aus denenspäter die Trabanten hervorgehen.

Kantho plasiik \xat>96g, Augenwinkel](v. Ammon): Lidwinkelbildung. Durch-trennung der Verwachsungen im Augen-winkel bei Ankyloblepharon und Blepha-rophimosis mit folgender Vernähung derLidbindehaut und äußeren Haut, sodaß dieLidspalte nach außen erweitert wird.

Kanzleipulver: Sulf. dep. 10, Tartar.dep. 20, Elaeosacch. Citri, Sacch. ää 30.

Kaolin [chinesisch]: Bolus alba.

Kapern: Blütenknospen von Capparisspinosa.

KAPOSI [Moritz, Wiener Dermatologe,1837—1902] — K. Krankheit: Xerodermapigmentosum. K. Salbe: 1) Emplastr.Plumbi, Vaselini äa. — 2) j3-Naphthol 15,Adip. 100, Sapon. virid. 50, Cret. alb. 10.

Kappeleb [Chirurg in Konstanz, geb.1841] — K. Handgriff:H. zumVorziehen desUnterkiefers bei derNarkose. (Fig.) Cf.Heibekg-Esmarch.

Kappenmuskel:Musculus cucullaris.

Kapfesser [Ot-to, Generalarzt a. D.in Darmstadt, geb.1830] — K.Kur: Schmierseifeneinreibungendes ganzen Körpers bei Tuberkulose.

Kapsel: Anat. BindegewebigeUmhüllunggewisser Organe, z. B. der Nieren, Linse,Gelenke. Cf. Capsula. Bot. Eine ArtSpringfrucht.

Kapselstar vd. Katarakta capsularis.

Kapuzinersalbe: Ung. Sabadillae.

Karat \xeqdrLov kleines Hörn, dann diehornförmigen Hülsen des Johannisbrot-baums (Ceratonia), deren Samen als Ge-wichte benutzt wurden]: Erüher gebräuch-liches Gewicht, = 205 Milligramm. Bei Gold-legierungen bezeichnet n-karätig, daß in24 Teilen (1 Mark Gold = 24 Karat) n Teilereinen Goldes sind.

Karsli. [Phil. J., russ. Leibarzt, f 1886] —K. Kur (1866): Entlastungs- u. Schonungs-kur für Herzinsufficienz, wobei der Krankeunter absoluter Bettruhe nur das zur Ernäh-rung nötige Mindestmaß von Nahrung inform leichtest verdaulicher Speisen erhält;ok^ en ersten 5 ~ 7 Tagen z. B. nur 4 mal tgl.<s00 ccm Milch, später außerdem Eier, Zwie-

back etc., bis ganz allmählich die gewöhn-liche gemischte Kost erreicht ist.

Karlsbader Nadeln: Insectennadeln (2).K. Salz vd. Sal Carolinum.

Karmeliter------geist: Spiritus Melissae

comp, -pflaster: Empl.fuscumcamphorat.

Karmin(um) [cf. Kermes]: Aus derCochenille gewonnener roter Farbstoff.-rot: Ein Spaltungsproduct der -säure.-säure: Das färbende Princip im Karmin.C i2 H i2 0 13 (?).

Karphologie [xüq^os trockner Körper,Flocke; '/.syio sammeln] = Crocidismus.

Kartätschen: Artilleriegeschosse, be-stehend aus mit Kugeln gefüllten Blech-büchsen, die bald nach dem Abfeuern zer-springen, also auf nahe Entfernung wirk-sam sind.

Karthäuser Pulver: Stibium sulfuratumrubrum.

Kartoffel [aus it. tartufola Trüffel] vd.Solanum, -kur (Rosenfeld) : Enfettungs-kur, hei der viel Kartoffeln und Flüssigkeit,wenig Eiweiß, kein Fett gegeben wird.-pilz vd. Phytophthora.

Karyo- [xcIqvov (Nuß)kern]: In Verbdg.auf den (Zell-)Kern bezüglich, -gamie:Verschmelzung der Zellkerne bei Copu-lation. Cf. Plastogamie. -kinese: Indi-recte Zellteilung; hierbei macht der Kern

zuerst complizierte Verwaudlungsvorgängedurch, wobei sein Chromatin* in Faden-stücke (Chromosomen*) zerfällt, die zurHälfte auf jeden Tochterkern übergehen;erst dann zerfällt der Zelleib in 2 Teile.Syn. (Karyo-)Mitose. Fig a zeigt ruhendeZelle mit Centrosom*. Letzteres teilt sich(&); die Tochter-Centrosomen rücken aus-einander, zwischen ihnen erscheint eineSpindel aus feinen Fasern (c, d); um jedesCentrosom bildet sich gew. ein H of (Attrac-tionssphäre*) u. eine Strahlung (b— h); dasChrom atin des Kerns bildet einen knäuel-förmigen Faden (Knäuelstadium, Spirem) (c);der Knäuelfaden zerfällt in einzelne Chromo-somen, meist U-förmige Schleifen (d); dieseordnen sich am Äquator der Zelle (Aequa-torialplatte, Aster) in der Mitte der Proto-plasmastrahlung (e); die Chromosomen spal-ten sich in Tochterchromosomen, die aus-einanderrücken u. einen Doppelstern (Am-phiaster, Dyaster) bilden (f—h) ; die Tochter-sterne wandeln sich in gewöhnliche Kerneum (i), worauf der Zelleib zerfällt (k). Cf.Pro-, Meta-, Ana-, Telophase. -lyse*: Auf-lösung bzw. Umformung des Zellkerns beider Zellteilung etc. -mitose*: Karyokinese.