Geschlechtscharactere — GiANUZZi'sche Halbmonde.
490
bei der ein neues Individuum durch Vereini-gung einer männlichen mit einer weiblichenGeschlechtszelle entsteht. Diese stammenmeist von 2 verschiedenen elterlichen Or-ganismen (Amphigonie im engeren Sinne),zuweilen werden sie aber in einem einzigengebildet (Hermaphroditismus). Bechnet manauch Parthenogenese* u. Paedogenese* zurg. F., so ist diese zu definieren als Fortpflan-zung durch Geschlechtszellen.
Geschlechts- — -charactere: PrimäreG. sind die Geschlechtsorgane, secundäreG. die anderen Merkmale, welche männlicheu. weibliche Individuen voneinander unter-scheiden, also den sog. -dimorphismus be-dingen; z. B. Bart des Menschen, Mähne desLöwen, Kamm der Hähne, Geweih der Hirscheetc. -drüsen: Drüsen, in denen die Ge-schlechtsproducte* entstehen, nämlich Hodenu. Eierstöcke, -höcker: Höcker, der beimEmbryo die erste Anlage der Clitoris bzw.des Penis vorstellt, -kern: Der sog. Neben-kern der Inf usorien, der bei der Fortpflanzungdie Hauptrolle spielt, -krankheiten: Tripper,weicher u. harter Schanker, constitutionelleSyphilis. -Organe: Organe, die zur Begat-tung, Zeugung, Entwicklung des befruch-teten Eies in Beziehung stehen. Männ-liche G. sind beim Menschen Hoden, Neben-hoden, Samenleiter, Samenbläschen, Vor-steherdrüse, Penis mit Harnröhre; weib-liche G. äußere Scham (Vulva), Clitoris,BARTHOLXNi'sche Drüsen, Scheide, Gebärmut-ter, Eileiter, Eierstöcke, Epoophoron, Par-oophoron, Brustdrüsen. Je nachdem die G.äußerlich sichtbar sind oder nicht, unter-scheidet man äußere und innere G.■pflanzen: Phanerogamen. -producte:Ei- und Samenzellen, -reife: Die durch dieFähigkeit sich fortzupflanzen charakteri-sierte Stufe der individuellen Entwicklung.-tiere: Zool. In polymorphen* Tierstöckendie Individuen, die nur der Fortpflanzungdienen. Beim Generationswechsel die ge-schlechtliche Generation, -trieb: Begat-tungstrieb; der instinctiv auf Erhaltungder Art gerichtete Trieb.
Geschlossen heißt ein Blutgefäßsystem,bei dem das Blut stets in geschlossenenCanälen, nicht frei in der Körperhöhle cir-culiert. Cf. Gefäßbündel, Kette, Tuber-kulose.
Geschmacksbecher, -knospen; Knos-penartige Bildungen im Epithel der Mund-höhle, die aus 2 Arten von Zellen bestehen.In der Mitte liegen die eigentlichen Ge-schmackszellen oder Stiftzellen, spindel-förmige Zellen mit 2 Fortsätzen, von denender eine frei in die Mundhöhle hineinragt,während der andere wahrsch. mit Ge-schmacksnervenfasern in Verbdg. tritt. Umsie herum liegen die platten Deckzellen.
Gesohmacksnerv: Der Nervus glosso-pharyngeus. Von ihm stammen auch dieGeschmacksfasern der Chorda tympani ab.
Geschwindigkeit: Phys. Verhältnis deszurückgelegten Weges zu der hierzu nötigenZeit; v = s:t. Cf. kritisch.
Geschwür: Flächenförmiger Substanz-
verlust einer Oberfläche mit Eiterung. Cf.Erosion, Ulcus, Ulceration, Usur.
Gesichts------atrophie vd. Hemiatrophia
facialis progressiva, -feld: Baum, den dasunbewegte Auge gleichzeitig übersieht. Cf.Blickfeld, -felddefect: Aufhebung der Ge-sichtswahrnehmung an einer Stelle des nor-malenGesichtsf eldes; bedingt durch periphereoder centrale Sehstörungen. Cf. Foerstes,Hemiopie. -krampf: Tic convulsif. -l'äh-mung: Gesichtsmuskel-, Facialislähmung.-läge vd. Kindslage, -linie: Sehachse.-nerv: Nervus facialis, -schmerz: Trige-minusneuralgie. -Schwindel: Durch Ge-sichtswahrnehmungen verursachtes Schwin-delgefühl; speciell dasjenige, welches in-folge der falschen Orientierung beim Dop-pelsehen eintritt. -Winkel vd. Camper,Hdxley, Virchow, Weisbach. Cf. ortho-gnath, prognath. Ophthalm. = Sehwinkel.Gespalten heißt Bot. ein Blatt, das biszur Mitte gehende Einschnitte besitzt; Med.ein Herzton, der aus 2 undeutlich vonein-ander getrennten Einzeltönen besteht.
Gespannter Dampf: Dampf, dessen
Spannkraft mehr als 1 Atmosphäre, und
dessen Temperatur mehr als 100° beträgt.
Gestalts elastioität: Phys. Widerstand
gegen Gestaltsänderung.
Gestatlon [gestatio das Tragen]: DasTrächtigsein, die Schwangerschaft.Getreidebrand vd. Ustilago u. Tilletia.Getreiderost vd. Pnccinia und Uredo.Getrenntgeschlechtlich vd. Gonocho-rismus.
Genm urbanum flat.]: Nelkenwurz, Eo-
saceae. Liefert Bhizoma Caryophyllatae.
Gewebe: Anat. Complex gleichartiger
Formelemente (Zellen), die ihrerseits zu
Organen zusammentreten.
Gewebsatmung = protoplasmatischeAtmung*.
Gewebssafttherapie: Organotherapie.Gewerbegelenk: Charniergelenk.Gewerbekrankheiten: Krankheiten,welche durch die gewissen Gewerben eigen-tümlichen Schädlichkeiten entstehen; z. B.Staubinhalationskrankheiten, Metallvergif-tungen etc.
Gewicht: Druck eines Körpers auf seineUnterlage. P = mg. Cf. Gramm.
Gewohnheitslähmnng (Ehret): Läh-mung, die nach Beseitigung der organi-schen Grundlage infolge von Gewöhnungzurückbleibt.
Gewölbe vd. Fornix.
Gewürz------essig: Acetum aromaticum.
-kräuter: Species aromaticae. -nägelein,-nelken: Caryophylli. -tinctur: Tincturaaromatica. -wein: Vinum aromaticum.
GlAOOlttlNI [Carlo, ital. Anatom, Turin,1840-98] — G. Band (Rktzius): VorderesEnde der Fascia dentata.
GlANUZZI — G. Halbmonde: Halb-mondförmige Zellen in den Speicheldrüsen.Wahrsch. handelt es sich um secretleereZellen, die von den secretgefüllten an dieWand des Tubulus gedrängt sind und da-durch ihre eigentümliche Form erhalten.