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1 (1910)
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565
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Senföle.

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Neben dieser Reaktion finden noch andere statt, die dieUrsache für zwei im natürlichen Senföl nie ganz fehlendeSubstanzen, Cyanallyl und Schwefelkohlenstoff, sind.

Oberhalb 70° wird das Myrosin zerstört und dadurch un-wirksam; bei einer Einwirkungstemperatur von 0° bilden sichneben Allylsenföl auch Spuren des isomeren RhodanallylsCNSCgHj 1 ). Von Interesse ist auch eine von Guignard 2 ) ge-machte Beobachtung, wonach aus Sinigrin enthaltenden Pflanzenunter dem Einfluß von Quecksilberdampf, Schwefelkohlenstoffoder Anaestheticis Senföl frei wird.

Auf chemischem Wege gewinnt man das Senföl durchDestillation von Allyljodid oder Allylbromid mit alkoholischemRhodankalium oder auch durch trockne Destillation letztererVerbindung mit einer äquivalenten Menge eines allylschwefel-sauren Salzes. Durch den Einfluß der Wärme findet eine Um-lagerung der Rhodangruppe in die Isothiocyangruppe statt.

Isothiocyanallyl ist ein farbloses, mit der Zeit gelblichwerdendes, optisch inaktives Öl von sehr stechendem, zu Tränenreizendem Geruch. Auf die Haut gebracht wirkt es heftig brennendund blasenziehend, die Dämpfe sind besonders für die Lungen außer-ordentlich schädlich. Es löst sich in etwa 8 Vol. 70-prozentigenAlkohols und ist mit 90-prozentigem Alkohol in jedem Verhältnisklar mischbar, ebenso mit Äther, Amylalkohol, Chloroform,Benzol und Petroläther. In Wasser ist es nur sehr wenig löslich.

Sdp. 150,7° (728,9 mm), d 10ll 1,0173 :J ).

Nach Beobachtungen im Laboratorium von Schimmel 2} Co.an im Großbetrieb hergestellten, synthetischen Präparaten sinddie Eigenschaften des Allylsenföles:

Sdp. in der Hauptsache 151 bis 153° (760 mm), 30,2° (5 mm),d 15 1,020 bis 1,025, n Dao 1,527 bis 1,530.

Beim Mischen kleiner Mengen Senföl mit dem doppeltenVolumen konzentrierter Schwefelsäure entsteht unter stürmischerEntwicklung von Kohlenoxysulfid 4 ) und schwefliger Säure 5 )schwefelsaures Allylamin, C 3 H 5 NH 3 -H 2 S0 4 , das als klare, wenig

') E. Schmidt, Berl. Berichte 10 (1877), 187.

2 ) Compt. rend. 149 (1909), 91.

3 ) Kopp, Liebigs Annalen 98 (1856), 375.

4 ) A. W. Hofmann, Berl. Berichte 1 (1868), 182.s ) Flückiger, Arch., der Pharm. 196 (1871), 214.