■^K
J-
Geschichtliche Einleitung.
alten Karawanenstraßen wurde dieser vielfach auf den Strom-und Küstenverkehr gedrängt. Beim Wiedereintritt friedlicher Zu-stände scheint der Handel indessen immer wieder auf die her-kömmlichen Karawanenstraßen zurückgekehrt zu sein.
Er erfuhr aber im Laufe der Zeit und besonders im 6. und7. Jahrhundert nach Chr. Abkürzungen. So gingen unter anderendie Produkte der Küstenländer Chinas und Indiens und der Inselnder indischen Meere zum Teil zu Schiff über den Golf vonBengalen und über Ceylon in die Handelsemporien des Per-sischen Meerbusens oder des Roten Meeres, von wo sie durchKüsten- und Stromverkehr auf dem Tigris oder Euphrat, oderaber durch Karawanen weiter nordwärts oder westwärts befördertwurden. Von den nördlicheren chinesischen oder indischenLändern gingen die Karawanen durch das heutige Ost-Turkestanauf den S. 9 angegebenen ältesten Straßen durch die Oxusländernach dem Araxes. Anstatt nun auf diesem Flusse direkt zumPhasis und dem Schwarzen Meere weiter befördert zu werden,wurden die Waren aufwärts bis Artaxata und von dort durchKarawanen durch Persien nach kleinasiatischen Häfen befördert.Auch wurde der alte Weg von Kandahar über den Nordrandder iranischen Hochebene, ebenfalls durch persisches Gebietführend, von den Karawanen benutzt.
Zur Zeit des oströmischen Kaisers Justinian im 6. Jahr-hundert nach Chr., als unter dem Sturme der Völkerwanderungdas römische Weltreich in Trümmer ging, erlebte das Perser-reich unter den Sassaniden eine neue Machtentfaltung. Diesebeherrschten das gesamte Ländergebiet vom Kaspischen bis zumArabischen Meere und von dem heutigen Afghanistan bis Syrienund Armenien, sie verbesserten die alten Heerstraßen und Kara-wansereien, hielten sie in gutem Zustande und förderten Handelund Verkehr, allerdings im eigenen Interesse, indem sie diesein die ihr Reich durchquerenden Straßen lenkten. Der vieljährigeWohlstand und große Luxus im römischen Weltreiche hatte denmorgenländischen Handel mit Gewürzen zu ungewöhnlicher Höhegebracht. Das damals bedeutendste abendländische Reich, dasoströmische mit der Hauptstadt Konstantinopel, wurde von denPersern gezwungen, die nicht auf dem Seewege über das Mittel-meer aus dem Orient kommenden Güter aus oder über Persienzu beziehen und dafür erheblichen Transitzoll zu entrichten.