Familie: Piperaceae.
lieferten nach R. Schmidt und r\. Weilinger 1 ) 0,3 °/o ätherischesOl von hellbrauner Farbe und kräftigem, angenehmem Geruchund nachstehenden Eigenschaften: Sdp. 90 bis 175° (12 mm),d. 20O 0,934, cf D — 8° 24', n D 1,5017, Estergehalt (Geranylacetat) 6°/o,Gehalt an freien Alkoholen C 10 H 18 O 14°/o. Durch Phthalsäure-anhydrid wurden dem Öl 4°/o eines primären Alkohols (vielleichtCitronellol) entzogen. Die Hauptfraktion (70°/o) des verseiftenÖles siedete bei 135 bis 148° (15 mm) und addierte Brom unterBildung eines Bromids C u H i2 0 8 Br„ (Smp. 122°), das durch Reduktionmit Zinkstaub und Eisessig in den Körper C n H 12 0 3 zurückver-wandelt wurde. Da dieses Produkt 14,1 % Methoxyl enthält,glauben die Verfasser es möglicherweise mit einem methoxyliertenSafrol zu tun zu haben. Daneben ließ sich in der Hauptfraktiondas von Burgess und Page im Limettöl gefundene SesquiterpenLimen (identisch mit Bisabolen; s. Bd. I, S. 345) nachweisen.Wie dieses addiert das gefundene Sesquiterpen 3 Moleküle Salz-säure (Smp. des Chlorhydrats 79 bis 80°) und 6 Atome Brom(Smp. des Bromids 154°).
193. Maticoöl.
Oleum foliorum Matico. — Essence de Matico. — Oil of Matico.
Herkunft. Als Stammpflanze der Maticoblätter wird der inSüdamerika einheimische Maticobaum, Piper angustifolium Ruizet Pavon (Artanthe elongata Miq.) bezeichnet. Da der NameMatico einer ganzen Anzahl von Pflanzen beigelegt wird, derenBlätter kaum von den echten zu unterscheiden sind, so ist esnicht zu verwundern, daß Verwechslungen häufig sind, und daßechte Ware manchmal überhaupt nicht zu haben ist. Die seiteiner Reihe von Jahren importierten Maticoblätter unterscheidensich bei oberflächlicher Besichtigung zwar wenig von den früherim Handel befindlichen, weichen aber beträchtlich in bezug aufihren Gehalt an ätherischem Öl und dessen Eigenschaften ab.Dies hat seinen Grund darin, daß gegenwärtig überhaupt kaumeinheitliche, d. h. von einer einzigen Pflanze abstammende Matico-blätter zu haben sind. Auf Veranlassung von Prof. H. Thoms')in Dahlem-Berlin haben die Professoren Gilg in Dahlem-Berlin
*) Berl. Berichte 35) (1906), 656.
-) Arch. der Pharm. 247 (1909), 591 (mit 7 Abbildungen).