Calmusöl.
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Die Konstitution des Calameons ließ vermuten, daß es sich,ähnlich wie Cineol, mit Phosphorsäure oder Arsensäure verbindenwürde. Diese Annahme wurde aber nicht bestätigt. Beim Be-handeln einer Fraktion vom Sdp. 150 bis 155° (10 mm) mit90°/oigerArsensäure erhielten Thoms und Beckstroem eine weiße,plastische Masse, eine Arsenverbindung, aus der beim Behandelnmit Wasser ein Körper vom Smp. 173 bis 184° gewonnen wurde,der nach Elementaranalyse und Molekulargewichtsbestimmungals ein Polymeres des Asarons anzusehen ist. Zur Kontrollewurde aus reinem Asaron durch Einwirkung von 90°/oiger Arsen-säure derselbe Körper von den gleichen Eigenschaften dargestellt.Das als „Parasaron" bezeichnete Produkt ist nicht zum Asaryl-aldehyd oxydierbar. Im Vakuum destilliert, liefert es zum großenTeil Asaron.
Außer den aufgeführten Bestandteilen enthält das Calmusölnoch zwei Kohlenwasserstoffe der Formel C 15 H 22 . Der aus denmittleren Fraktionen erhaltene siedet bei 146° (19 mm), hat dasspez. Gewicht d 18 „ 0,9330 und ist rechtsdrehend, [a] Dlg . + 34,83°.Der Kohlenwasserstoff aus den höheren Fraktionen (Sdp. 151°bei 22 mm; d 12 .0,9336) ist linksdrehend, [ß] D22 o — 1.3,38°. FesteDerivate der Kohlenwasserstoffe sind nicht erhalten worden, son-dern nur ein flüssiges Chlorwasserstoff-Additionsprodukt.
Nach Kurbatow 1 ) soll sich in dem Öle in der von 250bis 255° siedenden Fraktion ein Sesquiterpen C 15 H 24 befinden,(d 140 0,932), das nach Behandeln mit Natrium bei 255 bis 258°siedet und sich nicht mit Salzsäure verbindet. Bei noch höhererTemperatur geht ein Öl von tiefblauer Farbe über 2 ).
Eigenschaften. Das Calmusöl ist von etwas dickflüssigerKonsistenz und gelber bis braungelber Farbe, von campherartigem,aromatischem Geruch und entsprechendem, bitterlich brennendem,gewürzhaftem Geschmack. d 18 . 0,959 bis 0,970; « D +9 bis +31°;% 20 „ 1,5028 bis 1,5078; S. Z. bis zu 2,5; V. Z. 6 bis 20; E. Z. nachActig. 32 bis 50. Methylzahl (2 Bestimmungen 3 )) 15,3 bis 16.Calmusöl ist mit 90°/oigem Alkohol in nahezu jedem Verhältnisklar mischbar, in verdünnterem Alkohol aber ziemlich schwer
') Loc. cit.
') Flückiger, Pharmakognosie. 1891, S. 352.
3 ) R. Beckstroem, Berichte d. deutsch, pharm. Ges. 12 (1902), 266.