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Quarzglas.
D. R. P. 157 464 kann man nun ein Quarzglas gleicher Eigenschaften nicht nuraus Bergkristall herstellen, sondern auch aus Quarzsand, Kieselerde u. dgl.Zu diesem Zwecke schmilzt man das Rohmaterial zu einer zusammenhängen-den Masse zusammen, schlägt diese nach dem Erkalten in kleine Stücke undbehandelt letztere genau wie Bergkristall.
Aus dem Quarzglas werden mannigfache Qefässe hergestellt, die vorOlasgefässen viele Vorzüge haben. Sie lassen sich ausserordentlich hoch er-hitzen, ohne zu erweichen, und sind gänzlich unempfindlich gegen Tempe-raturschwankungen, so dass man z. B. in ein weissglühendes Kölbchen ausQuarzglas kaltes Wasser giessen kawn, ohne dass das Kölbchen Schadennimmt. Da der Ausdehnungskoeffizient des Quarzglases nur Vi» von demjenigendes Platins ist, eignet sich das Material gut zu Normalthermometern. Diesen undandern Vorzügen steht die grosse Empfindlichkeit des Quarzglases bei höhererTemperatur gegen alle Oxyde gegenüber. Ganz geringe Mengen von Alkaligreifen es an, sogar diejenigen, die durch blosse Berührung von dem Schweisseder Haut übertragen werden. Man muss deshalb Quarzglas, das hoch erhitztwerden soll, zuvor sehr sorgfältig reinigen und darf es dann nicht mehr an-fassen. Dagegen wird es von ganz oxydfreien Metallen nicht angegriffen, sodass es zum Schmelzen von Metallen und sogar zu deren fraktionierter Destil-lation benutzt werden kann. So z. B. destilliert aus Gold zunächst das darinstets enthaltene Silber als solches ab.
Das wasserklare . Quarzglas (F i r m a z i t) ist wegen seiner sehrschwierigen Herstellung ausserordentlich teuer; trotzdem werden Geräte ausQuarzglas für feine Laboratoriumsarbeiten viel verwendet.
Von anderer Seite werden Geräte aus geschmolzenem Quarz für tech-nische Zwecke in den Handel gebracht, die erheblich billiger sind und ausQuarz s a n d hergestellt werden; sie sind milchweiss, silberglänzend, aussenrauh, innen glatt und nicht durchsichtig (V i t r e o s i 1). Ihr sp. G. beträgt 2,2,Seh. P. 2000°, Ausdehnung durch die Wärme nur 0,0005 für 1000°, d. h. ca. x k«des Geräteglases. Der Quarzsand muss hierfür sehr rein sein: er wird aufelektrischem Wege geschmolzen.
Geräte aus Vitreosil werden wegen ihrer Säurefestigkeit und Un-empfindlichkeit gegen stärkste Temperaturschwankungen in der chemischenIndustrie viel verwendet. Nur dürfen sie nicht längere Zeit bei Temperaturenüber 1200° benutzt werden, da sie sonst entglasen. Besser ist in dieser Hin-sicht das Siloxyd, ein hochsaures Glas aus Gemengen von reiner Kiesel-säure mit Zirkonoxyd, Titanoxyd u. s. w. Das Zirkonoxyd (Zirkon-siloxyd) ist undurchsichtig, dichter und fester als Quarzglas, auch vielwiderstandsfähiger gegen basische Metalloxyde als dieses und viel wenigerdem Entglasen ausgesetzt. Noch weit weniger neigt dazu das Titanglas(Ti tansi 1 oxy d), das durch Schmelzen von Si0 2 mit Titansäure in einerreduzierenden Atmosphäre gewonnen wird. Diese Siloxydgläser werden vonkeiner Säure, mit Ausnahme von HF und über den Siedepunkt erhitzter H3PO4,angegriffen. Ihr Schmelzpunkt liegt etwas höher als der des Platins, ihr Aus-dehnungskoeffizient beträgt V17 desjenigen von Platin. Sie eignen sich aus-gezeichnet für Isolationszwecke, da sie sehr schlechte elektrische Leiter sind.
Neuere Patente auf die Herstellung von Quarzglas sind das D. R. P.203 712 und 204 537 (letzteres mit den drei Zusatz-D. R. P. 204 853, 204 854und 206 545), D. R. P. 209 421, 237 817, 238 164, 241260, 246 912, 250 167 (mitZusatz-D. R. P. 250 918), 250 265 (mit Zusatz-D. R. P. 256 659), 258 351 und258 683 sowie Amer. Pat. 931 945.
Geräte aus Quarzglas (durchsichtig), für das Laboratorium:
Rohre in beliebigen Längen:
fnnerer Durchmesser......1 2 3 4 5 10 15 mm.
ca. 0,5 mm Wandstärke pro 10 cm 0,70 1,00 1,50 1,70 2,00 3,25 4,75 Mk.
„ 0,75 ,. „ „ 10 „ 1,10 1,50 2,20 2,50 3,00 4,75 7,00 „
„ 1,00 „ „ „10 „ 1,50 2,00 2,50 3,25 4,00 6,50 9,50 „