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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Papier,

Die vierte Phase, das Bleichen, geschieht jetzt fast allgemein durchChlor. Das Bleichen erfolgt am besten in besonderen Apparaten, denBleich h olländern, die ungefähr 750 kg Stoff fassen und 2 Wasch-trommeln enthalten.

Die Maschinenteile eines derartigen Bleichholländers (das eigentliche

Gefäss ist ein in Zement gemauerter Trog) kosten......Mk. 2500-

■3000

Vergleiche auch den Artikel „Bleiche n".

Was die Gewinnung der Fasern aus Hadern Surrogaten anlangt, sofindet man die Herstellung von Holzstoff und Holzschliff im Artikel „Holz-s t o f f", diejenige von Zellulose und Sulfitzellulose unter „Z e 11 u 1 o s e".

Bei dem zweiten Abschnitt der Papierfabrikation, der Zubereitung desPapierstoffs, unterscheidet man drei Phasen:

1. Mischen, Weissen, Füllen, 2. Leimen und 3. Färben.

Die Mischung verschiedener Ganzstoffe und der Zusatz von Surro-gaten richtet sich ganz nach der zu erzielenden Papiersorte. Um die Fasernzu schonen, darf man die Bleichung nicht zu weit treiben; man muss deshalbunter Umständen zur Erzielung eines reineren Weiss den Stoff noch „bläuen"oder „weissen". Die erstgenannte Operation besteht in einem Zusatz vonUltramarin, die zweite in einer Beimischung von weissem To)n(K a o 1 i n), von Patentweiss, Schwerspat u. s. w. Da dieseStoffe gleichzeitig das Papier glätten, indem sie die Poren ausfüllen, bezeichnetman ihren Zusatz auch als „F ü 11 e n".

Die aus dem Stoff erhaltenen Papiere sind in jedem Falle porös und saugenwässerige Flüssigkeiten auf — Filtrierpapier, Löschpapier.Sollen sie beschrieben oder bemalt werden, so müssen sie g e 1 e i m t werden.Man unterscheidet Leimung im Stoff (vor der Papierbildung) undLeimung im Bogen (nach Fertigstellung des Papiers). Das Leimen imStoff (Büttenleimung) erfolgt fast ausschliesslich durch Harz (vege-tabilische Leimung); dagegen wird fertiges Papier meist mit tie-rischem Leim überzogen (Oberflächenleimung).

Ein Harzkochapparat (aus Gusseisen mit innerem Kupfermantel) stellt sich

mit allem Zubehör auf etwa..................Mk. 1000

Die letzte Phase der Zubereitung des Papierstoffs ist das Färben. Wiebeim Leimen hat man auch beim Färben die Stofffärbung (Büttenfärbung) vonder Oberflächenfärbung (Färbung im Blatt) zu unterscheiden.

Ist der Papierstoff fertig gestellt, so beginnt die eigentliche Papier-bereitung, indem man das „Zeug" mit Wasser zu einer „Stoffmilch" von ge-wünschter Dicke anrührt, aus der zuerst die Knoten, der Sand u. s. w. zu ent-fernen sind. Dann wird der Stoff durch Entfernung des Wassers und Ver-filzung der Fasern zu feuchtem Papier geformt, das weiter durch Abpressen desWassers, Trocknen, Glätten, Zerschneiden (und Leimen) fertig gestellt wird.

Alle diese Operationen werden nur noch in sehr beschränktem Masse mitder Hand vorgenommen; fast ausschliesslich geschieht ihre Ausführung mittelsMaschinen.

Solche Maschinen kosten je nach der Menge der Leistung sowie

der Qualität der Papiere mit allem Zubehör zwischen . . . Mk. 20000 u. 150000Zu einer solchen Maschine gehören Knotenfänger, Sieb- und Pressapparate, Trocken-

und Satinierwerke, Kalander u. s. w.

Vgl. auch „F i 11 r i e r p a p i e r", „Papiermache" und „Papp e".

PrUfung: Zur Aschenbestimmung trocknet man 1—2 g Papier bei 100—105°bis zur Gewichtskonstanz, verascht in einem Platintiegel und glüht, bis das Gewicht nicht mehrabnimmt; falls nach der Farbe des Papiers Pb-Verbindungen vorhanden sein können, muss manim Porzellantiegel veraschen. In der Praxis verwendet man zur Aschenbestimmung meistens diebis auf 0,25 °/ n genaue Resultate gebende Beimann sehe Aschenwage. Auf Holzschliffprüft man mit einer wässerigen Lösung von Anilinsulfat, wodurch holzschliffhaltigesPapier goldgelb gefärbt wird, oder man benutzt dazu eine mit HCl versetzte Phloro-gluzin- Lösung, welche den Holzschliff rot färbt.

Die Leimfestigkeit bestimmt man nach folgender Methode von Leonhardi:Man bringt einige ca. 3 cg schwere Tropfen einer Eisenchloridlösung, die 1,53 °/„ Fe enthält,