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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Ozänalyt Ozon.

Verwandt mit den Oxyzellulosen sind die Hydrozelluloseit, diezuerst von Girard durch Erwärmen von Zellulose mit Salzsäure dargestelltwurden. Nach dem D, R. P. 123 122 entsteht Hydrozellulose in viel kürzererZeit, wenn man bei der unter Einhaltung einer Reaktionstemperatur von 60bis 70° ausgeführten Behandlung der Zellulose mit HCl eine sehr geringe(zur Umwandlung von Zellulose in Oxyzellulose ungenügende) Menge Ka-li u m c h 1 o r a t zusetzt; der geringe Zusatz von KC10 3 verleiht der Hydro-zellulose besondere Eigenschaften: Sie stellt ein weisses, sich sandig anfühlen-des Pulver dar, welches gegen Säuren und Alkalien widerstandsfähig ist unddaher zur Herstellung von Gegenständen Verwendung finden kann, die vonSäuren und Laugen nicht angegriffen werden sollen. Nach D. R. P. 123 121entsteht eine von der vorigen verschiedene Hydrozellulose, wenn man roheZellulose in freies Chlor enthaltenden Eisessig einträgt und auf 6070° unterUmrühren erwärmt. Diese Hydrozellulose soll als Zwischenprodukt zur Dar-stellung von Azetyl- und Nitroderivaten Verwendung finden.

Nach dem D. R. P. 137 206 erhält man eine schwefelhaltigeHydrozellulose, indem man nach D. R. P. 123 122 dargestellte Hydrozellulosein HCl einträgt, dem entstandenen Brei Chlorschwefel zusetzt und das Re-aktionsprodukt zur Abscheidung der Sulfohydrozellulose in H 2 0 ein-trägt. Diese hat die wertvolle Eigenschaft, sich zum Vulkanisieren des Kaut-schuks verwenden zu lassen, und zwar geht nicht nur der gesamte Schwefelsondern auch die Zellulose als chemisch gebundener Bestandteil in die Gummi-masse über.

Ozänalyt. Unter diesem Namen kommen Tabletten zur Behandlungvon Nasenkatarrhen in den Handel. Der wirksame Bestandteil ist Saponin.

Ozokerit (Erdwachs). Ein Mineral von schwarzer, grüner oder braunerFarbe, meist schmierig weich, zuweilen auch so hart wie Gips. Er besteht auseinem Gemisch von paraffinartigen Körpern mit flüssigen Kohlenwasserstoffen(Mineralölen) und wird bergmännisch gewonnen. Der rohe Ozokerit hat einsp. G. von 0,85 bis 0,95; der Seh. P. liegt meist zwischen 60 und 70°, schwanktaber in einzelnen Fällen zwischen 55 und 110°. Der Hauptsache nach wird derOzokerit auf C e r e s i n (s. d.) verarbeitet.

Prüfung: Als Verunreinigungen kommen im rohen Ozokerit Mineralbestand-teile (Ton), Wasser und Mineralöle vor. Zur Untersuchung bestimmt man a) denLösungs rück stand in Petroläther (Asche), b) den Gewichtsverlust bei 150°,der 5 °/ n nicht übersteigen soll, und c) den Schmelzpunkt. Ist der Ozokerit mit Kolo-phonium verfälscht, so zeigt er eine 3 ä u r e z ah L Auf die Wertbestimmung desOzokerits nach E. v. Bojen (Zeitsehr. f. angew. Chemie 1898, 383) kann hier nur ver-wiesen werden.

Ozokerit:

Kolner Ceresinfabrjk Gebrüder Maus, G. m. b. H., Köln, Viktoriastr. 19.

Ozon. Aktiver (verdichteter) Sauerstoff O3, der das dritte Sauerstoff-atom sehr leicht abgibt und daher als eines der kräftigsten Oxydationsmittelgelten darf.

Für technische Zwecke kommt allein die von W. Siemens schon 1857angegebene Ozon-Darstellungsmethode mittels der dunklen elektrischen Ent-ladung (Glimmentladung) in Betracht. Die alte Siemenssche Ozonröhre wirdnicht mehr so viel gebraucht wie die neuere Ozon glimmerröhre.Diese besteht aus einem mit Glimmer überzogenen Metallrohr, über welchesein zweites, weiteres Metallrohr gestülpt wird, das innen mit Glimmer aus-gekleidet ist; zwischen beiden Glimmerröhren wird das zu ozoni-sierende Gas (gewöhnlich Luft, seltener reiner Sauerstoff) durchgeleitet,während das äussere und das innere Metallrohr mit den Polen eines Ruhm-korffschen Funkeninduktors verbunden sind. Bei andern Konstruktionen, soder neuen von Siemens & Halske, besteht die Ozonröhre aus zwei in-einander gesteckten und in besonderer Weise verschmolzenen Glasröhren,zwischen denen die zu ozonisierende Luft durchgeleitet wird; die innere Röhreist dagegen mit angesäuertem Wasser gefüllt und der ganze Apparat in Wassereingesetzt, so dass also die beiden Belegungen des so gebildeten Kondensatorsaus Wasser bestehen. Ausser Glas und Glimmer hat man teiweise auch an-