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Mineralöle.
Dass eine Wertbestimmung der öle nach dem spezifischen Gewicht un-zulässig ist, geht aus den Untersuchungen hervor: weder Flammpunkt nochViskosität stehen in einheitlicher Beziehung zu demselben.
Hinsichtlich des Käilteverhaltens haben die russischen öle vorden amerikanischen im allgemeinen den Vorzug, erst bei — 10° zu einer klarenMasse zu erstarren, während die amerikanischen öle schon nahe bei 0°paraffinartige Bestandteile ausscheiden.
Die deutschen Öle (Elsass, ölheim) entsprechen den russischeninsofern, als mit steigendem spezifischen Gewicht auch die Viskosität undder Flammpunkt steigt; sie sind von ihnen dagegen durch geringere Viskositätund ungünstigeres Kälteverhalten unterschieden. Bei gleichem spezifischemGewicht ist die Viskosität der Elsässer öle noch grösser als die der amerikani-schen, welche allerdings einen höheren Flammpunkt haben. —
Hinsichtlich des Verwendungszweckes kann man die Mineral-schmieröle nach Holde (,,Untersuchung der Schmiermittel u. s. w.", Berlin1897) in folgende Klassen einteilen: 1 )
1. Spindelöle für Spinnereimaschinen, unter sehr geringem Druckgehende leichtflüssige helle öle vom fe 5—12 bei 20°, fp P e n s k y 160 bis200° C.
2. Eismaschinen- oder Kompressoröle, leichtflüssig, febei 20° = 5—7; ep unter —20° C; fp Pensky zwischen 140 und 180° C.Diese öle müssen entsprechend ihrer Verwendungstemperatur (bis —20° C.)eine sehr tiefliegende Erstarrungsgrenze haben.
3. Leichte Maschinen-, Transmissions-, Motoren-undDynamoöle, massig zähflüssig, fe bei 20° C. = 13—25; fp Pe n s k y160—210°.
4. Schwere Transmissions- und Maschinenöle, zäh-flüssig, fe bei 20° C. = 25—45, in einzelnen Fällen bis 60; fp P ensky 160bis 210°.
Die vorgenannten Gruppen von ölen sind in der Regel raffiniert und imReagenzglas bräunlichgelb bis braunrot gefärbt, einzelne teuerere öle derGruppe 1—3 sind sogar farblos. Minderwertige schwere Maschinenöle sindim Reagenzglas undurchsichtig.
5. Dunkle Eisenbahnwagen- und Lokomotivöle, fefür Sommeröle bei 20° = 45—60, für Winteröl 25—45; fp Pensky über140° C; ep für Sommeröl unter — 5°, für Winteröl unter — 15° C. VorstehendeEigenschaften verlangen die preussischen Staatsbahnen.
6. Dampfzylinderöle, höchstsiedende Destillationsprodukte vonsehr dickflüssiger bis salbenartiger Beschaffenheit, die entweder bei Zimmer-wärme oder mehrere Grade über 0 zu dünnsalbigen Massen erstarren; fe be-trägt bei 50" C. = 23—45. Je nachdem ob sie ganz oder teilweise destilliert oderundestilliert sind, sind sie von braunroter Farbe und durchscheinend odergrünschwarz und undurchsichtig. Bei auffallendem Lichte sind auch diedestillierten helleren öle meist graugrün, fp Pensky liegt je nach derQualität des Öles zwischen 220 und 315° C.
Über ölschmierung besteht nach C. Ch. Schmidt- Riga (Riga-sche Industriezeitung 1904, 258), wie wir dem Referat in der Chem. Zeitschr.IV(1905), 185, entnehmen, noch wenig Klarheit. Die Hauptaufgabe des Schmier-öls besteht bekanntlich darin, die beiden Gleitflächen so weit auseinander zuhalten, dass die Metalle sich nicht unmittelbar aneinander reiben; es entstehthierbei eine neue Arbeit, die zur Überwindung der inneren Reibung des Öleserforderlich ist. Ein gutes öl soll selbst wenig Reibungsarbeit verursachen,
*) In Holdes Ausführungen bedeuten die Abkürzungen ep = Erstarrungs-grenze, fp = Pensky-Flammpunkt, im Pensky-Martensschen Apparat bestimmt;fe = Flüssigkeitsgrad, im Engler sehen Viskosimeter bestimmt. ..Als Flüssigkeitsgradgilt der Quotient aus der Ausflusszeit von 200 cem Ol (bei der Versuchs-temperatur bestimmt) und der Ausflusszeit von 200 cem Wasser bei 20° C.