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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Malzextrakt.

Stärke in Zucker überzuführen. In der Bierbrauerei benutzt man ausschliess-lich, in der Spiritusbrennerei hauptsächlich, Gerstenmalz; ausserdemkommt für letzteren Zweck auch Malz aus Weizen und Roggen in Betracht.Die Einzeloperationen in der Malzbereitung sind im Artikel „B i e r" tabella-risch zusammengestellt. Zuerst weicht (quellt) man die Gerste in einem zemen-tierten oder eisernen Quellstock ein, wobei auf 1 hl Gerste etwa 130 1 Wassergerechnet werden; die mittlere Quelldauer beträgt 60—72 Stunden. Die Tem-peratur darf während des Weichens 15° C. nicht übersteigen.

Die quellreife Gerste wird auf Tennen ausgebreitet, wobei die Gerste-haufen in regelmäsigen Zwischenräumen umgeschaufelt werden. Die Tem-peratur im Tennenraum beträgt 7—10°, während sie innerhalb der Haufen vielhöher steigt, doch soll sie auch in diesen 15—19° C. nicht übersteigen. Für dieSpiritusfabrikation lässt man die Keimung 5—6, für die Bierbrauerei dagegenetwa 7 Tage andauern.

Statt des Umschaufeins (der Tennenmälzerei) bedient man sich im-mer mehr der mechanisch-pneumatischen Mälzerei, wobei sichdas geweichte Getreide in Trommeln oder Kästen befindet, durch die ein Luft-strom von bestimmter Temperatur und Feuchtigkeit durchgetrieben wird; dieTrommeln sind drehbar, die Kästen mit einem Wendeapparat versehen.

Das gekeimte feuchte Malz, G r ü n m a 1 z genannt, wird für die Zweckeder Brennerei am besten sofort verarbeitet, dagegen muss dasselbe für dieBierbereitung gedarrt werden. Hierbei verschwindet der bohnenähnlicheGeschmack des Grünmalzes, und es werden Röstprodukte erzeugt, diedas für den Biergeschmack wertvolle Malzaroma bedingen. Gleichzeitigvermehrt sich der Zuckergehalt, während der Wassergehalt von etwa 40 %auf 2 % sinkt. Man benutzt Malzdarren sehr verschiedener Konstruktion,früher die sog. Rauchdarren, worin das Malz mit den Heizgasen selbst inBerührung kam, heute wohl ausschliesslich Luftdarren, worin das Malzdurch die Wirkung erhitzter Luft gedarrt wird (vgl. Artikel „Darr en")- DieErwärmung des Malzes soll recht allmählich vor sich gehen; man macht das-selbe erst bei 30—37° lufttrocken, erhitzt dann weiter auf 75° und röstetschliesslich, je nach der gewünschten Malzbeschaffenheit, bei 80—100°. DasDarrmalz wird in Malzputzmaschinen gereinigt und von den, einen bitternGeschmack verursachenden Keimlingen befreit. Zum Zerkleinern des Malzesbedient man sich verschiedenartiger Schrotmühlen, z. B. der viel ver-breiteten Exzelsiormtihlen (siehe unter ,,M ü h 1 e n").

Um Biere dunkel zu färben, benutzt man das sog. Farbmalz: ZurHerstellung wird angefeuchtetes Darrmalz in rotierenden Farbmalztrommelnbei Temperaturen zwischen 150 und 200° geröstet, wobei sich Zuckerkulörbildet. Farbmalz für helle Biere wird erzeugt, indem man Grünmalz verzuckernlässt und es dann bei möglichst niedriger Temperatur röstet.

Luftdarren für Malz:

Emil Passburg, Maschinenfabrik, Berlin NW. 23.

Malzextrakt. Durch Einweichen von geschrotetem Malz in Wasser,Digerieren, Abpressen und Eindampfen im Vakuum erhaltene diastasehaltige,gelbbraune Flüssigkeit, die teils für sich, teils unter Zusatz anderer Medika-mente (Eisen, Chinin, Jod, Lebertran u. s. w.) als Arznei- und Kräftigungs-mittel benutzt wird. Auch andere Malzpräparate finden ähnliche Verwendung.

Das in Vakuumapparaten eingedickte Extrakt trocknet man auch inVakuum-Trockenschränken oder, bei grossen Verarbeitungsmengen, inVakuum-Trockentrommeln, wobei ein voluminöses, weisses Pulver resultiert.

Malzextrakt-Vakuumapparate:

Volkmar Hänig & Comp., Heidenau, Bez. Dresden.Friedrich Heckmann, Berlin SO. 16, Brttckcn-

strasse 6b (s. Inserate).F. H. Meyer, Hannover-Hainholz (s. Anzeige im

Anzeigenanhang).

Malzsirup-Vakuumapparate:

Friedrich Heckmann, Berlin SO. 16, Brückenstrasse 6 b (s. Inserate).

Emil Passburg, Maschinenfabrik, Berlin NW. 23.Carl Postranecky, Dresden-A. 28, Tharandter

Strasse 39.Rheinische Maschinen- und Apparatebau-Anstalt

Peter Dinckels & Sohn, G. m. b. II., Mainz.