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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Harz

Harze.

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hiernach ist es am zweckmässigsten, die Ölsäure möglichst auszuschließenund dafür reines stearinsaures Natron zu verwenden. Zweckmässig nimmtman die Bildung der Stearinseife und ihre Lösung in einer einzigen Prozedurvor, z. B. so, dass man 100 T. 96—98 %igen Alkohol auf 60° erwärmt, darin1 T. Stearinsäure löst und nun unter Umrühren etwa 0,5 T. 30 %ige Natron-lauge zusetzt, bis der Spiritus bei Zusatz von Phenolphtalein rot gefärbt wird.

Das D. R. P. 151 594 nimmt die Solidifizierung mit einer harten Natron-seife vor, die mit 500—600 % Natriumsilikat beschwert ist.

Nach dem D. R. P. 152 682 stellt man Hartspiritus unter Verwendung vonverseiftem Hammel- oder Hirschtalg her, setzt aber dem Talg vor der Ver-seifung Stearinsäure zu, um diese darin anzureichern.

Das Verfahren des D. R. P. 126 090 setzt dem Spiritus 20—40% Kollo-dium zu oder löst Nitrozellulose unmittelbar in mit Äther versetztem Spiritusauf. Man erhält eine Gallerte, die sich beliebig formen lässt und fast ohneRückstand verbrennt, während bei dem mit Seife hergestellten Hartspiritusdie Seife als Rückstand bleibt.

Bei dem D. R. P. 134 721 wird der Spiritus durch Zelluloseazetat{am besten Zellulosetriazetat) festgemacht: Man trägt z. B. eine Lösung von100 g Zellulosetriazetat in 500 g Eisessig unter starkem Strahle in zwei LiterBrennspiritus ein. Es bilden sich dabei dicke knorpelige Walzen, welche80—90 % Spiritus enthalten, beim Anzünden nicht schmelzen, sondern lang-sam verbrennen; sie werden durch Abpressen von überschüssigem Alkoholund Eisessig befreit, kurz an der Luft getrocknet und in verschlossenen Ge-fässen aufbewahrt.

Endlich ist das Engl. Pat. 24 146 von 1901 zu nennen. Hiernach löstman Gelose (aus Agar-Agar gewonnene Leimsubstanz) oder andere geeigneteStoffe in siedendem H s O, so dass eine Gallerte entsteht; taucht man diese inAlkohol ein, so ersetzt sich das Wasser der Gallerte durch Alkohol.

Harz siehe „Fichtenhar z".

Harze. Weiche oder feste pflanzliche Ausscheidungsprodukte, in H 2 0unlöslich, in ätherischen ülen, Chloroform, Äther, Alkohol u. s. w. mehr oderweniger leicht löslich. Im einzelnen scheidet man die Harze in die e i g e n t -liehen Harze, auch echteHarze genannt, weiter in die B a 1 s a m e ,die Gummiharze und die fossilen Harze, die in besonderen Ar-tikeln besprochen sind. Die Harze entstehen zuweilen schon in der Pflanze,meistens aber erst beim Austreten an der Luft aus den Balsamen. Letztere sindLösungen der Harze in ätherischen ölen, und die Harze bleiben zurück, wenndas ätherische öl verdunstet.

Die einzelnen Harze sind, soweit ihnen technische Bedeutung zukommen,gesondert behandelt; man vgl. die Artikel „Benzoe", „D a m m a r",„Drachenblu t", ,,E 1 e m i", „Fichtenhar z", ,,G u a j a k h a r z",„K o p a 1", ,,M a s t i x" und ,,S c h e 11 a c k".

Unter „Harz" schlechthin versteht man das Fichtenharz (s. d.), dasauch Gemeines Harz genannt wird.

Zur Erhöhung des Schmelzpunktes verseift man Harze mit Erden, Erd-alkalien oder deren Karbonaten; so erhöht die Anwendung von 5 % gelöschtemKalk (Härtepulver) den Sch.-P. um 50—60°. Ähnlich wirken A1»0 3 ,ZnO, Mn 2 0 3 , PbO und Fe 2 0 3 . Die Härtemittel werden als Pulver in die Harz-schmelze eingetragen oder in wässeriger Lösung bzw. Suspension tropfenweisein die auf 200° erhitzte Masse gegeben. Auch härtet man durch Einblasen vonLuft in das geschmolzene Harz, z. T. unter Zusatz von Metalloxyden.

Wichtig geworden sind in den letzten Jahren die sogenannten Kunst-harze. Diese teilt Bottier in folgende Gruppen ein:

1. Gehärtete Harze (mit Kalk, Zinkoxyd usw.);

2. Harzsäureester (Lackester);

3. eigentliche Kunstharze (harzähnliche Kunstprodukte, die durchKondensation gewonnen werden);

4. harzige Produkte, auf chemischem Wege hergestellt, die nichtschmelzbar und nicht löslich sind (Bakelit);

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