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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Futtermittel.

4. Rübenschnitzel (Schnitzel, Diffusionsschnitzel). Die bei derZuckerfabrikation (s. d.) aus den Diffusionsapparaten kommendenRübenschnitzel. Dieselben sind sehr wasserreich und verderben schnell;meistens werden sie entweder eingesäuert oder gepresst oder schliesslich ge-trocknet.

Gepresste Schnitzel (Presslinge) enthalten durchschnittlich 89,8 %Wasser, 0,9 % Eiweiss und 6,3 % stickstofffreie Extraktstoffe.

5. Fleischmehl. Aus den Rückständen von der Fleischextraktdar-stellung durch Trocknen und Zerreiben gewonnenes Futtermittel, das imDurchschnitt 11,5 % Wasser, 3,7 % Asche, 72,8 % Rohprotein und 12 % Fettenthält. Es gilt als ein leicht verdauliches Kraftfutter von vorzüglichenWirkung.

Untersuchung der Futtermittel: Auf dem Intern. Kongr. f. angew. Chem.Berlin 1903 ist folgender Analysengang für Futtermittel vereinbart worden:

Vorbereitung zur Analyse: Für die Vorbereitung aller Futtermittel ohneUnterschied zur Analyse ist tunlichst der für den Durchgang durch das 1 mm Sieb geeigneteZerkleinerungsgrad derselben zu erstreben.

I. Wasserbestimmung. Es werden 5 g Substanz angewandt; das Trocknen erfolgtbei 100° C. 3 Stunden lang.

II. Bestimmung des Protein s. 1 ) a) des Rohproteins. Es wird eineStickstoffbestimmung nach Kjeldahl mit 1 g Substanz ausgeführt und die gefundene Stickstoff-menge mit 6,25 multipliziert. Bei schwer aufschliessbaren Futtermitteln, wie Baumwollsaat-mehl, Erdnussmehl etc. empfiehlt sich ein Zusatz von Phosphorsäureanhydrid, b) des Rein-protein s. Dasselbe wird nach der Methode von Stutzer oder Kellner bestimmt.Die benutzte Methode ist anzugeben, c) der verdaulichen Stickstoffsubstanz.Diese wird nach der von G. Kühn verbesserten Stutzer sehen Methode ausgeführt. AnStelle von Magensaft kann unter den von Wedemeyer gemachten Voraussetzungen auchkäufliches Pepsin angewandt werden.

III. Bestimmung dos Fettes a) im allgemeinen. Die Futtermittel Bindbei 95 °, keinesfalls über 100 ° C. drei Stunden lang vorzutrocknen. Bei Leinkuchen und anderenÖlkuchen mit leicht trocknenden Ölen wird anheim gegeben, das Trocknen im Wasserstoff- oderLeuchtgasstrom vorzunehmen. Als Extraktionsmittel für Fett ist ausschliesslich von Alkohol undWasser befreiter Äther anzuwenden. Die Extraktion soll eine vollständige sein. Der Äther-extrakt braucht nach Trocknen in Äther nicht löslich zu sein, b) In Melassefutter-mitteln. Zur Fettbestimmung sind 25 g Melassefuttermittel bei ca. 80 ° etwa drei Stundenlang vorzutrocknen, nach dem Erkalten und Wägen zu mahlen: von dem Pulver werden dann5 g auf einem Saugfilter oder grösseren G o o c h sehen Tiegel mit ca. 100 cem kaltem Wasserunter Auftropfen ausgesüsst, der Rückstand in üblicher Weise bei 95 ° vorgetrocknet und mitÄther extrahiert.

IV. Bestimmung der stickstofffreien Extraktstoffe. a) Imganzen werden diese für gewöhnlich nach der Feststellung aller übrigen Bestandteile durchDifferrenzrechnung ermittelt, b) Für die Bestimmung der Zuckerarten gelten die Ver-einbarungen der Internationalen Zuckerkommission.

V. Bestimmung der Holzfaser. Dieselbe erfolgt nach der W e e n d e r Methodedurch Auskochen von 3 g Substanz mit 1,25 %iger Schwefelsäure und 1,25 %iger Kalilauge.

VI. Bestimmung der Asche. Dieselbe erfolgt durch Veraschen und vorsichtigesGlühen bei Anwendung von 5 g Substanz.

VII. Bestimmung des Sandes bezw. von mineralischen Bei-mengungen. Die qualitative Prüfung aller Futtermittel auf Sand bezw. mineralische Bei-mengungen ist obligatorisch. Sobald die Vorprüfung die Anwesenheit von mehr als normalenMengen ergibt, ist die quantitative Bestimmung derselben auszuführen. Von dem Ergebnis istdem Einsender Mitteilung zu machen, wenn durch dasselbe die Vorprüfung bestätigt wird,jedenfalls aber in allen Fällen, wo der Gehalt mehr als 1 % beträgt.

Präzip. phosphorsaurer Futterkalk

FISCHFÜTTERMEHL * FLEISCHFUTTERMEHL

LEHMANN & VOSS, HAMBURG.

Futtermittel:

Lehmann & Voss, Hamburg (s. Inserate).

Exzelsiormühlen und Walzen-, Schrot- und Quetschmühlen zum Schrotenvon Futtermitteln:

Fried. Krupp Aktiengesellschaft Grusonwerk, Magdeburg-Buekau.

*) Bei denjenigen Futtermitteln, in welchen die Kohlehydrate als Wertbestandteile anzu-erkennen sind, geschieht die Bestimmung der Geldwerte der Nährstoffe bezw des event. Ent-schädigungsbetrages auf Grund des Verhältnisses 3:3:1 für 1 kg Protein : Fett : Kohlehydrat.(VII. Hauptversammlung des Verbandes landw. Versuchsstationen im Deutschen Reiche, Kiel 1805.)