Zincum oxydatum.
1163
Beim
Mol.
— Zincum oxydatum Tia humida paratum. Flores Zinci (für den innerlichen Gebrauch).Zinkoxyd, reines.
Darstellung. Scharf getrocknetes reines Zinksubkarbonat (über die Darstellungs. S. 1155) wird in einen weit- und kurzhalsigen Glaskolben gegeben, so dass dieser kaumzur Hälfte gefüllt ist, und der Kolben in ein Sandbad gesetzt, so dass der Sand ungefähreinen Centimeter über die Kolbenfüllung hinwegragt. Man erhitzt das Sandbad (bis aufca. 300° C.) und rührt nach halbstündigem Erhitzen öfters mittels eines langen, er-wärmten Glasstabes den erhitzten Kolbeninhalt um. Die Entkohlensäuerung erfolgt bei250° C. Wenn eine mit einem Glasrobr aus der Mitte (!) der Masse herausgenommenekleine Menge des Zinkoxyds, zuerst mit wenig destill. Wasser gemischt und dann mit Salz-säure übergössen, eine mit Auge und Ohr zu erforschende Kohlensäureentwickelung nichtwahrnehmen lässt, ist die Entkohlensäuerung auch beendigt.
Eigenschaften. Das reine Zinkoxyd bildet ein lockeres, geruch- und geschmack-loses, weisses, amorphes Pulver mit einem leichten Stich ins Gelbliche. An der Luft ziehtes etwas Kohlensäure an. Es ist feuerbeständig, wird beim Erhitzen citronengelb, nimmtaber beim Erkalten seine weisse Farbe wieder an. Nach dem Glühen leuchtet es noch einehalbe Stunde im Dunkeln. In der Weissglühhitze schmilzt es zu einem gelblichen Glase.Auf der Kohle vor dem Löthrohre wird es reducirt und verdampft unter Zurücklassung einesgelben, nach dem Erkalten weissen Beschlages, welcher aber im Ueberschusse der ätzendenAlkalien löslich ist. In Wasser ist es unlöslich, leicht löslich aber in verdünnten Säuren.Aus seiner Salzlösung wird es durch Aetzkali als Eydroxyd gefällt. Beim Glühen mitKobaltnitrat nimmt es schön grüne Färbung an. (Kobaltgrün, Binmann's Grün.) DieLösungen der kaustischen Alkalien lösen das Zinkoxyd unter Bildung von Zinkaten(Natriumzinkat) NasjZnOj. In Wasser ist es fast unlöslich (100 000 Th. Wasser lösen 1 Th.Zinkoxyd), ertheilt aber dem damit geschüttelten Wasser deutlich alkalische Beaktion.
Prüfung. 1) Schüttelt man 1 g Zinkoxyd mit 3 cem Zinnchlorürlösung, so löst essich auf. Diese Lösung darf im Laufe einer Stunde weder braune Färbung annehmen,noch braune Flocken abscheiden, sonst ist Arsen zugegen. — 2) Schüttelt man 2 g Zink-oxyd mit 20 cem Wasser, so darf das Filtrat durch Baryumnitrat- und durch Silbernitrat-lösung nur opalisirend getrübt werden. Eine stärkere Trübung würde einen zu hohenGehalt an Sulfaten und Chloriden anzeigen, welche voraussichtlich als basisches Zinksulfatbez. basisches Zinkchlorid zugegen sind. — 3) In 10 cem verdünnter Essigsäure löse sich1 g Zinkoxyd ohne (erhebliches) Aufbrausen. Das letztere wird durch freiwerdende Kohlen-säure bedingt und zeigt einen Gehalt an Zinkkarbonat an. Man halte das Aufsteigeneiniger Luftbläschen nicht für Kohlensäureentwickelung! Ein unlöslicher Bückstand könnteaus Calciumsulfat oder Baryumsulfat bestehen. — 4) Wird die essigsaure Lösung sub 3mit Ammoniakflüssigkeit im Ueberschuss versetzt, so entstehe eine klare Lösung. WeisseFlöckchen könnten von Thonerde, braune Flöckchen von Eisen, Blaufärbung vonKupfer herrühren. Diese ammoniakalische Lösung darf weder durch Ammoniumoxalat(Calciumsalze) noch durch Natriumphosphat (Magnesiumsalze) getrübt werden, undmuss beim Ueberschichten mit Schwefelwasserstoffwasser eine rein weisse Zone entstehenlassen. Wäre die Zone gefärbt, so würde eine Verunreinigung durch fremde Metalle(z. B. Eisen, Kupfer, Kadmium) vorliegen.
Anwendung. Zinkoxyd wirkt äusserlich auf Wunden und Geschwürsflächenaustrocknend, sekretionsbeschränkend und leicht ätzend. Innerlich gegeben, wird esim Magen aufgelöst und als Zinkalbuminat resorbirt. Man schreibt ihm beruhigerdeWirkung auf das Nervensystem zu und giebt es als krampfstillendes Mittel, namentlichbei Kindern.
Aqua Ophthalmien enritatisBerolinensis.Rp. Zinci oxydati puri 1,0Aquae FoeniculiAauae Rosae äa 100,0.