Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
1157
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Zincum chloratum.

Zincum chloratum.

1157

f Zincum Chloratum (Austr. Germ. Helv.). Zinci Ckloridum (Brit. U-St.). Chlo-'ruro de zinc (Gall.). Zincnm muriaticum. Chlorzink. Zinkchlorid. Lapis zinci-cus. Butyrum Zinci. ZnCl 2 . Mol. Gew. = 186.

Darstellung. Man übergiesst in einem Kolben 100 Th. gutes Zinkweiss und etwa10 Th. Zinkmetall mit 380 Th. reiner Salzsäure (von 25Proc), digerirt bis nur Auflösungdes Zinkweisses, lässt die Lösung absetzen und filtrirt sie durch Glaswolle. Die klareLösung dampft man über freiem Feuer in einer Porcellanschale unter Umrühren mit einemPorzellanspatel ein. Wenn der Abdampfrückstand beginnt trocken zu werden, lässt manihn erkalten, befeuchtet ihn nochmals mit konc. Salzsäure und führt die Austrocknung imSandbade zu Ende. Man zerreibt die noch heisse, trockne Salzmasse und füllt sie nochbeiss in trockene, heisse Glässer, verschliesst diese mit Korken und dichtet sie durchParaffin.

Soll das Salz in die Form von Stäbchen gebracht werden, so schmilzt man es durchErhitzen in einem Porzellankasseroi und giesst die Schmelze in Lapis-Formen aus.

Eigenschaften. Zinkchlorid bildet weisse, geruchlose, sauer reagirende Massenoder ein solches Pulver oder solche Stäbchen. Der Geschmack (man hüte sich, unvorsich-tig zu schmecken!) ist ätzend, salzig, ekelhaft metallisch. Aus der Luft zieht es begierigFeuchtigkeit an und zerfliesst zu einer entweder klaren oder durch Zinkoxychlorid getrüb-ten Flüssigkeit. Bei 115° 0. schmilzt es zu einer klaren Flüssigkeit, welche beim Er-kalten zu einer grauweissen Masse erstarrt. Beim Erhitzen bis zum Glühen stösst es dickeweisse Dämpfe von Zinkchlorid und Chlor aus, und eine gelblichweisse Masse, aus Zink-oxyd und Zinkchlorid bestehend, bleibt zurück, während ein Theil des Zinkchlorids in weissenNadeln unzersetzt sublimirt. In Wasser, Weingeist und Aether ist das Zinkchlorid leichtlöslich. Die Lösungen sind infolge eines Rückstandes von Zinkoxychlorid meist etwaBtrübe. Aus der wässerigen sirupsdicken Lösung scheidet sich das Zinkchlorid, namentlichnach Zusatz von etwas Salzsäure, in kleinen, sehr leicht zerfliesslichen, oktaedrisehen Kry-stallen (ZnCl a -j- H 2 0) ab. Mit Zinkoxyd bildet es basische Zinkchloride; mit Ammonium-chlorid bildet es Zinksalmiak, Ammoniumzinkchlorid, ZnCLj-j- 2NH 4 C1, welches in sechs-seitigen Prismen krystallisirt und durch seine Eigenschaft, Kupferoxyd und Eisenoxyd auf-zulösen, nicht nur beim Beinigen kupferner und eiserner Gefässe, sondern auch beim Ver-zinnen kupferner Gefässe brauchbar ist.

Prüfung. 1) Die mit Salzsäure angesäuerte wässerige Lösung (1 = 20) werdeweder durch Schwefelwasserstoff gefärbt oder dunkel gefällt (fremde Metalle, Blei), noch durchBaryumchloridlösung getrübt (Schwefelsäure). 2) In der ammoniakalischen Lösung er-zeuge Schwefelwasserstoff einen rein weissen Niederschlag; nach vollständiger Ausfällungdes Zinks durch Schwefelwasserstoff erhalte man ein Filtrat, welches nach dem Verdam-pfen und Glühen keinen wägbaren Rückstand hinterlassen darf (Kalk, Magnesia, Alka-lien). 3) Löst man 1 g Zinkchlorid in 1 ccm Wasser, so soll man eine klare oder dochnicht allzu trübe Lösung erhalten, fügt man alsdann 6 ccm Weingeist von 90 Proc. hinzu.80 soll eine auftretende flockige Ausscheidung durch Zugabe von i Tropfen Salzsäure wie-der verschwinden (Prüfung auf übergrossen Gehalt an basischem Zinkchlorid, vonwelchem kleine Mengen namentlich bei dem in Staugenform gebrachten Zinkchlorid un-vermeidlich sind). 4) Die wässerige Lösung 1 = 20 gebe mit Kaliumferrocyanid eineweisse Fällung (Blaufärbung = Eisen, RothfäTbung = Kupfer).

Aufbewahrung. Man bewahre das Zinkchlorid in kleinen Flaschen unter Kork-verschluss mit Paraffindichtung vorsicjhtig auf. Es ist zweckmässig, Zinkchlorid alsgrobes Pulver und in Stangenform vorräthig zu halten. Wegen der grossen Hygroskopi-cität lassen sich kleine Mengen Zinkchlorid schwierig genau abwägen. Es empfiehlt sichdaher Zinkchloridlösungen unter Benutzung einer koncentrirten Zinkchloridlösung 1:10oder 1: 5 darzustellen.