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Tasollmentnm Terefeinthlnae,
Rp. Tereblnthina» venetao 20,0VaMlimentl liquidi 60,0.
Veratrinum.
Viislimeatam Thtsli.Kp Thioll liqnicll ft[0
Va»ollmenti liquidl as.'o.
Veratrinum.
ft Vcratriimra (Austr. Genn. Helv.). Yeratrina (Brit. U-St.). Yöratrine (Gall). Einaus dem Sabadillsaraen zu gewinnendes Gemisch verschiedener Basen.
Darstellung des offlcinellen Veratrins. Die zerkleinerten Sabadilisamenwerden mit salzsäurehaltigem Wasser mehrmals ausgekocht, die Auszüge zur dünnen Sirups-konsistenz eingedampft und mit Kalkhydrat vermischt, wodurch das Veratrin zugleich mitExtraktivstoffen gefällt wird. Der ausgewaschene und abgepresste Niederschlag wird mitWeingeist behandelt, welcher das Veratrin neben anderen Körpern aufnimmt. Dem nachdem Abdestilliren des Weingeistes verbleibenden Bückstand entzieht man das Veratrindurch Digeriren mit Essigsäure, fällt aus dem Filtrat das Alkaloid mit Ammoniak oderSodalösimg und nimmt es mit Aether auf. Letzterer hinterlässt das Alkaloid beim Ver-dunsten als gelben Fimiss. Man löst diesen wiederum in verdünnter Essigsäure zu einerschwach sauer reagirenden Flüssigkeit, entfärbt diese mit Thierkohle und fällt in derWärme mit Ammoniak. Das Veratrin scheidet sich nunmehr als weisser, flockiger Nieder-schlag ab, welcher auf Beuteln gesammelt, mit Wasser ausgewaschen und bei 40° C. ge-trocknet wird.
Alle Operationen müssen bei der Darstellung des Veratrins unter Beobachtunggrösster Vorsicht geschehen, da der Staub desselben schon in äusserst geringer MengeEntzündung der Augen und der Sehleimhäute der Luftwege, sowie ein die Gesundheitgefährdendes Niesen verursacht. Die Darstellung des Präparates im pharmaceutischenLaboratorium ist schon aus diesem Grunde nicht anzurathen, da hier die Vorrichtungen,welche in Fabriken zum Schutze gegen die giftigen Wirkungen getroffen werden, nichtin ausreichendem Maasse vorhanden sind.
'Eigenschaften des offlcinellen Veratrins. Das officinelle Veratrin bildet einweisses, geruchloses Pulver oder weisse, leicht zerreibliche Massen von amorpher Beschaffen-heit, deren Staub heftiges Niesen erregt. Es löst sich leicht, fast in jedem Verhältniss, inWeingeist und Chloroform, ebenso auch in Aether, doch geht die Lösung in letzteremetwas langsamer von statten. Auch Benzol und Amylalkohol lösen dasselbe leicht, vonPetroleumäther wird es so gut wie nicht aufgenommen. Sowohl in kaltem wie in siedendemWasser lösen sich nur Spuren Veratrin, doch zeigt die Lösung deutlich alkalische Beaktionund hat einen scharfen, nicht bitteren Geschmack. Frisch gefälltes Veratrin ist in Wasseretwas leichter löslich als das getrocknete, und zwar löst es sich leichter in kaltem alswarmem Wasser. Versetzt man daher die genügend verdünnte Lösung eines Veratrinsalzcsmit verdünntem Ammoniak, so entsteht in der Kälte kein Niederschlag, erwärmt mandann, so trübt sich die Flüssig&eit durch sich ausscheidendes Veratrin, welches sich beimErkalten nicht wieder auflöst. Das Veratrin besitzt keinen scharfen Schmelzpunkt, beietwa 145° C. beginnt es zu erweichen und bei 150—155° C. ist es völlig geschmolzen.Wird Veratrin mit 100 Th. koncentrirter Schwefelsäure zerrieben, so löst es sich zu einergelben, grün fluorescirenden Flüssigkeit auf, die Färbung geht allmählich in Orange, Bothund endlich in schön Karminroth über. Wird eine dünne Schicht der gelben Lösung desVeratrins in koncentrirter Schwefelsäure mit einer geringen Menge Zucker tiberstreut, sotritt allmählich eine grüne und zuletzt blaue Färbung ein, welche nach Verlauf einerStunde zu verblassen beginnt. Diese Beaktion erfolgt auch, wenn man das mit etwa dersechsfachen Menge Zucker vermischte Alkaloid mit koncentrirter Schwefelsäure zusammen-reibt. Erhitzt man eine geringe Menge Veratrin mit koncentrirter Salzsäure (spec. Ge-wicht 1,19), so erhält man eine schöne kirschroth gefärbte Lösung, welche sich lange un-verändert erhält.