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2 (1920)
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1063
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Tuberculinum.

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Membran. Die ersten Präparate enthielten noch ziemlich konstant Tuberkel-Bacillen, welchenatürlich abgetödtet waren, aber doch, wenn sie eingespritzt wurden, wahrscheinlich zurA-bscessbildung Veranlassung gaben.

Eine klare, braune, eigenthümlich aromatisch riechende, alkalisch reagirende Flüssig-keit, deren spec. Gewicht etwa 1,17 ist. Mit Wasser ist es in allen Verhältnissen klarlöslich. Eine Mischung von 1 Th. Tuberkulin mit 100 Th. Wasser zeigt folgendes Ver-halten: Sie wird getrübt durch: Gerbsäure, 2proc. Karbolsäure, Pikrinsäure, Goldchlorid,Silbernitrat, Kupfersulfat, Mercuronitrat, Platinchlorid, Zinnchlortir, Bleiacetat, Kalium-eadmiumjodid, Jodjodkalium, starken Alkohol im Ueberschuss. Nicht getrübt wird8 ie durch: Ferrosulfat, Ferrichlorid, Ferrocyankalium, Mercurichlorid, Mercuri-Kaliumjodid(Meter's Reagens), Kaliumdichroniat, Kalium- und Ammoniumrhodanid, Ammoniummolyb-dänat. Diese Reaktionen sind natürlich dem vorhandenen Pepton zuzuschreiben undnicht etwa als solche aufzufassen, die dem specifischen Toxin des Tuberkulins zukommen.

Prüfung. Die Darstellung des Tuberkulins unterliegt der staatlichen Aufsicht.Ursprünglich wurde dasKooH'sche Mittel" nur von Libbebtz in Berlin dargestellt Seit1892 wird es ausschliesslich durch die Farbwerke Meiste», Lucius & Bbünino inHöchst a. M. dargestellt und in den Verkehr gebracht. Die staatliche Prüfung beziehtsich auf den gleichbleibenden Gehalt an speeiflschem Toxin. Da das Tuberkulin nur inamtlich plombirten Fläschchen geliefert wird, so entfällt für den Apotheker die Verpflich-tung zur Prüfung, welche er übrigens auch ausser Stande wäre auszuführen.

Aufbewahrung. Die Germ. IV schreibt lediglich vor, das Tuberkulin vor Lichtgeschützt und an einem kühlen Orte aufzubewahren. Damit entfällt die Nöthigung,es unter den Separanden zu halten. Im Gegensatze zum Diphtherie-Heilserum behältdas KocH'sche Tuberkulin, welches ja als Konservirungsmittel fast 50 Proc. Glycerin ent-hält, seine Wirksamkeit mehrere Jahre hindurch.

Abgabe. Nach Germ. IV darf das Tuberkulin nur im unverdünnten Zustande auf-bewahrt werden, d. h. Lösungen (Verdünnungen) dürfen nicht vorräthig gehalten werden.

Die vom Arzte verordneten Verdünnungen sind nach Germ. IVjedesmal frischherzustellen und mit sterilisirtem Wasser oder besser mit Karbolsäurelösung (0,5 = 1001anzufertigen."

UebeT die Berechtigung zur Abgabe des Tuberkulins besteht in den einzelnen deut-schen Bundesstaaten eine ziemliche Verwirrung. In ganz Deutschland haben natürlich dieApotheker auf die Verordnung eines approbirten Arztes hin es abzugeben. Dagegen sind dieBestimmungen darüber, ob Tuberkulin auch auf die Verordnung eines Thierarztes abge-geben werden darf, in den verschiedenen Bundesstaaten verschieden. Im Handverkauf derApotheken darf das Tuberkulin nicht abgegeben werden. Die Drogisten dürfen Tuber-kulin zu Heilzwecken nicht verkaufen, dagegen dürfen sie es zur Zeit noch für diagno-stische Zwecke abgeben. Diese Materie liegt gar sehr im Argen und bedarf dringendeiner einheitlichen Regelung.

Wirkung und Darstellung. Das Tuberkulin hat die Erwartungen, welchem an auf dasselbe bezüglich der Heilung der Tuberkulose beim Menschen gesetzt hatte,zunächst nicht erfüllt. Man injicirte es in der ersten Zeit mittels einer von Koch ange-gegebenen (sterilisirten) Spritze in Gaben von 0,0005 g allmählich steigend bis 0,001 gOnginal-Tuberkulin, und zwar wurde dieses nicht unverdünnt, sondern in Verdünnungenmit 0,21 Proc. Tuberkulingehalt (mit sterilisirtem Wasser oder 0,5 proc. Karbolsäure-lösung) angewendet. Bei weit vorgeschrittener Tuberkulose hat es vielfach den exituaentschieden beschleunigt, im Anfangsstadium der Tuberkulose glaubte man Erfolge ver-zeichnen zu können. Ebenso glaubte man es bei Menschen als diagnostisches Mittel ver-werten zu können, um Tuberkulose festzustellen, welche auf andere Weise noch nicht zudiagnosticiren waT. Dem problematischen Nutzen bei diesen Anwendungen stand dieThatsache gegenüber, dass das Tuberkulin in sehr zahlreichen Fällen offenbar mehr Schadenanrichtete, insofern nach diesen Injektionen tuberkulöse Erkrankungen von Organen ein-traten, welche vorher wahrscheinlich gesund waren. Der Erfolg war der, dass in den