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Thymus.
Gicht- und krampfstillender Balsam von Lampebt ist ein rothgefärbter, mitThymian- und anderen äther. Oelen versetzter Seifenspiritus.
Lebensschmiere, Andersseh's. Mohnöl mit Spuren Kampher und Thymianöl.
Fertussin von E. Takschneb in Berlin (Name gesetzlich geschützt), gegen Keuch-husten und Asthma, hat nach Aufrecht annähernd folgende Zusammensetzung: Brom-natrium 0,5, Thymiantinktur 25,0, Zuckersirup 75,0, Thymianöl 0,2. Nach andern An-gaben: Extracti fluidi Thymi compositi 15,0 (aus Herba Thymi und Serpylli ää), Kaliibromati 0,5, Sirupi Sacchari (flüssiger Fruchtzucker) 85,0. Siehe auch oben unterExtractum Thymi fluidum saccharatum.
Thymmel von W. Haas, ein Keuchhustenmittel, ist Honig mit Thymianextrakt.Thymobromal, ein Sirup gegen Keuchhusten, besteht aus Extractum Castaneaevescae, Extractum Thymi und Bromalhydrat (Bieded's Mentor).
Oleum Thymi. (Germ. IV. Gall. Helv. U-St.). Thymianöl. Essence de Thyin.Oll of Tliyme.
Gewinnung. Thymianöl wird in Südfrankreich und in Spanien in beträchtlichenMengen durch Destillation des frischen, blühenden, wildwachsenden Krautes hergestellt.Seltner wird kultivirter Thymian zur Oelgewinnung benutzt. Die Ausbeute aus frischemMaterial schwankt zwischen 0,3 und 0,9 Proc, ans trocknem zwischen 1,7 und 2,6 Proc.
Eigenschaften. Nicht rektificirtes Thymianöl ist schmutzig rothbraun und hateinen scharfen, aromatischen Geschmack und angenehm kräftigen Thymiangeruch. Rekti-ficirtes Oel — ein solches verlangt Germ. IV — ist farblos oder gelblich, färbt sich jedochhäufig an der Luft röthlich. Das specifische Gewicht beträgt für französisches unddeutsches Oel 0,900—0,935, für spanisches 0,930—0,950 (nicht unter 0,900 Germ. IV, 0,900bis 0,930 U-St.). Optisch ist es linksdrehend und lost sich in 8 Th. 80 volumprocentigenAlkohols (den man durch Mischen gleicher Volumina Spiritus und Spiritus dilutus odervon 100 Raumtheilen Spiritus mit 14 Kaumtheilen Wasser [Germ. IV] darstellt) klar auf.
Zusammensetzung. Die charakteristischen Bestandteile, die zugleich den Werth-mcsser für die Güte des Oelcs abgeben, sind die beiden Phenole Thymol, C 10 H u O, undCarvacrol, C 10 H 14 O. Einige Thymianöle enthalten nur einen dieser Körper, andere einGemisch beider Phenole. Unter welchen Umständen das eine oder das andere auftritt, istnoch nicht ermittelt. Die französischen Oele scheinen vornehmlich Thymol, die spanischenaber ausschliesslich Carvacrol zu führen. Von Kohlenwasserstoffen sind im Thymianölnachgewiesen: Links-Pinen, C] 0 H 16 , und Cymol, C 10 H U , von Alkoholen Linalool,CjoH^OH, und Borneol, C 10 H 17 OH.
Prüfung. Die am häufigsten vorkommende Verfälschung mit Terpentinöl erniedrigtden Phenolgehalt des Thymianöles. Ein niedriger Gehalt an Phenolen lässt daher ein Oelals verdächtig erscheinen. Zur Bestimmung der Phenole schüttelt man 5 ccm Thymianölmit 30 ccm einer Mischung von 10 ccm Natronlauge mit 20 ccm Wasser kräftig durch undlässt so lange stehen bis die Laugenschicht klar geworden ist. Die darauf schwimmendeOelschicht soll nicht mehr als 4 ccm betragen (Germ. IV.).
Um festzustellen, ob das Oel Thymol oder Carvacrol enthält, trennt man die Laugemit den gelösten Phenolen von dem oben schwimmenden Oele und versetzt sie in einemkleinen Scheidetrichter mit einem Ueberschuss von verdünnter Schwefelsäure. Nachdem sichdas Phenol klar abgeschieden hat, trennt man es von der unteren Flüssigkeit und setzt esin einem Schälchen an einen kühlen Ort. Besteht das Phenol aus Thymol, so wird nacheiniger Zeit, entweder von selbst oder nach Hineinwerfen eines kleinen Thymolkrystalles,die ganze Masse fest; besteht sie jedoch aus Carvacrol, so bleibt sie flüssig. Sind beidePhenole vorhanden, so bleibt ein Theil flüssig, während ein anderer fest wird.
Die auf diese Weise ausgeführte Bestimmung ist natürlich nur eine annähernd ge-naue, da einestheils die Natronlauge immer geringe Mengen von Kohlenwasserstoffen zurück-hält, anderntheils aber auch in der Schicht der Kohlenwasserstoffe eine gewisse MengePhenole gelöst bleibt.