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Rheum.
and da treten dabei Bohrlöcher eines Käfers, Sinodendron pusillum, zu Tage, die ab-sichtlich verklebt sind. Solcher Rhabarber würde zu verwerfen sein. Im Querbruchemüssen die Stücke stark rothbraun und weiss mormorirt erscheinen; zu helle, die besondersreich an Stärke und Oxalat sind, sind durchaus minderwerthig. "Wenn man sich in derPraxis Gelegenheit verschafft, guten Rhabarber zu sehen, so eignet man sich bald dennöthigen Blick für seine Erkennung an. — Verhältnissmässig dünne, ruhen- oder knüppel-förmigo Stücke sind darauf hin zu untersuchen, ob sie nicht aus Wurzeln bestehen, diesich hier und da unter der Droge finden: auf dem Querschnitt sieht man, dass die Mark-strahlen bis zum Centrum reichen, dass ihnen also das grosse Mark mit den Maserkreisenund den Querbündeln fehlt.
Die Helv. verlangt, dass der Rhabarber mindestens 33 Proc. alkoholisches, trocknesExtrakt gebe. E. Dieterich setzt die Menge auf 40 Proc. und für wässeriges Extrakt auf35 Proc. fest. (Vergl. oben.)
Das Pulver sollte der Apotheker unter allen Umständen selbst herstellen, zumal derRhabarber zu denjenigen Drogen gehört, die am leichtesten zu pulvern sind. Nach un-seren Erfahrungen ist die Gefahr, dass das Rhabarberpulver mit fremden Substanzen ver-fälscht werde, nicht sonderlich gross (vergl. unten), viel wahrscheinlicher ist es, dass zuseiner Herstellung minderwerthiger und schlechter Rhabarber, der unzerkleinert schwer
oder gar nicht ver-käuflich sein würde,verwendet wird. EinBlick in manche Preis-listen lehrt das ohneweiteres: eine dersel-ben, die uns vorliegt,normirt den Preis fürShensi auf 14 Mk., fürKanton auf 7,50 Mk.und 12 Mk., wogegender höchste Satz fürPulver nur 6,50 Mk.beträgt, danach derFabrikant für die Ehre,das Pulver bereiten zudürfen, noch zuzahlt.Freilich werden unterdas Pulver die Ab-fälle von der Her-stellung der jetzt in
der Pharmacia elegans verwendeten Würfel und Kugeln gemahlen, gegen die, wenn dasAusgangsmaterial tadellos war, nicht viel einzuwenden ist, aber daneben eben auch Ab-fälle beim Schälen des Rhabarbers in Europa und minderwerthige Waare. — Was für dasPulver gilt, gilt in noch erhöhtem Maasse für die galenischen Präparate, hier sind die zuihrer Herstellung speciell angebotenen Waaren „concisa, in fragmentis etc." oft genugverdächtig.
Als fremde Substanzen, die unter das Pulver gemahlen werden sollen, werden ge-nannt: Gelber Bolus und Ocker, beide durch die Aschenbestimmung zu ermitteln,Gummi, würde mit.dem Pulver geschütteltes Wasser schleimig machen, Stärkemehl(Mais), durch das Mikroskop zu. ermitteln (Bd.I, S. 294), Curcuma. Letzteros fällt schonunter dem Mikroskop an den gelbgefärbten Klumpen aus verkleisterten Stärkekörnern auf.Zur weiteren Prüfung darauf reibt man (nach Helv.) 1 g des Pulvers mit Aether undChloroform zu einer dünnen Paste an, die man auf Filtrirpapier bringt und austrocknenlässt. Der nach dem Entfernen des Pulvers bleibende Fleck ist von hellgolblicher Farbe,er darf mit heissgesättigter, wässeriger Boreäurelösung nicht orangeroth und danach mitAmmoniak nicht schwarzblau werden.
Europäischer, kultivirter Rhabarber. Schon seit mehreren Jahrhundertenwerden in Europa eine Reihe von Rheum-Arten für arzneiliche Zwecke angebaut, so Kh.Emodi Wall., Rh. undulatum L., Rh. compactum L., Rh. palmatum L., Rh.officinale Baill. Die Droge zeigt, wenn sie von den beiden letztgenannten Artenstammt, natürlich den Bau des chinesischen Rhabarbers, indessen sind die Stücke wenigerfest und derb. Sehr häufig besteht übrigens dieser Rhabarber im Handel neben dem Bhi-zom auch aus Wurzeln. Vom Gebrauch in der Apotheke ist diese Waare ausznschliessea.Sie soll für Veterinärzwecke Verwendung finden.
Fig. 102. Elemente deß Rhabarberpulvers. P Parenchymzelle mit Starke.St Stärkekörnchen. N Bruchstöcke Ton Gefässen. JD OxalaMrusen.