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2 (1920)
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Queren«.

Bestandtheile. Eichengerbsäure CH ia O, bis 15,3 Proc; ältere Rinde, dieaber noch keine Borke hat, und solche, die im Frühjahr geschält ist, ist am gehaltreichsten.Ferner Gallussäure 1,59 Proc, Rohfaser 58,23 Proc, Zucker, Äpfelsäure undExtraktivstoffe 8,33 Proc, Harze und Fette 6,31 Proc, Phosphorsaurer Kalk0,4 Proc, Magnesiumoxyd 1,15 Proc, Gummi 5,6 Proc, Eichenroth 2,34 Proc,Pectinstoffe 6,77 Proc, Asche 46 Proc.

Andere Sorten. Ausser den beiden genannten Arten liefern auch QuercusCerris L. und Qu. pubescens Willd. Rinde.

Einsammlung und Aufbewahrung. Man sammelt die Rinde von denjüngeren Stämmen und Wurzelschösslingen im Frühling vor Entwickelung der Blätter,trocknet sorgfältig und bewahrt sie theils geschnitten, theils gepulvert in dichtverschlos-senen Gefassen aus Blech oder braunem Glase auf. Bei sorgloser Aufbewahrung, beson-ders am Licht und an feuchter Luft, geht der Gerbstoffgehalt erhehlich, nach Müntzund Schön in 1416 Monaten bis zur Hälfte, zurück. Zu verwerfen ist die rissige,mit Flechten besetzte Rinde älterer Stämme oder Zweige, die viel ärmer an Gerbstoffist, ebenso die gewöhnliche zerkleinerte Lohe des Handels, wie sie in Gerbereien ge-braucht wird.

Anwendung. Die Rinde dient als zusammenziehendes Mittel; man gebraucht siein den gleichen Fällen wie Tannin innerlich als Abkochung (10,020,0:100,0), äusserlichzu Streupulvern, Gurgelwässern, Einspritzungen, Waschungen, Bädern (500 g Rinde mitS4 1 Wasser abgekocht auf ein Bad, wofür einfacher eine Lösung von 50 g Tannin);in der Thierheilkunde.

Extractum Quercus corticis. Eichenrinde wird mit siedendem Wasser behandelt,der Auszug zur Trockne eingedampft. Wird durch Tannin vollkommen ersetzt.

2) Die Samen: Semen Quercus (Austr.). Glandes Quercus exeorticatae.Eicheln. Eichensamen. Gianda. Acorus.

Die reifen Eicheln werden im Herbst gesammelt, von der Becherhülle befreit, mehr-mals mit Wasser gewaschen, wobei man die obenauf schwimmenden entfernt, hierauf zu-erst an der Luft, dann bei künstlicher Wärme scharf getrocknet (100 Th. geben etwa50 Th. trockene) und schliesslich von der Fruchtschale befreit, die 1418 Proc aus-macht.

Die Keimblätter bestehen aus einem gleichartigen Parenchym ziemlich grosser, dünn-wandiger Zellen mit kleinen Intercellularen und Gefässbündelanlagen mit Spiralgefässen.Die Parenchymzellen sind dicht mit Stärke erfüllt. Vergl. Band I, S. 904.

Bestandthelle. In den geschälten getrockneten Eicheln nach Könio: Wasser15 Proc, Stickstoffsubstanz 6,02 Proc, Fett 4,22 Proc, stickstofffreie Extrakt-Itoffe 67,92 Proc, Holzfaser 4,87 Proc, Asche 1,97 Proc. Sie enthalten ferner 6 bis9 Proc. Gerbstoff und Quercit CHjj0 6 .

Sie dienen zur Darstellung des

Semen Quercus tostuin. (Ergänzb. Austr.) Eichelkaffee. Geröstete Eicheln.Cafe' de gl and. Koasted acorn seed.

Geschälte Eicheln röstet man in einer eisernen Trommel unter beständigem Um-drehen über Feuer, bis sie braun und leicht zerbrechlich geworden sind, lässt erkalten undverwandelt sie in ein grobes Pulver. Ausbeute etwa 85 Proc. Das Rösten wird ab-gekürzt, wenn die Samen zuvor grob geschnitten sind. Vomacka empfiehlt, die zer-schnittenen Eicheln 12mal mit heissem Wasser zu behandeln, um die Starke aufzu-schliessen und dann erst zu brennen. Der Eichelkaffee wird an einem trockenen Ortein gut schliessenden Blech-, Glas- oder Porcellangefassen aufbewahrt. Lagert das Pulverin feuchten Räumen, so stellt sich gerne der Zuckergast, Lepisma eaccharina, ein. ImAufguss, 48 g auf eine Tasse, dient der Eichelkaffee als Ersatz des gewöhnlichenKaffees bei schwächlichen oder skrophulösen Kindern, besonders bei Neigung zu Durch-fällen; in letzterem Falle giebt man dem damit bereiteten wohlschmeckenden Eichelkakao(Band I, S. 524, 526) häufig den Vorzug. *

Bestandthelle der geschälten und gerösteten Eicheln: Wasser 12,50 Proc, stick-itoffhaltige Substanz 6,78 Proc, Fett 4,35 Proc, Zucker und andere stickstoff-freie Extraktstoffe 69,27 Proc, Rohfaser 5,02 Proc, Asche 2,07 Proc.