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Pyrogallolnm.
V
NPyridin.
Eigenschaften. Im reinen Zustande eine farblose, leicht bewegliche, flüchtigeFlüssigkeit von eigentümlichem, widerlich scharfem, brenzlichem Gerüche und brennendemGeschmacke; beim Annähern von Salzsäure bildet sie Nebel. Das spec. Gew.ist bei 15° C. = 0,980, der Siedepunkt liegt bei 116—117° C. Pyridin löst eichsehr leicht in Wasser, Alkohol und Aether. Diese Lösungen bläuen rothes Lack-muspapier, röthen dagegen Phenolphthalein nicht. Pyridin ist ziemlich erheblichhygroskopisch; es zieht schon aus der Luft Feuchtigkeit an, wodurch das spe-ciflsche Gewicht etwas steigt, der Siedepunkt aber beträchtlich erniedrigt wird.In den Lösungen der meisten Metallsalze (nicht aber in Bleiacetat- und Magnesiumsalz-lösungen) bringt Pyridin Niederschläge hervor. — Tertiäre Base, welche sich mit Säurenunter Addition derselben zu Salzen vereinigt.
Prüfung. 1) Pyridin siede bei 116—118*0. und sei klar mischbar mit Wasser,Alkohol, Aether, Benzin, fetten Oelen. Das spec. Gew. betrage 0,980. — 2) An der Luftverändere es sich nicht (fremde organische Verunreinigungen, z. B. Furfurol). — 3) Diewässerige Lösung (1 : 10) werde durch Phenolphthalein nicht geröthet (Ammoniak). —4) Versetzt man 5 com der lOproc. Lösung mit 2 Tropfen Kaliumpermanganatlösung(1:1000), so muss die rothe Färbung mindestens 1 Stunde bestehen bleiben (leicht oxy-dirbare organische Verunreinigungen). — 5) 1 com Pyridin, in 20 ccm Wasser gelöst,erfordert zur Neutralisation (Cochenilletinktur als Indikator) 12,4 ccm Normal-Salzsäure.Aufbetvahrung. Vorsichtig; zweckmässig auch vor Licht geschützt.Anwendung. Innerlich zu 8—4 Tropfen dreimal täglich, mit Wasser verdünnt,als erregendes Mittel bei Herzkrankheiten. Aeusserlich zu Inhalationen gegen Dyspnoebei Herzleiden empfohlen. 3—5 g Pyridin werden auf einem Teller ausgebreitet, und dieserwird in das Zimmer des Asthmatikers gestellt. Bei 20—25° C. ist diese Menge in etwa1 Stunde vergast. Dreimal täglich eine Sitzung von 20—30 Minuten Dauer.
f Pyridinum iiitricum. Salpetersaures Pyridin. C 6 H 6 N. HNO s . Mol. Gew. = 142.Lange farblose Nadeln, leicht löslich in Wasser, weniger löslich in Alkohol. Beim vor-sichtigen Erhitzen unzersetzt sublimirbar. Vorübergehend zum innerlichen Gebrauch em-pfohlen worden.
t Pyridinum sulfuricnni. Schwefelsaures Pyridin. (C 6 H s N) ä . H a S0 4 . Mol.Gew. = 256. Krystalliniseh, in jedem Verhältnisse in Wasser und in Alkohol löslich.Vorübergehend zum innerlichen Gebrauche empfohlen worden.
Pyrogallolum.
I. f Pyrogallolum (Germ. Helv.). Fyrogallol (Gall. U-St.). Acidum pyrogalli-cum (Austr.). Pyrogallussäure. Brenzgallussäurf. Pyrogallin. Acide pyrogallique.Pyrogallic acid. C,H 3 (OH) 8 . Mol. Gew. = 126.
Darstellung. Man erhält das Pyrogallol aus der Gallussäure: a) Man erhitztGallussäure mit der drei- bis vierfachen Menge Wasser in einem Autoklaven etwa7« Stunde auf 200—210° C. Man erhält so eine Lösung von Pyrogallol, welche durchThierkohle entfärbt und durch Eindampfen zur Krystallisation gebracht wird. Fernerkann man sie zur Reinigung im Vacuum destilliren, bezw. sublimiren. b) Man erhitztdie bei 100° C. getrocknete Gallussäure in einer tubnlirten Betörte im Oelbade auf210—220° C. und sublimirt sie unter Einleiten von Kohlensäure über.
Eigenschaften. Weisse, glänzende, geruchlose Nadeln oder Blättchen, welche bei
131° C. schmelzen, bei 210° C. unter theilweiser Zersetzung destilliren.
^ {') Bei vorsichtigem Erhitzen kann Pyrogallol, ohne Zersetzung zu erleiden,
* 2 OH (<i\ SUDl ™' rt werden; sicherer gelingt diese Sublimation im Kohlensäurestrome
OH (3)
Pyrogallol.
oder im Vacuum. Beim raschen Erhitzen an der Luft hinterbleibt einebraune amorphe, Mellangallussäure genannte Substanz. Pyrogallol löstsich bei 15° C. in etwa 1,7 Th. Wasser oder in 1 Th. Weingeist, oder in 1,2 Th. AetherIn Schwefelkohlenstoff, Chloroform oder Benzol ist es schwer löslich. Die wässerige Lösung