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2 (1920)
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704
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Pyrethrum.

den genannten drei Arten scheinen noch einige andere angewendet zu werden, z. B.Chrysanthemum caucasicum Pers.

Man pflückt die Blüthenkö'pfchen, am besten, wie gesagt, die noch geschlossenen,trocknet sie vorsichtig und mahlt sie zu einem sehr feinen Pulver, das von gelblich-grauerFarbe mit grünlichem Stich ist. Die vielfach beliebte, mehr gelbe Farbe des Pulvers wirddurch Zusätze (vergl. unten) hervorgebracht. Insektenpulver ist von starkem, sehr cha-rakteristischem Geruch. Das aus halbgeöffneten oder ganz geöffneten Blüthenköpfchenhergestellte Pulver ist wenig wirksam.

Bestandtheile. Man nimmt an, dass die wirksamen Bestandtheile sich in denDrüsenhaaren befinden, die am reichlichsten am Fruchtknoten der gelben Scheibenblüthensich befinden. Daher scheinen die Eandblüthen, der Blüthenboden und der Hüllkelch ander Wirkung nicht, oder nur wenig betheiligt. Ueber den wirksamen Stoff selbst herrschtwenig Klarheit. Das ätherische Oel ist nicht daran betheiligt, dagegen ist der wirksameBestandteil in einem ätherischen Auszug der Droge enthalten. Er scheint saurer Naturzusein, man hat ihn Pyrethrotoxinsäure (Chrysanthemumsäure) genannt, dieselbeist amorph, in Alkohol, Amylalkohol, Aether und Chloroform löslich. Von anderer Seitebezeichnet man ihn als Persicin, ebenfalls von saurer Reaktion.

Prüfung und Verfälschungen. Ueber Farbe und Geruch vergl. oben. Manhat vorgeschlagen, für die Beurtheilung der Güte die Menge des Aetherextraktes heranzu-ziehen und hat gefunden, dass Pulver aus geschlossenen Blüthen 8,09,5 Proc. Aether-extrakt, aus halbgeschlossenen Blüthen 6,57,5 Proc. liefert von gelber, gelbgrünlicheroder gelbbräunlicher Farbe. Extrakt aus Stengeln ist von grüner Farbe infolge des Ge-haltes an Chlorophyll. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Pulvers fallen in dieAugen: Fragmente der Hüllkelchblätter und der Wand der Achänen mit Fasern- und_ Stein-zellgruppen, ferner Epidermis der Unterseite der Hüllkelchblätter und Fragmente derZungenblüthen mit zarten Spiralgefässen, endlich Pollenkörner. Diese sind um so reich-licher vorhanden, je vollkommener die Blüthenköpfchen noch geschlossen waren.

Als Verfälschungen werden angegeben, um die vielfach beliebte gelbe Farbe hervor-zubringen : Chromgelb, Baryumchromat, Ocker, die man durch Aschenbestimmung und Analyseermittelt Insektenpulver giebt etwa 7 Proc. Asche, ferner Curcuma, dann Senfmehl,Sägemehl, die mikroskopisch leicht nachzuweisen sind. Um einem so verdünnten Pulverdie nöthige Schärfe zu geben, soll man Pulver von Quillajarinde, kenntlich an dengrossen Oxalatkrystallen, und Euphorbium zusetzen. Die Köpfchen verwandter Compo-siten, die auch mit vermählen werden sollen, sind mikroskopisch kaum nachzuweisen.

Anwendung. Gutes, frisches Insektenpulver ist ein bewährtes Vertilgungsmittelfür Insekten aller Art, für Ungeziefer auf Menschen, Thieren und Pflanzen. Zum Aus-streuen bedient man sich kleiner Gazebeutel oder der aus einem Gummiball mit an-gesetztem Holzrohr bestehenden Insektenpulverspritzen, mittels welcher man das Pulveran Fenstern etc. verstäubt. Die gefallenen Fliegen werden möglichst oft zusammengekehrtuud verbrannt, denn bisweilen sind sie nur betäubt. Die Wirkung ist eine chemische,und auch eine mechanische, da das Pulver die Tracheen der Thiere verstopft.

Ein Infusum Florum Pyrethri (4,0 : 200,0) wird als Klystier gegen Madenwürmerangewendet.

Extraetum Chrysanthemi seu Pyrethri florum, durch Ausziehen der Blüthen mitWeingeist und Eindampfen zur Extraktdicke gewonnen, wird zu 4,0 mit Eigelb und 120,0Wasser emulgirt im Klystier gegen Ascariden empfohlen.

Tnictura Chrysanthemi seu Pyrethri florum. Aus 1 Th. gepulv. Blüthen und5 Th. Weingeist (95 proc.) durch Maceration. Schützt, dem Waschwasser zugesetzt, gegenMückenstiche. Mit ää Wasser im Zimmer verstäubt, zum Vertreiben der Fliegen.

Tinctura Chrysanthemi aetherea. 1 Th. gepulv. Blüthen, 5 Th. Aetherweingeist,

Aceturu Pyrethri compositum.

Ep. Eadic. Pyrethri gr. pul?. 100,0

Opii pulveraü 15,0

Spiritus 100,0

Aceti (6 proc.) , 900,0.

Nach 8tägiger Maceration presst man aus (Metall-geräthe vermeiden I) Dient als Zusatz zu Mund-und Zahnwässern.

Aqua dentifricla rubra O'Meara.Rp. 1. Eadic. Pyrethri 100,0

2. Caryophyllorum

5,0

S. Rhizom. Iridis

4. Fruct. Coriandri

äa 10,0

5. Radic. Alkannae

15,0

6. Olei Menthae pip

7,5

7. Olei Bergamott.

3,0

8. Spiritus

1000,0

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