Pepsinum.
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Glycerin hat ebenfalls die Eigenschaft, das Pepsin aufzulösen; auch aus dieser Lösung wirdletzteres durch Alkohol wieder gefällt. — Reaktionen und Formel lassen sich für dasPepsin nicht angeben, weil man das reine Pepsin, falls eine solche Substanz überhauptexistirt, noch nicht kennt.
Die wichtigste und charakteristische Eigenschaft des Pepsins ist die, dass es unterbestimmten Verhältnissen Eiweiss verdaut, d. h. Pepsin löst Fibrin und gekochtes Eiweiss,indem es diese in Albumosen und Pepton umwandelt. Diese Wirkung findet indess nurstatt bei gleichzeitiger Gegenwart von Säure, am besten Salzsäure, und sie ist am inten-sivsten bei eineT Temperatur von 35—40° C. In neutraler oder alkalischer Flüssigkeit wirktdas Pepsin auf Eiweiss nicht ein. — Wird eine Pepsinlösung über 40° C. hinaus erhitzt,so nimmt das Verdauungsvermögen allmählich ab, über 60° C. hinaus ist es vollständigvernichtet. Ebenso wird in stark alkoholischer Flüssigkeit das Verdauungsvermögen zerstört.
Man hat dieses Verdauungsvermögen des Pepsins als Maassstab für seine Wert-bestimmung angenommen. Indessen ist dabei folgendes zu beachten: Die Menge Eiweiss,welche von Pepsin gelöst wird, ist unter sonst gleichen Verhältnissen um so grösser, jegrösser der vorhandene Ueberschuss an Eiweiss ist, weil alsdann das Eiweiss dem Pepsinmehr Angriffspunkte bietet. Bei der Werthbestimmung des Pepsins muss man daher dievorgeschriebenen Verhältnisse streng einhalten und kann nur solche Ergebnisse mit ein-ander vergleichen, welche genau nach der gleichen Untersuchungs-Methode erhalten wordensind, d. h. man darf nicht das eine Mal wenig Pepsin auf viel Eiweiss und das andere Malviel Pepsin auf wenig Eiweiss einwirken lassen und dann etwa die Mengen Eiweiss be-rechnen wollen, die durch die Pepsine gelöst worden sind. Man würde hierbei zu völligfalschen Ergebnissen kommen.
Koncentrirtes Pepsin. Pepsinum (Brit. Ü-St.). Pepsine extractive (Gall.).Das Pepsin der Brit. wird als 2500fach, das der TJ-St. alB 3000faches bezeichnet, d. h. dasder Brit. soll unter den vorgeschriebenen Bedingungen die 2500 fache, das der U-St. die3000 fache Menge seines Gewichtes an gekochtem Hühnerei weiss verdauen.
Brit. Uebergiesst man 12,5 gekochtes und fein zerkleinertes Eiweiss mit einerLösung von 0,005 g Pepsin in 125 ccm Wasser und 1 g Salzsäure (von 25 Proc.) und hältdiese Mischung unter häufigem Umschütteln 6 Stunden bei 40,5° C., so soll das Eiweissbis auf geringe Reste von Häutchen aufgelöst werden. Es wird also die Auflösung der2500fachen Menge Eiweiss verlangt.
U-St. Uebergiesst man 10 g gekochtes und fein zerkleinertes Eiweiss mit einerLösung von 0,00335 g Pepsin in 100 ccm Wasser und 0,8 ccm Salzsäure (von 25 Proc.)und hält diese Mischung unter häufigem Umschütteln 6 Stunden bei 38—40 O., bo solldas Eiweiss bis auf geringe Flöckchen und Häutchen gelöst werden. Es wird also dieAuflösung der 3000fachen Menge Eiweiss verlangt.
Gall. Uebergiesst man 10 g trockenes Schweinsfibrin mit einer Auflösung von0,2 g Pepsin in 60 g Wasser und 0,8 g Salzsäure (von 25 Proc.) und hält diese Mischungunter häufigem Umschütteln 6 Stunden lang bei 50° C, so soll das Fibrin gelöst werden.
Verdünntes Pepsin. Pepsinum (Austr. Germ. Helv.). Die drei genanntenPharmakopoen haben als „Pepsin" Mischungen des Pepsins mit indifferenten Verdünnungs-mitteln aufgenommen, und zwar soll 1 Th. Pepsin unter den angegebenen Be-dingungen (!) 100 Th. gekochtes Eiweiss in Lösung überführen. Ein solches PepsinPflegt man als 100 procentiges zu bezeichnen. Als indifferentes Verdünnungsmittel ist vonden genannten drei Pharmakopoen Milchzucker zwar nicht ausdrücklich vorgeschrieben,a "6r, wie aus dem Zusammenhange hervorgeht, gemeint. Weisses bis gelbliches Pulvervon sehwach brotartigem Geschmacke, zuweilen hintennach bitterlich schmeckend. Esreagire schwach sauer, niemals alkalisch. Ein verdünntes Pepsin ist von der Gall. alsPepsine medicinale aufgenommen worden.
Austr. 0,1 g Pepsin, in 150 ccm Wasser und 1,25 g Salzsäure (25 Proc.) gelöst,muss 10 g fein zerriebenes, gekochtes Hühnereiweiss innerhalb 4—6 Stunden, bei einer Tem-peratur von 40° C. öfter geschüttelt, in eine wenig opalisirende Flüssigkeit verwandeln.
Germ. Von einem Ei, welches 10 Minuten in kochendem Wasser gelegen hat, wirddas erkaltete Eiweiss durch ein grobes Pulver-Sieb gerieben. 10 g dieses zertheilten Ei-"eisses werden mit 100 ccm warmem Wasser von 50° C. und 10 Tropfen Salzsäure (von