Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
551
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Pancreatüium.

551

Prüfung. 1) Peptonisirende Kraft. Man reibt 0,2 g Pankreatin und 10 gkockeues Fibrin mit 50 com Wasser in der Kälte an. Diese Mischung hält man 6 Stundenbei 50° C. Die filtrirte Flüssigkeit muss die Biuret-Reaktion geben (s. Pepton) und darfaa ch Zusatz von Salpetersäure heim Erhitzen nur sehr schwach getrübt werden (Eiweiss).-~ 2) Verzuckerungskraft. 100 g Stärkekleister (6,0 g Stärke enthaltend) werden mit°' 1 g Pankreatin angerieben. Die Mischung wird 6 Stunden lang hei 50° C. gehalten.^ 8 Flüssigkeit muss leicht filtriren und ihr 4facb.es Volumen FEHLrua'sche Lösung(10 ccm derselben = 0,05 g Glukose entsprechend) heim Aufkochen vollständig entfärben.Hiermit wird verlangt, dass 1 Th. Pankreatin binnen 6 Stunden bei 50° C. = 50 Th. ge-trocknetes Fibrin peptonisiren und 40 Th. Stärke in Zucker umwandeln sollen.

Anwendung. Pankreatin wird meist gebraucht um Milch zu peptonisiren (s. Lac°- 254). Man erwärmt ein Gemenge von 0,30,5 Pankreatin, 100,0 Wasser, 1,5 Natrium-karbonat und 400,0 Milch während */i Stunde hei 38° C, worauf alles oder doch fast& Ues Kasein in Pepton übergeführt sein soll. Innerlich giebt man es zur Unterstützung" er alkalischen Darmverdauung, am zweckmässigsten in Form keratinirter Pillen oderKl *atin-Kapseln.

Pankreas praeparatum. Pankreas pulveratum (Engesseb). Zur Darstellung^ifd die Pankreasdrüse von häutigen Organresten befreit, abgewaschen, zerkleinert, ge-*°cknet. Hierauf wird die gröblich gepulverte, trockne Masse durch Extraktion mitAether entfettet, nochmals getrocknet und in ein feines Pulver verwandelt. Engessee& e bt dieses Pulver bei Darmkatarrhen, atonischen Zuständen des Darmes etc. mit gutem''''folge, möglicher Weise deshalb, weil alsdann der Magen wenig Salzsäure secernirt.

Pankreatinum purum absolutum (U-St.). Das koncentrirte Ferment der Bauch-8 Peicheldrüse. Gelbes Pulver, theilweise löslieh in Wasser. Hat amylolytische, proteolytischeUQ d emulgirende Eigenschaften, s. oben. Dosis 0,31,0 g. Zur Unterstützung der Darm-Ve rdauung und bei Diabetes.

r Pankreatinum purum activuin. 3 Th. entsprochen = 1 Th. absolutem Pankreatin.Gebrauch wie das vorige in dreifach stärkerer Gabe.

Pankreatinum purum in lamellis. Durchsichtige, in Wasser völlig lösliche La-mellen. 6 Th. entsprechen = 1 Th. des absoluten Präparates.

Pankreatinum cum Amylo. Verreibung von Pankreatin mit Stärke. 5 Th. ent-B Prechen = 1 Th. absolutem Pankreatinum.

,. Pankreatinum cum Satrio Mcarbonico. Gemenge von Pankreatin mit Natrium-karbonat. 6 Th. entsprechen = 1 Th. absolutem Pankreatin.

p Pulvis pancreaticus compositus (Nat. form.). Compound pancreatic Powder.e ptonizing Powder. Pancreatini concentrati 20,0, Natrii bicarbonici 80,0.

Liquor pancreaticus. 1) Brit. 250 g frische Pankreasdrüse wird gereinigt, mit£*waschenem Sand oder Bimssteinpulver fein zerrieben und mit 1 Liter Weingeist von^0 Vol. Proc. eine Woche digerirt, dann filtrirt. 2) Nat. form. Pankratini concentratii'j5 g, Natrii bicarbonici 50,0, Glycerini 250 ccm, Spiritus Cardamomi compositi 35 ccm,

S

öprritus (95 Proc.) 35 ccm, Talci veneti depurati 15,0 g, Aquae q. s. ad 1000 ccm.*lar zu filtriren.

Ist

Pankreaden von Knoll & Co. Ist ein mit Calciumkarbonat dargestelltes Pankreas-Präparat. 1 Th. entspricht = 2 Th. der frischen Drüse. Bei Diabetes mellitus zu 1 4 gPro dosi und 1015,0 g pro die.

. . Fettpeptonat nach Maepmann. Wird erhalten durch Digeriren von Olivenöl mitriacher Pankreasdrüse. Ein mit Wasser sich leicht emulgirendes und daher leicht resorbir-b ares Oel.

g . Massa ad clysma nutriens. Leübe. Circa 300,0 Rindfleisch und 100,0 Bauch-peicheldrüse (vom Rinde oder Schwein) werden höchst fein zerhackt oder mittels Fleiscb-aekemaschine bearbeitet. (Das Gemisch wird alsbald mit warmem Wasser zu einem Breien gerührt und mittelst einer Klystierspritze, welche mit besonderem weitem Endstück ver-ehen ist, in das Rectum injicirt.)

i Vinum Pancreatini. Pankreasivein. 100,0 frische Bauchspeicheldrüse werden

'lochst fein zerschnitten mit 20,0 Glycerin, 100,0 WasBer und 350,0 weissem Wein, welcher^°rher mit 5,0 gepulvertem Natriumbicarbonat geschüttelt, einige Stunden maeerirt und«ana kolirt wurde, übergössen, wiederholt durchschüttelt, einen Tag maeerirt und nachtjem Auspressen filtrirt. Behufs einer längeren Aufbewahrung versetzt man die filtrirteFlüssigkeit mit 20,0 eines 45proc. Weingeistes.