538
Organotherapeutica.
Cerebrin. Aus der grauen Hirnsubstanz von Kälbern dargestelltes Extrakt.
Cerebrum siceatum. Cerebralsubatanz. Oerebrinin. Die entfettete undgetrocknete graue Hirnsubstanz von Kälbern. 1 Th. entspricht etwa = 5 Th. des frischenOrgans. Tagesgabe 2—4 g.
Opocerebrin (Meeck). Aus grauer Hirnsubstanz bereitetes Präparat. Einzel-gabe 0,2—0,4 g, Tagesgabe 0,4—0,8 g.
Die Gehirnpräparate werden namentlich gegen nervöse Leiden: Kopfschmerz, all-gemeine Neurasthenie, Psychosen, Gehirnstörungen, Hysterie, Melancholie angewendet.
Gekirnanhang. Hypophysis cerebri. Glandula pituitaria. Der an der Basisdes Gehirns liegende Theil desselben. Diesem Organ wird z. Z. die Aufgabe zugeschrieben,regulirend auf den Blutdruck und damit auf den Herztonus zu wirken. Zu diesem Zweckesoll es angeblich eine chemische Substanz produciren, welche die erstere Punktion erleichtert.
Hypophysin. Das Organextrakt aus Hypophysis. Die aktive Substanz soll einephosphorhaltige Verbindung sein, für welche Cton die Namen Hypophysin oder Phos-phorhypophysin vorschlägt.
Hypophysis cerebri sicc. Das getrocknete und gepulverte Organ von Bindern.1 Th. entspricht = 6,5 Th. frischem Gehirnanhang. Man giebt täglich mehrmals 0,1—0,3 g.
Opohypophysinum Meeck. Präparat aus dem Hirnanhang von Kindern. Wirdzu 0,05 g pro dosi mehrmals täglich gegeben.
Die Hypophysis-Präparate werden besonders gegen Akromegalie in den oben an-gegebenen Dosen angewendet.
Knochenmark. Medulla ossium. Das im Innern der Knochen befindliche Fett-gewebe. Soll die Bildungsstelle rother Blutkörperchen sein und einen dem Sperminähnlichen Stoff enthalten. Benutzt wird das rothe Knochenmark der Schafe, Kälberund Rinder.
Rothes Knochenmarkextrakt von Hall. Das rothe Knochenmark aus12 Schafrippen wird mit 500,0 g Glycerin angerieben, 4 Tage lang im Eisschrankemacerirt und filtrirt. Gabe: drei bis viermal täglich 1 Theelöffel voll in Fällen schwererAnämie.
Medulla ossium rubra sicca. (Medulla bone.). B. W. & Co. Das getrock-nete, rothe Mark der .Rumpfknochen von Rindern. Wird zu 0,2 g mehrmals täglich undin Form von Tabletten gegeben.
Myelen von Dr. R. Schulze in Herdecke; aus frischem weissen und rothen Knochen-marke gewonnen, sirupdicke Flüssigkeit, bei Skrophulose, Rhachitis, Knochenfrass, perni-ciöser und einfacher Anämie verwendet.
Ossagen von Knoll & Cie. Das fettsaure Kalksalz des rothen Knochenmarks.Gilt als normaler Bestandtheil des Markes, in dessen Fett es vertheilt ist. Weisses Pulver,bei Osteomalacie und Bhachitia angewendet. Für Kinder Einzelgabe 2—4,0 g, Tagesgabe6,0 g in Mus oder Schleim.
Opoossiinum Meeck. Aus gelbem Knochenmark; wird bei Rhachitis undOsteomalacie zu 0,2—1,0 g pro dosi und bis 6,0 g pro die angewendet.
Opomedullinum Meeck. Aus rothem Knochenmark; gegen pernieiöse Anämie.Pseudoleukämie, Chlorose und Neurasthenie. 0,2—1,0 g pro dosi, bis 6,0 g pro die.
Ossin. (Extractum ossium liquidum) Steoschein. Enthält nach Angaben dosFabrikanten 8,82 Proc. Wasser, 9,40 Proc. Salze, 0,06 Proc. Aetherextrakt, 12,1 Proc. Stick-stoff, 61,25 Proc. in 80 proc. Alkohol lösliche Stoffe. Ein dunkelbraunes, bitter schmecken-des Fluidextrakt zur Bekämpfung des Diabetes.
Man giebt die Knochenmark-Präparate Kindern und Erwachsenen bei einfacher undpernieiöser Anämie, Chlorose, Neurasthenie und Knochenerkrankungen (Osteomalacieund Rhachitis).
Leber. Hepar. Die unter dem Zwerchfell zum grösseren Theile in der rechtenHälfte der Bauchhöhle gelegene Drüse, deren Sekret die Galle ist. Man giebt entwederper rectum 100—150 g zerriebene, 12 Stunden in warmem Wasser erweichte Schweinsleberoder per os 100 g geriebene Schweinsleber in warmer Bouillon.
Hepar siceatum. Frische, entblutete Leber wird rasch, aber vorsichtig getrocknetund gepulvert. 5 Th. frische Leber geben 1 Th. des Pulvers. Innerlich 10—20 g täglich,gegen Diabetes und atrophische Lebcrcirrhose.
Heparaden Knoll & Co. 1 Th. dieses Präparates entspricht = 2 Th. frischerLeber.
Opohepatoldinum Meeck. Wird bei Hämoptoe, Icterus, Epistaxis und Leber-cirrhose zu 0,5 pro dosi zu 1,5—4,0 g pro die gegeben.