Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
413
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Myristica.

413

Grösse variirt von 3 18/k. (Fig. 44.) Endlich lässt das Endosperm nach dem EntfettenAleuronkömer erkennen, die ein grosses Krystalloid und sehr selten Glohoide enthalten.

Die dunkleren, im Querschnitt unregelmässig verlaufenden Linien gehören demPerispenn an, welches das Endosperm in dünner Schicht umgiebt und faltenförmige Vor-spränge in das Endosperm entsendet. Zahlreiche Zellen sind zu Sekretzellen umgewandelt,sie enthalten ätherisches Oel.

Bestandteile nach Koenig: Wasser 7,38 Proc, stickstoffhaltige SubstanzM9 Proc, ätherisches Oel 3,05 Proc., Fett 34,27 Proc, stickstofffreie Extrakt-stoffe 37,19 Proc, Rohfaser 9,92 Proc, Asche 2,70 Proc. In der Trockensubstanz:stickstoffhaltige Substanz 5,94 Proc, ätherisches Oel 3,29 Proc, Fett 37,00 Proe.Der Gehalt an Asche kann bei den gekalkten Nüssen erheblich höher sein, doch sollengrössere Mengen wie 5,0 Proc (0,5 Proc. in Salzsäure unlöslich) beanstandet werden. NachBosse ist der Wassergehalt bei besseren Sorten nicht höher wie 5 Proc.

Prüfung und Verfälschungen. Anfang der sechziger Jahre sind von Holznachgemachte Muskatnüsse vorgekommen.

Dagegen kommen künstliche, aus Muskatnussstücken, Mehl (z. B. Leguminosenmehl)und Thon gepresste Nüsse öfter im Handel vor, ferner sollen bei insektenstichigen Nüssendie Löcher zugeklebt werden.

Ueber die Nüsse anderer Arten vergleiche unten.

Zur Fettbestimmung zerreibt man nach Busse die Nüsse auf einem gewöhn-lichen Reibeisen, extrahirt im Soxhlet 8 Stunden mit Aether, mischt das getrocknete Pulvermit der doppelten Menge ausgeglühtem Quarzsand und extrahirt noch einmal etwa vierStunden. Zum Verjagen des mitextrahirten ätherischen Oeles lässt man den Aether ver-dunsten, giebt in den Extraktionskolben etwa 8 g ausgeglühten Quarzsand und einentarirten Glasstab und erwärmt das Gemisch im Wassertrockenschrank unter öfterem Um-rühren 5 Stunden. Busse fand den Fettgehalt bei guten Nüssen zu 34,540,5 Proc DasPulver ist zu untersuchen auf eine Beimengung der gepulverten Samenschalen, die manan den plattenförmigen Stücken der Oberhaut mit anhaftenden Pigmentzellen und den meistin Bündeln vorhandenen Palissaden leicht erkennt.

Aufbewahrung. Anwendung. Es gilt hier für die Muskatnüsse dasselbe, wieftir Macis (s. oben). Innerlich zu 0,51,5, wobei daran zu erinnern ist, dass schon nachdem Genuss einer halben Nuss Vergiftungserscheinungen beobachtet wurden. Auch hier«mpfiehlt es sich, ein mit Milchzucker zu gleichen Theilen hergestelltes, feines Pulver vor-räthig zu halten.

Man verwendet weiter aus den Nüssen:

a) das im Perisperm enthaltene ätherische Oel:

Oleum Myristicae (Brit. U-St). Oleum Nucis moschatae aethereum. Muskat-nussöl. Essence de Muscade. Oil of Nutuieg.

Darstellung. Zur Gewinnung des Muskatnussöles werden meist madige, zu an-deren Zwecken unbrauchbare Nüsse verwendet. Die Ausbeute schwankt je nach der Be-schaffenheit des Materials zwischen 8 und 15 Proc

Eigenschaften. Dünne, farblose, bei längerem Aufbewahren durch Sauerstoffauf-nahme dicker werdende Flüssigkeit von charakteristischem Muskatgeruch und gewürzhaf'temGeschmack. Spec. Gew. 0,8650,920 (0,8700,900 U.-St, 0,8700,910 Brit.). Drehungs-winkel (100 mm-Rohr) -{-14 bis -f28°. Löslich im Verhältniss von 1:1 in einerMischung von gleichen Theilen Spiritus und absolutem Alkohol.

Bestandteile. Die Zusammensetzung des Muskatöles ist soweit bekannt, die-selbe wie die des Macisöles (siehe dieses auf S. 412).

b) Das im Endosperm enthaltene fette Oel, das zugleich zum grossen Theil auchdas ätherische Oel enthält:

Oleum Myristicae (Helv.). Oleum Myristicae expressum (Austr.). OleumSucistae (Germ.). Balsamum Nucistae. Oleum Kuci's moschatae expressum. Buty-