Mentha.
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Folia Menthae crispae (Austr. Ergänzt).). Herba Menthae crispae. — Kranse-minzblättcr. Krauseminze. Volksthümlich: Balsamkraut. Brauiiheilig. Daumen-thee. Wolgemuth. — Feuille de menthe crepue. Herbe de mentke frisee. —Curled-inint Leaves. Balm-mint Leaves.
Einsammlung und Aufbewahrung. Die Blätter werden von der angebautenPflanze zur Zeit der Blüthe gesammelt, schnell im Schatten getrocknet, von den dickerenStengeln befreit und in dichtverschlossenen Blechbüchsen an einem schattigen Orte auf-bewahrt. Austr. lässt auch die Blätter anderer, krausblätteriger Varietäten zu und schreibtjährliche Erneuerung vor. 5 1 /» Th. frische Blätter geben 1 Th. trockene.
Anwendung. Wie Folia Menthae piperitae. Ausserdem als Bestandtheil aroma-tischer Wässer.
Oleum Menthae Crispae, Oleum menthae viridis. — Krauseminz- oder Speer-minzöl. — Essence de Menthe Crepue. — Oil of Spearmint.
Herkunft. Das meiste im Handel befindliche Krauseminzöl wird nicht aus dem Kraut«einer der krausen Minzenformen, sondern der Mentha viridis L. in Amerika, oder auch in Eng-land destillirt. In Deutschland wird Krauseminzöl nur in ganz unbedeutender Quantitätaus den beim Trocknen erhaltenen Abfällen gewonnen. Die Oelausbeute beträgt ausfrischem Kraute 0,15—0,3 Proc. Beide Oele sind übrigens vollkommen gleichwerthig undkaum von einander zu unterscheiden.
Eigenschaften. Farblose oder gelbe bis grünliche Flüssigkeit von dem charakte-ristischen, intensiven und ausserordentlich anhaftenden, wenig angenehmen Geruch derPflanze. Spec. Gewicht 0,920—0,940 (TJ.-St.), 0,930—0,940 (Brit.). Drehungswinkel(100 mm-Rohr) —36 bis —48°. Löslich im gleichen Theile eines Gemisches von abso-lutem Alkohol und Spiritus (TJ-St. Brit.).
Bestandtheile. Von Terpenen C 10 H 1( enthält Krauseminzöl Links-Limonen undwahrscheinlich auch Links-Pinen. Von sauerstoffhaltigen Antheilen ist Links-Carvon zunennen, das im Oele in ziemlich grosser Menge vorkommt. Den Träger des specifischenKrauseminzaromas kennt man noch nicht.
Aqna Menthae crispae (Ergänzb.). Krauseminzwasser. 1 Th. Krauseminz-blätter übergiesst man mit q. b. Wasser und destillirt 10 Th. ab. Anfangs trübe,«päter klar.
Sirupus Menthae crispae (Ergänzb.). Krauseminzsirup. 2 Th. mittelfein zer-schnittene Krauseminzblätter befeuchtet man mit 1 Th. Weingeist, lässt mit 12 Th. Wasser24 Stunden stehen, presst, filtrirt und stellt aus 8 Th. Filtrat und 12 Th. Zucker 20 Th.Sirup her. Die Klärung des Auszuges wird durch Zusatz von Filtrirpapiermasse be-■chleunigt.
Tinctura Menthae crispae. Krauseminztinktur. 1 Th. fein zerschnittene Krause-minzblätter, 5 Th. verdünnter Weingeist.
III. Mentha Plllegium L. Heimisch im Mediterrangebiet und im Orient, nördlichbis England und Schweden. Mit stark verzweigtem, oft niederliegendem Stengel, kleinen«förmigen, ganzrandigen oder schwach gezähnten Blättern, Blüthen in kugeligen Schein-wirteln. Kelch glockig oder röhrig, schwach zweilippig mit innen behaartem Schlünde.Blumenkronröhre vorne unterhalb des Saumes mit behaartem Schlünde. Liefert:
Folia Menthae Pulegii. Poleiblätter. Sommite fleurie de menthe Pouliot•u de pouliot coinmun (Gall.).
IV. Mentha Viridis L. In Europa und auf den canarischen Inseln heimisch, viel-fach kultivirt (z. B. England und Amerika) und aus den Kulturen verwildert. Fast kahl,mit lanzettlichen oder eilanzettlichen, seltener elliptischen, gesägten Blättern. Blüthen inScheinwirteln, die terminale Ähren bilden. Kelch glockig mit meist pfriemlich-fädigenZipfeln, seine Basis kahl. Blumenkrone mit cylindrischer, nach oben erweiterter Bohre»it innen kahlem Schlünde. Liefert:
Folia Menthae viridis s. Romanae. Mentha viridis (U-St.). — SommiteSeurle de menthe verte (Gall.). — Spearmint Leaves.