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Mastix.
Einsammlung. Anwendung. Man sammelt das Kraut in der Blüthezeit,Juni bis August. Der weinartige Geruch geht beim Trocknen verloren. 4 Th. frischesKraut geben 1 Th. trockenes. — Ein heute veraltetes Bittermittel.
Extractum Marrubii: Wie Extract. Absinthii Helv. (Bd. I, S. 408) zu bereiten.Gabe 1—2—3 g mehrmals täglich.
Karpathischer Kräuterthee von A. Mervay in Pest besteht aus dem Kraut vonMarrubium vulgare, Helianthemum vulgare und ungeschältem Süssholz.
II. Marrubium paniculatum L, M. creticum Milk, M. peregrinum L. in
Südeuropa liefern Herba Marrubii peregrini.
Mastix.
Mastiche (Austr. U-St). Mastix (Ergänzb.). Gummi Mastiche. Resina Mastix.Gummi Lentisci. — Mastix. — Mastic (Gall.). — Mastic.
Abstammung und Beschreibung. Mastix ist das Harz der PlStacia Lentis-CU8 L. var.: Chia DC, einer auf der Insel Chios gezogenen Kulturform des Baumes.Das Harz ist in schizogenen Sekretgängen der Binde enthalten, aus denen es nach senk-rechten Einschnitten ausfliesst. Ein Baum kann bis 5 Kilo Harz innerhalb zwei Monatenliefern.
Es bildet bis 2 cm -im Durchmesser haltende Körner, die stets wie bestäubt aus-sehen. Frisch ist es grünlich, später farblos, gelblich oder etwas röthlich, meist etwastrübe. Geruch und Geschmack eigenthümlich aromatisch, kaum bitter. Die Körner sindspröde und brechen muschelig. Im Munde gekaut, erweicht das Harz (Unterschied vonSandarak). Spec. Gew. 1,07—1,074. Erweicht bei 99° C, schmilzt bei ungefähr 105 bis120° C. Frisches Harz soll leichter schmelzen wie älteres. Völlig löslich in Aether,Amylalkohol, Benzol, theilweise löslich in Alkohol, Methylalkohol, Aceton, Eisessig, Chloro-form, Terpentinöl, wenig löslich in Schwefelkohlenstoff, unlöslich in Petroläther (dochgiebt es Sorten, die wenigstens theilweise darin löslich sind).
JBestandtheile. 1—2 Proc. farbloses ätherisches Oel von kräftig-balsamischemGeruch, das als Hauptbestandtheil d-Piuen enthält. a-Harz = Mastixsäure C 40 H 61 O 4zu 80—90 Proc, in kaltem Alkohol löslich. /?-Harz = Masticin C 40 H 64 0 und Bitter-stoff.
Verfälschungen. Als solche kommen vor: Sandarak, Colophonium, KesinaPini und angeblich auch Seesalz. Besonders das Pulver ist Verfälschungen reichlichausgesetzt.
Andere Sorten. Indischer oder römischer oder Bombay-Mastix vonPistacia cabulica Stokes und Pistacia Khinjuk Stokes, selten im Handel. —Gommart Gummi von Bursera gummifera L.
Amerikanischer Mastix von Schinus molle L. (Anacardiaceae) bildetröthlich-gelbe Stücke, die beim Kauen erweichen und bitter schmecken. Enthält 60 Proc.Harz und ätherisches Oel und 40 Proc. Gummi.
Prüfung. Zum Nachweis von Sandarak ist folgendes zu berücksichtigen: Eserweicht nicht beim Kauen, sondern zerbröckelt, es ist in 60 proc. Chloralhydratlösung sogut wie unlöslich, Mastix ist darin theilweise löslich, in 80 proc. Chloralhydratlösung sindbeide löslich. Endlich ist Sandarak in Terpentinöl weniger löslich.
Zum Nachweis von Colophonium empfiehlt man die STORCH-MoKAwsKi'scheBeaktion: Das Harz wird in Essigsäure gelöst, auf Zusatz von Schwefelsäure tritt beiGegenwart von Colophonium eine rothe Farbe auf.
Wichtig ist die Bestimmung der Säurezahl: 1 g Mastix übergiesst man nachK. Dietbmch mit 50 ccm Benzin (0,70 spec. Gew.) und 20 ccm alkohol. '/j-Normal-Kali-lauge und stellt in wohlverschlossener Stöpselflasche 24 Stunden bei Seite. Dann titrirtman ohne Wasserzusatz mit '^-Normal-Schwefelsäure und Phenophtalein zurück. Die ver-