Magnesium carbonicum.
321
Magnesia-Mixtur. Reagens zur analytischen Bestimmung der Phosphor-säure. Man löst 100 Th. kryst. Magnesiumchlorid und 140 Th. Ammoniumchlorid in1300 Th. Wasser und fügt 700 Th. Ammoniakflüssigkeit von 10 Proc. hinzu. Nach mehr-tägigem Absetzen wird filtrirt.
II. Magnesium hypochlorosum (Magnesia chlorata). Chlormagnesia. Magne-siumhypochlorit. Wird auf folgende Weise dargestellt: 10 Th. Chlorkalk werden mit200 Th. kaltem (!) Wasser angerieben, häufig durchgeschüttelt, dann filtrirt. Das FiltratWird mit einer erkalteten (!) Lösung von 10 Th. krystall. Magnesiumsulfat in 20 Th.Wasser vermischt und nach einstündigem Absetzen filtrirt. Das Filtrat betrage 200 Th.und enthalte 1 Proc. wirksames Chlor. Ueber die Bestimmung desselben siehe Bd. I, S. 819.Die Bereitung erfolgt stets ex tempore.
Das Magnesiumhypochlorit wird wie eine Chlorkalklösung zum Verbände von Wunden,zu Mundspülwässern angewendet und der Chlorkalklösung vorgezogen, weil sie nichtkaustisch wirkt. In der Technik dient sie als Bleichmittel. Die Bleichflüssigkeiten vonRamsay und Gkoüvelle sind Magnesiumhypochloritlösungen.
III. Magnesium bromatum. Magnesiumbromid. Brommagnesinm. MagnesiiBromidum. Biomure de magnesie. MgBr. 2 -f6II 2 0. Mol. Gew. = 292.
Zur Darstellung neutralisirt man 160 Th. Bromwasserstoffsäure von 25 Proc.•Bit 10 Th. Magnesiumoxyd, dampft die filtrirte Lösung zur Sirupkonsistenz und lässt imExsikkator krystallisiren.
Aus der koncentrirten Lösung scheidet sich das Salz HgBr 2 -|-6H a O j n f aT blosen,leicht zerfliesslichen Krystallen aus. Ist zu irgend einem Zwecke das wasserfreie SalzHgBr 9 vorgeschrieben, so hat man von dem wasserhaltigen Magnesiumbromid (MgBr 4 --)-6H 2 0) die 1,586 fache Menge anzuwenden.
Das wasserfreie Salz wird durch Einwirkung von Bromdampf auf weissglühendesMagnesium dargestellt. Es ist lediglich ein Sammlungs-Präparat.
Das krystallisirte Magnesiumbromid findet in der Therapie Anwendung als Nervinumin derselben Weise und in den nämlichen Gaben wie Kaliumbromid; ferner wird es in deiMineralwasserfabrikation angewendet.
Magnesium carbonicum.
I. Magnesium carbonicum leve. Magnesium carbonicum (Austr. Germ. Helv.).Carbonate de magn6sie officinal (Gall.). Magnesii Carbonas (U-St.). Magnesii Car-bonag levis (Brit.). Light Magnesium Carbonate. Magnesium bydrico-carbonicum.Magnesium subcarbonicum. Magnesia alba. Magnesiumsubkarbonat. Magnesium-karbonat. Basisch-kohlensaure Magnesia. Kohlensaure Magnesia. Magnesia. An-nähernd. 3(MgCO a ). Mg(OH) a + 3H s O.
Darstellung. Man löst 125,0 g krystall. Magnesiumsulfat in 1 Liter kaltemWasser, ferner 150,0 g krystall. Natriumkarbonat in 1 Liter Wasser, mischt beideLösungen, erhitzt die B.eaktionsflüssigkeit und erhält sie 15 Minuten lang im Sieden.Dann sammelt man den Niederschlag auf einem leinenen Kolatorium, wäscht ihn mitsiedendem Wasser bis zur Beseitigung der Sulfate aus und trocknet ihn bei einer 100° C.nicht überschreitenden Temperatur (Brit.). — Die Darstellung dieses Salzes wird übrigenslicht im pharmaceutischen Laboratorium vorgenommen, sondern geschieht in chemischenFabriken.
Eigenschaften. In den Handel gelangt das Magnesiumkarbonat in Form sehrweisser, backsteinförmiger, specifisch leichter Stücke, welche beim Beiben durch ein Haar-
Handb. d. pharm. Praxis. II. 21