Hyoscyamus.
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Flüssigkeit genau so, wie bei Extr. Digitalis duplex Helv. (Bd. I, S. 1041) angegeben,100 Th. trockenes Extrakt dar. Grösste Einzelgabe 0,05 g, grösste Tagesgabe 0,15 g.
Austr.: Extractum Hyoscyami foliorum. Bilsenkrautblätter-ExtraktWird aus gepulverten Blättern wie Extr. Aconiti radicis (Austr. Bd. I, S. 155) bereitet.Ausbeute etwa 22 Proc. Grösste Einzelgabe 0,1 g, grösste Tagesgabe 0,5 g.
Brit.: Extractum Hyoscyami viride. Green Extract of Hyoscyamus.Frische Blätter, blühende Spitzen und junge Triebe vom Bilsenkraut zerstösst man, presstaus, erhitzt den Saft nach und nach auf 54,4° O. und sammelt das abgeschiedene „Chloro-phyll" auf einem Kattunfilter. Die Flüssigkeit erhitzt man auf 93,3° O., fdtrirt, dampft zumSirup ein, fügt das durch ein Haarsieb getriebene Chlorophyll wieder zu und dampft beihöchstens 60° C. zum weichen Extrakt ein. Gabe 0,1—0,5 g.
U-St.: Extract of Hyoscyamus. Aus 1000 g gepulvertem Bilsenkraut (No. 60)und einer Mischung von 2000 ccm Weingeist (91 proc.) und 1000 ccm Wasser im Ver-drängungswege. Man befeuchtet mit 400 ccm, erschöpft 1 ) zuerst mit dem Best des Lösungs-mittels, dann mit verdünntem Weingeist (41 proc), und sammelt etwa 3000 ccm Perkolat.Die ersten 900 ccm fängt man für sich auf, dampft das übrige auf 100 ccm, dann dasGanze zur Pillenkonsistenz ein.
Gall.: 1) Extractum Hyoscyami. Extrait de jusquiame avec le suc. Ausfrischen zur Zeit der Blüthe gesammelten Blättern wie Extr. Conii macul. Gall. (Bd. I,S. 947) zu bereiten. — 2) Extractum de semine Hyoscyami. Extrait de jus-quiame (Semence). Aus gepulverten Bilsenkrautsamen wie Extr. de radice Belladonn.Gall. 2, (Band I, S. 469).
E. Dietebich: Extractum Hyoscyami solidum. Bilsenkraut-Dauer-extrakt. Aus fein zerschnittenem Bilsenkraut wie Extr. Uvae Ursi solidum (Bd. I, S. 363).Zur Alkaloidbestimmung des Extraktes werden nach Paktheil 2 g desselbenmit 3 g Wasser im Mörser zerrieben und mit 10 g grob gepulvertem Aotzkalk unter Ver-meidung von Erwärmung vermischt. Das trockne pulverige Gemisch wird im Soxhlet mitAether extrahirt, wozu meist eine Stunde ausreicht. Man fängt zum Schluss, nachdemman den Extraktionskolben abgenommen hat, einige Tropfen im Uhrgläschen auf, lässtverdunsten, nimmt mit lproc. Salzsäure auf und prüft mit MEYER'schem Reagens, obkerne Trübung mehr entsteht. Ist dies der Fall, so muss von neuem extrahirt werden.Dann destillirt man im Extraktionskölbchen den Aether ab, nimmt den Rückstand unterErwärmen mit 75 ccm ^„„-N.-Schwefelsäure auf, filtrirt durch ein kleines Filter in einen100 ccm-Kolben, wäscht Filter und Kölbchen gut nach, füllt zu 100 ccm auf, giebt vonder Lösung 50 ccm in eine 250 ccm haltende Stöpselflasche, giesst auf die Flüssigkeit einefingerhohe Aetherschicht und einige Tropfen Jodeosinlösung und titrirt mit ^„„-N.-Kali-lauge zur Rothfärbimg der wässerigen Schicht. 1 ccm der verbrauchten ^„„-N.-Säure =0,00289 g Alkaloid. — Nach derselben Methode kann auch Extr. Belladonnae, Conii,Aconiti geprüft werden. Bei Extr. Conii beträgt die Extraktionsdauer aber bis 3 Stun-den. Es entspricht dann 1 ccm ^„„-N.-Säure 0,00533 g Aconitin und 0,00127 g Coniin.Für Extr. Belladonnae ist die Berechnung dieselbe wie für Extr. Hyoscyami.
t Extractum Hyoscyami fluidum. Bilsenkraut-Fluidextrakt. Extraitfluide de jusquiame. Fluid Extract of Hyoscyamus. Helv.: 100 Th. Bilsen-kraut (V) bringt man, mit einer Mischung aus 10 Th. Glycerin, 15 Th. Weingeist, 20 Th.Wasser befeuchtet, in einen Perkolator und erschöpft 1 ) mit q. s. einer Mischung von 2 Th.Wasser und 1 Th. Weingeist (94 proc). Die ersten 85 Th. fängt man für sich auf undbereitet 1. a. 100 Th. Fluidextrakt. Dunkel grünlichbraun. 20 Tropfen geben mit 9 ccmWasser eine leicht schillernde oder klare Lösung, die durch 5 Tropfen verdünnte Salz-säure und 1 ccm Meyer's Reagens undurchsichtig getrübt, dann flockig gefällt wird. —Grösste Einzelgabe 0,1 g, grösste Tagesgabe 0,3 g.
U-St.: Aus 1000 g gepulvertem Bilsenkraut (No. 60) und einer Mischung von2000 ccm Weingeist (91 proc.) und 1000 ccm Wasser im Verdrängungswege. Man be-feuchtet mit 400 ccm, fängt die ersten 900 ccm für sich auf und stellt 1. a. 1000 ccmFluidextrakt dar. Man gebraucht etwa 4000 ccm Lösungsmittel.
Die Bilsenkraut-Extrakte sind vorsichtig aufzubewahren. Man gebraucht sie inner-lich als Zusatz zu Hustenmitteln, äusserlich zu Augenwässern, Linimenten, Salben, auchzu Klystieren.
Oleum Hyoscyami (Germ. Helv.). Oleum Hyoscyami foliorum coctum(Austr.). Ol. Hyoscyami infusum. — Bilsenkrautöl. Bilsenöl. Gekochtes Bil-senkrautöl. — Huile de jusquijame (Gall.). — Infused oil of Hyoscyamus [Nat.form.). Germ.: 4 Th. mittelfein zerschnittenes Bilsenkraut befeuchtet man mit ö in.Weingeist, mischt nach einigen Stunden 40 Th. Olivenöl hinzu, verjagt den Weingeist imDampfbade, presst und filtrirt. - Helv. Austr.: Aus 1 Th. grob gepulvertem Bilsenkraut,
') VergL Band I, S. 1074 und Fussnote S. 925.