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2 (1920)
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Hyoscyaminum.

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Reducirsalz der Badischen Anilin- und Sodafabrik, ein photographiacherEntwickler, ist Hydroxylaminchlorhydrat.

t HydrOXylaminum SUlfuriCUm. Hydroxylaminsnlfat. Schwefelsaures Hy-droxylamin. (NH 2 . 0H) 2 . H 2 S0 4 . Mol. Gew. = 164.

Farblose, monokline Prismen, in Wasser und in Alkohol löslich, bei 140° C.schmelzend.

Hyoscyaminum.

I. ff Hyoscyaminum (Ergänzb.). Hyoscyamine (Gall.). Hyoscyamin. C 17 H MNO,. Mol. Gew. = 289. Kommt neben Scopolamin (Hyoscin) besonders in den Samenund Blättern von Hyoscyamus niger L. vor.

Darstellung. Diese erfolgt aus den Samen von Hyoscyamus niger L. in dernämlichen Weise wie diejenige des Atropins aus der Belladonnawurzel (s. Bd. I, S. 425),wobei indessen folgendes zu beachten ist: Die Abscheidung des Alkaloids aus seinerschwefelsauren Lösung geschieht durch Kaliumkarbonat (nicht Kalihydrat). Da es inWasser verhältnissmässig leicht löslich ist, so muss die alkalische Lösung gründlich mitChloroform oder Aether ausgeschüttelt werden. Man muss bei der Darstellung vermeiden,auf das freie Alkaloid bei erhöhter Temperatur Alkalien einwirken zu lassen, weil sonstdas Hyoscyamin in Atropin übergeführt werden kann.

Eigenschaften. Feine weisse, lockere Nadeln, welche im reinen Zustande bei108,5° C. (Ergänzb. 106108» C, Gall. 108° C.) schmelzen. Sie lösen sich in Wasser undverdünntem Alkohol leichter als Atropin; die Lösungen reagiren gegen Phenolphthaleinalkalisch und besitzen bitteren, kratzenden Geschmack. Leicht löslich in Alkohol, Aetherund in Chloroform. Die Lösungen lenken die Ebene des polarisirten Lichtes nach links ab(Atropin ist optisch inaktiv) [a] D = 20,97*.

Das Hyoscyamin steht zum Atropin in den engsten Beziehungen. Entweder sindbeide Alkaloide desmotrop, oder das Hyoscyamin ist das optisch aktive (linksdrehende) Iso-mere des- Atropins. Im übrigen ist das Hyoscyamin die labile und das Atropin die stabileVerbindung. Ueber die Ueberführung des Hyoscyamins in das Atropin s. Bd. I, S. 425.Hyoscyamin giebt die gleichen Spaltungsprodukte wie das Atropin und ebenso die gleichenchemischen Reaktionen (s. Bd. I, S. 426). Dagegen unterscheidet es sich vom Atropin infolgenden Punkten: 1) Es schmilzt bei 108,5° C. (Atropin bei 115,5° C). 2) Es ist links-drehend (Atropin optisch inaktiv). 3) Das Golddoppelsalz CH 23 N0 3 . HCl -f- AuCl, kry-stallisirt gut und bildet stark glänzende goldgelbe KrystaUe vom Schmelz-P. 160162° C,welche in siedendem Wasser nicht schmelzen.

Prüfung. 1) Das Hyoscyamin sei farblos und löse sich in konc. Schwefelsäureohne Färbung auf. Diese Lösung werde auch durch Zugabe von etwas Salpetersäure nichtgefärbt (fremde Alkaloide und organische Verunreinigungen). 2) Es schmelze bei 106bis 108° C. 3) Es verbrenne auf dem Platinbleche ohne einen Bückstand zu hinter-lassen (unorganische Verunreinigungen). 4) Auf einen Gehalt an Atropin wäre durchBestimmung der specinschen Drehung zu prüfen.

Aufbewahrung. Sehr vorsichtig. Anwendung. Das Hyoscyamin istebenso wie das Atropin ein Narcoticum, soll aber angeblich etwas schwächer wirken alsdieses. Man giebt es, meist in Form seiner Salze, innerlich oder subkutan in Mengenvon 0,0010,003 g als Hypnoticum und Sedativum bei Geisteskranken. Aeusserlich indeT Augenheilkunde in den gleichen Dosen und unter den nämlichen Indikationen wieatropin (s. dieses). Höchstgaben: 0,005 pro dosi, 0,015 pro die (Ergänzb.).

II. ff Hyoscyaminum SUlfuriCUm (Ergänzb.). Hyoseyaminae Sulfas (Brit.U -St.). Hyoscyaminsnlfat. Schwefelsaures Hyoscyamin. (CH 23 NO,) 2 . H 2 S0 4 +2H, 2 0.Mo '- Gew. = 712. Die U-St. führt das wasserfreie Salz (C M HNO a )j. HjS0 4 auf. Wird