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Hydrargyrum.
Unguentum Hydrargyri cinereum in Gelatinedärmen. Quecksilbersalbe wirdin Gelatinedärme gefüllt. Letztere besitzen eine Eintheilung, welche je 1 g Salbe markirt.
Unguentum Hydrargyri cinereum in capsulis ist in Gelatinekapseln abgefülltegraue Quecksilbersalbe.
Unguentum Hydrargyri cinereum dilutum. Unguentum contra pediculos.
Eeitersalbe. Läusesalbe etc. Man bereitet sie zweckmässig aus Unguenti Hydrargyrieinerei 200,0, Sebi ovilis 150,0, Adipis suilli 250,0. Will man sie färben, so kann dies mitein wenig feinstem Russ (siebenmal gebrannt) geschehen.
In einigen Apotheken werden aus missverstandener Sparsamkeit zur Bereitung dieserSalbe alte Salbenreste verwendet. Dies Bollte unter allen Umständen unterlassen werden.Nur die frischesten Fettmaterialien sollten für diesen gangbaren Artikel verwendetwerden. (!) Wer einmal in eine Klinik für Hautkrankheiten kommt, kann sich dort tiber-zeugen, welche starken Reizungserscheinungen gerade solche ranzige Läusesalben verursachen.Daher vermeide man auch das Parfümiren und Färben derselben mit reizenden Zusätzen.
WElDENBAUM'sclie Salbe zur Behandlung der Variola. Rp. Unguenti Hydrar-gyri cinerei 1,0, Saponis kalini 2,0, Glycerini 4,0.
Feststellung des Quecksilbergehaltes. Man bringt 3,0 g Quecksilbersalbe inein trockenes, gewogenes Kölbchen, übergiesst mit 80 cem Aether und lässt unter ge-legentlichem Umschwenken bis zur Auflösung des Fettes stehen. Dann giesst man dieAetherlösung sorgfältig ab, behandelt den Rückstand noch 2—3 mal in gleicher Weise,dunstet die letzten Antheile des Aethers bei etwa 40° C. ab, trocknet alsdann 5 Minutenim Wasserbadtrockenschranke und wägt. Das erhaltene Gewicht mit 33,33 multiplicirtgiebt direkt den Procentgehalt der Salbe an Quecksilber an. Sollte eine Beimengungfremder Substanzen möglich sein, so würde das Quecksilber in Salpetersäure zu lösen undnach Seite 24 No. 3 zu bestimmen sein.
Amalgame. Man versteht hierunter Auflösungen anderer Metalle in Quecksilber.Diese sind zum Theil nicht blosse Mischungen, sondern stehen jedenfalls den chemischenVerbindungen näher.
Amalgame für Elektrisirmaschinen. I. Kiekmeyer's Amalgam. Zinn undZink, von jedem 30,0, werden in Gestalt kleiner Raspelspäne in einem eisernen Pillen-mörser im Wasserbade erhitzt, mit 60,0 Quecksilber versetzt und mit dem Pistill zerrieben,bis sie eine gleichmässige metallische, breiige Masse bilden. (Das Zerreiben ist an derfreien Luft vorzunehmen.) Das Amalgam wird in einem verschlossenen Glasgefässe auf-bewahrt. — II. Zink-Amalgam. 100,0 in feinere Raspelspäne verwandeltes Zink, circa200,0 reines Brennpetroleum, hierauf 200,0 gereinigtes Quecksilber werden in einem por-cellanenen Mörser zusammengerieben, bis eine breiige Masse entstanden ist. Diese wirdin einem leinenen Kolatorium ausgedrückt, um sie von überschüssigem Quecksilber undPetroleum so viel als möglich zu befreien und einige Tage an einen freien Ort gestellt,damit sie erhärte. Zum Gebrauch wird das Amalgam zu Pulver zerrieben und mitSchweinefett oder Paraffinöl gemischt.
IV. Emplastrum Hydrargyri (Austr. Brit. Germ. Helv. U-St). Emplastrum mer-enriale. Quecksilberpflaster. Mercnrial-Pflaster.
Austr. Hydrargyri 100,0 werden verrieben mit Lanolini (cum aqua) 50,0 und mitEmplastri adhaesivi (Austr.) 350,0, die geschmolzen und fast wieder erkaltet sind, gemischt.
Brit. Man löst unter Erwärmen Sulfuris depurati 0,5 in Olei Olivarum 3,5, tödtetdamit Hydrargyri 82,0 und mischt dies zu fast erkaltetem Emplastri Plumbi 164,0.
Germ. Hydrargyri 200,0 werden mit Terebinthinae 100,0 unter Zusatz von wenigTerpentinöl getödtet und mit einer geschmolzenen und wieder fast erkalteten Mischungvon Emplastri Plumbi 600,0 und Cerae flavae 100,0 verrührt.
Helv. Man tödtet Hydrargyri 20,0 mit Adipis Lanae 10,0 und Tincturae Benzoösaetherea 1,0 und vermischt mit Emplastri Plumbi 50,0, Cerae flavae 10, Elemi, Terebin-thinae ää 5,0.
U-St. Man tödtet Hydrargyri 300,0 mit Hydrargyri olemici 12,0 und vermischtmit Emplastri Plumbi simplicis q. b. zum Gesammtgewicht 1000,0.
V. Amalgame ZUr Zahnfüllung. Man kann im allgemeinen zwei Arten unter-scheiden. Die eine umfasst diejenigen Mischungen, welche bereits soviel Quecksilber ent-halten, dass sie durch leichtes Erwärmen plastisch werden, also die fertigen Amalgame.