Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
7
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

(

Helleborua. 7

Anwendung. Das Helenin wird als innerliches Antisepticum bei Malaria, Tuber-kulose, katarrhalischen Diarrhöen, Keuchhusten, chronischer Bronchitis angewendet. Mangiebt es zu 0,01 g pro dosi in Pulverform und zwar 10 mal am Tage. Dem Urin zuge-setzt, soll es denselben noch in einer Verdünnung von 1:10000 vor Fäulniss schützen.

\

Helleborus.

Gattung der BanuncnlaceaeHelleboreae.

I. f Helleborus Viridis L. Heimisch in Mittel- und in Südeuropa. Mit kriechen-dem, verzweigtem, 10 cm langem und 1 cm dickem Rhizom von braunschwarzer Farbe unddurch die Blattnarben geringelter Binde und bräunlichem Holze. Grundblätter gross, lang-gestielt, mit 712 fussförmig gestellten, oft noch getheilten Blättchen, die breit-lanzett-lich und grob gesägt sind. Schaft bis zu 50 cm hoch, am Grunde mit einigen Nieder-blättern und am Grunde der Aeste mit getheilten Blättern. Kelch und Blumenblättergelblich-grün. Verwendung findet das Rhizom mit den Wurzeln:

f Radix Hellebori viridis (cum herba). llhizoma Hellebori viridis. RadixHellebori. Grüne Nieswurzel. Grüne Christwurz.

Beschreibung. Rhizom mit dicker Rinde, im Holz 46 oder mehr Xylembündel,die durch breite Markstrahlen getrennt sind. Die Wurzel ebenfalls mit dicker Rinde, dievom Centralcylinder durch die sehr deutliche Kernscheide getrennt ist. Die Gefässbündellassen meist noch den primären, radialen Bau erkennen.

Geschmack intensiv bitter, hintennach scharf und brennend, Geruch der frischenDroge rettigartig, beim Trocknen verschwindend.

Bestandtheile. 2 Glukoside; beide krystallisirbar: Helleborin (C 6 H 10 0)x, wirdmit koncentrirter Schwefelsäure roth, liefert mit verdünnten Mineralsäuren Glukose undHelleboresin C, 0 H 38 O 4 . Hellebore'in C 3 ,H 56 0 18 , wird mit koncentrirter Schwefelsäurebraunroth, dann mehr violett, liefert mit verdünnten Mineralsäuren Glukose: HelleboretinC u H 20 0, und Essigsäure. Der Sitz der Glukoside in der Pflanze soll das Parenchym sein.

Verweclislungen. 1) Helleborus niger (vergl. unten). Da man die Drogegewöhnlich mit den Grundblättern sammelt, ist sie leicht zu erkennen.

2) Actaea spicata L. Das Rhizom ist grösser, holziger, der Holzkörper derWurzeln bildet ein Kreuz.

3) Adonis vernalis L. Rhizom schwarz, die Gefässe stehen in deutlichen, radialenReihen, Holzkörper der Wurzeln rund oder fünfstrahlig (vergl. auch Band, I S. 161).

Einsammlung, Aufbewahrung. Man sammelt die Droge im Mai und AnfangJuni, nach Ph. Germ. I im Frühjahr vor der Blüthe oder im Herbst, wäscht und trocknetsie. 3 Th. frische geben 1 Th. trockne. Das Pulvern ist mit den üblichen Schutzmassregeln(Gesichtsmaske etc.) vorzunehmen; die Wurzelblätter werden vorher beseitigt Vor-sichtig aufbewahren.

Anwendung. Wirkt ähnlich wie Digitalis. Grosse Dosen erzeugen Reizung derSchleimhäute, sie rufen Erbrechen und Durchfälle hervor. Diese Wirkungen kommen be-sonders dem Hellebore'in zu, Helleborin wirkt lähmend.

Bisweilen noch in der Thierheilkunde und als Bestandtheil von Niesepulvern. Inner-lich: Dosis inaxima 0,3, pro die 1,2 (Ph. Germ. T).

f Extractum Hellebori viridis. Extr. Hellebori. 1 Th. grob gepulverte Nies-wurzel digerirt man je 3 Tage mit 500, dann mit 300 Th. verdünntem Weingeist unddampft die filtrirten Pressflüssigkeiten zum dicken Extrakt ein. Ausbeute etwa 14 Proc.Höchstgabe 0,1, auf den Tag 0,4. Vorsichtig aufzubewahren.

f Tinctura Hellebori viridis. Tinct. Hellebori. Ph. Germ. L: Aus 1 Th.grob gepulverter Wurzel und 10 Th. verdünntem Weingeist (60proc.) durch Digestion.Höchstgabe 3,0, auf den Tag 12,0. Vorsichtig aufzubewahren.

II. f Helleborus niger L Heimisch in der Waldregion der östlichen und süd-lichen Alpen; häufig in Gärten. Grundblätter langgestielt, fussförmig, aus 79 kurz-