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Erg.Bd. (1908)
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Sanguis.

und die Flüssigkeit durch sanfte Kreisbewegungen des Gefäßes in laugsame kreisendeBewegung versetzt. Bleibt der Blutstropfen dabei an der Oberfläche, so ist die Flüssigkeitspezifisch schwerer, sinkt er auf den Boden, so ist sie leichter als das Blut. Im erstenFalle tropft man Benzol, im letzten Chloroform zu, indem man durch Neigen und Bewegendes Gefäßes für gute Mischung sorgt, ohne den Blutstropfen zur Teilung zu bringen. Manstellt nun durch das Zufügen des leichteren Benzols oder des schwereren Chloroforms dieFlüssigkeit so ein, daß nach guter Mischung der Blutstropfen frei schwebt, ohne aus-gesprochene Neigung, zu steigen oder zu fallen. Dabei muß rasch gearbeitet werden, weilsonst der Blutstropfen selbst Wasser verliert und damit sein spezifisches Gewicht ändert.(Hammekschlacl) Die Chloroform-Benzolmischung kann filtriert und wiederholt benutztwerden.

Die geformten Bestandteile des Blutes. Das Blut enthält, wie bereits er-wähnt, Blutplättchen, rote Blutkörper (Erythrocyten) und farblose Blutkörper (Leukocyten).

Die Blutplättchen sind runde oder etwas eiförmige, farblose oder schwachrosigleuchtende Scheibchen von 1,53,5 ja (1 /i. = 0,000001 m) Durchmesser, die Nuklein ent-halten und eine Bolle bei der Gerinnung des Blutes spielen. Es sind unbeständige, zuraschem Zerfalle geneigte Gebilde, die sich meist an die Wundränder ansetzen oder zu-sammenkleben, so daß sie leicht übersehen werden. Man nimmt sie am besten wahr, w r ennman vor der Blutentnahme einen Tropfen lOproz. Lösung von Natriummetaphosphat (Glüh-rückstand des Natrium-Ammoniumphosphates, das in der Lötrohranalyse als Phosphorsalzviel gebraucht wird) auf die Haut bringt und durch den Tropfen dieser Konseivierungs-flüssigkeit hindurch den zur Entnahme der Blutprobe erforderlichen Einstich macht. DieBedeutung der Blutplättchen ist noch nicht völlig aufgeklärt.

Die roten Blutkörper der Menschen wie der Säugetiere (ausgenommen Kamel,Lama und Verwandte) sind kernlose runde Scheibchen mit verdicktem Rande, die beider-seits nach der Mitte zu dünner werden. Vögel, Amphibien, Fische haben im allgemeinenkernführende ovale Blutkörper. Von den runden Blutkörpern sind die des Menschen amgrößten; sie haben einen Durehmesser von 6,59,3 (i, im Mittel 78 p und eine größteDicke von 1,9 /i. Sie sind schwerer als das Blutplasma oder als das Blutserum und sinkendaher in diesen in der Ruhe zu Boden. Darauf beruht die Möglichkeit einer genauenZählung der Blutkörper. In dem entleerten wie im defibrinierten Blute lagern sie sichbisweilen geldrollenartig aneinander. Unter dem Einflüsse von Wasser quellen die Blut-korper, die Verflachung in ihrer Mitte verschwindet mit der Färbung, und als Ergebnisdieses Hämolyse genannten Vorganges sieht man von den Körpern nur noch einenzarten, farblosen Kreis, den sogenannten Blutschatten. Bei Entziehung von Wasser durchVerdunsten (am Rande des Deckglases oder einer Luftblase) oder durch chemische Ein-wirkungen (Natriumsulfatlösung) nehmen die Blutkörper einen gezackten Rand, Morgen-sternform (sogenannte Stechapfelform) oder sonstige absonderliche Formen an. Sie be-halten jedoch ihre Form in einer Salzlösung, die ihrem osmotischen Drucke entspricht,ihnen, wie man sagt, isotonisch ist (0,61 Proz. NaCl). Das ist bei allen Arbeitenmit Blut, besonders aber bei Zählung der Blutkörper zu berücksichtigen. Da die rotenBlutkörper die Träger des Hämoglobins im Blute sind, gibt ihre Zählung auch einenMaßstab zur Schätzung' des Hämoglobingehaltes.

Die Anzahl der Blutkörper wird gewöhnlieh auf 1 cmm Blut bezogen. Darin findensich beim Manne etwa 6 Millionen, beim Weibe 44,5 Millionen rote ßlutkörper. ZurAusführung einer Zählung benutzt man einen der von der Firma Carl Zeiss (Jena) in denHandel gebrachten Blutkörper-Zählapparate (Hämocytometer) und verfährt dabeigenau nach der dem Geräte beigegebenen Gebrauchsanweisung. Ausreichend ist der Zähl-apparat nach Thuma-Zeiss mit je einer Mischpipette für rote und für weiße Blutkörper.

Den Raum, den die roten und die weißen Blutkörper einnehmen,kann man schätzen, wenn man das Blut in Capillaren, die mit Teilung versehen sindman nennt ein solches Rohr Hämatokrit bei 10000 Umdrehungen in der Minutezentrifugiert, bis der Raum, auf den die ausgeschleuderten Blutkörperchen zusammen-