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Erg.Bd. (1908)
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569
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Rhamnus.

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Rhamnus. (zu Bd. n s. 726

Gattung der Rharnnaceae-Rhamneae.

RhamnuS Purshiana D. C. Cortex Rhamni Purshianae, Cascara Sagrada.

Gewinnung. In Amerika beginnt die Rinde in einigen Gegenden bereits seltenzu werden, weil die Bäume nach dem Abschälen keine neue Rinde ansetzen und somitder Zerstörung- anheimfallen. Bin Baum gibt durchschnittlich etwa 10 engl. Pfund(1 Pfd. engl. = 0,4536 kg) Rinde, es werden also bei einer Jahresproduktion von 1 Millionengl. Pfd. rund 100000 Bäume vernichtet. Dazu kommt, daß auch durch fortschreitendeUrbarmachung des Bodens eine Menge junger Bäume ausgerodet werden.

Die Rindenernte findet gewöhnlich von April bis Juli statt, möglichst kurz nachder Regenperiode, da dann die Bäume äußerst saftreich und so am leichtesten zu schälensind. Man macht am lebenden Baume lange Einschnitte in Abständen von 510 cm ringsum den Stamm und schält die Rinde bis ungefähr 1 Fuß über der Erde ab. Danachwird der Baum gefällt und die Zweigrinde in ähnlicher Weise gesammelt. Das Trocknengeschieht sehr sorgfältig, möglichst im Schatten, da direktes Sonnenlicht die Innenrindedunkel färbt, wodurch die Droge an Marktwert verliert. In der Regel hängt man dieRindenstreifen auf Drähte, mit der Innenseite der Sonne abgewandt; nach dem Trocknenwerden die eingerollten Streifen in die handelsüblichen Stücke zerkleinert.

Bestandteile. In gewissem Gegensätze zu den früheren Befunden (Bd. II S. 727)stehen die neueren Angaben Jowetts. Mit Sicherheit wies er nur Em od in nach,doch soll dieses nach Ansicht Jowetts nicht als das laxierende Prinzip anzusehen sein.Ferner wurde eine Substanz erhalten, die wahrscheinlich identisch ist mit dem Isoemodinfrüherer Autoren, dann Glukose und ein Alkohol Rhamnol von der Formel C 20 H 34 0 unddem Schmelzp. 135°, der in der Rinde an Arachinsäure gebunden vorkommen soll.Dagegen konnten Chrysophansäure und Chrysarobin sowie Glukoside, die Oxymethylanthra-chinone liefern, nicht aufgefunden werden. Man möchte danach annehmen, daß dieInhaltstoffe je nach dem Alter der Rinde oder dem Standorte der Pflanze wechseln oderdurch die Chemikalien, die zur Isolierung der Stoffe angewandt werden, sich verändern.Im übrigen will aber Jowetts Unterschiede zwischen den Bestandteilen 1- und 3 jährigerRinden nicht gefunden haben.

Eine für die Praxis beachtenswerte Angabe macht Panchaud, nämlich daß die zurEntbitterung von Sagradarinde zwecks Extraktbereitung verwendete Magnesia nebendem Bitterstoff auch Oxymethylantbrachinone, also wirksame Bestandteile der Rinde, bindet.Die betreffende Verbindung ist in verd. Alkohol, der als Extraktionsmittel meist inAnwendung kommt, unlöslich und geht somit der Wirksamkeit des Präparates verloren.Man wird daher um die Wirkung nicht zu verringern den bitteren Geschmack mitin den Kauf nehmen, oder aber an Stelle des verd. Alkohols geeignetere Lösungsmittelfinden müssen. Im Gegensatze hierzu fanden Caesar und Loketz das mit Magnesia ent-bitterte Sagrada-Fluidextrakt zuverlässig wirkend.

Prüfung, Wertbestimmung. Zur Wertbestimmung der Rinde ermittelt manderen Gehalt an Oxymethylanthrachinonen nach dem unter Rheum (S. 572) angegebenenVerfahren. Christoeoletti fand in Cascara Sagrada 1,42 Proz. Oxymethylanthrachinone.

Ph. Helv. IV enthält folgende einfache Prüfungen:

1. 0,5 g geschnittene Sagradarinde wird mit 50 ccm siedendem Wasser übergössen.Werden nach dem Erkalten 10 ccm der abgegossenen Flüssigkeit mit 10 ccm Ammoniak ver-mischt, so soll sich die Flüssigkeit orangegelb färben (Identitätsreaktion Faulbaumrindegibt hierbei Rotfärbung).

2. 0,1 g gepulv. Sagradarinde wird mit 10 Tropfen Weingeist benetzt und dann mit10 ccm Wasser aufgekocht. Nach dem Erkalten wird mit 10 ccm Äther ausgeschüttelt und3 ccm des gelb gefärbten Äthers mit 3 ccm Ammoniak ausgeschüttelt. Das Ammoniak sollnach dem Verdünnen mit 20 ccm Wasser noch deutlich gelbrot gefärbt sein (schätzungsweiseGehaltsprüfung).