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Jaborandi.
Die Abbildungen Fig\ 77, Nr. 1—7 (nach Duval) bringen die Unterschiede der einzelnen.Taborand-i-Arten deutlich zum Ausdruck; Nr. 8 zeigt die häufigste Verwechselung vonJaborandi: Blätter von Swartzia decipiens Holmes.
Von dem Handel mit Jaborandiblättem ist zu erwähnen, daß diese oderjene Sorte nicht immer in ausreichender Menge im Handel zu haben ist, so daß die Arznei-bücher gut tun, mehrere Arten für den Arzneigebrauch zuzulassen. Die z. B. vom Deut-schen Arzneibuch IV angegebenen Größenverhältnisse (8—16, meist 12 cm lang) passen aufdie Arten P. pennatifolius, P. spicatus, P. Jaborandi, die nicht alle zu den alkaloid-reichsten zählen. Den höchsten Gehalt weisen zumeist die kleinen Blätter von P. micro-phyllus auf, weshalb sie vorzugsweise zur Alkaloidfabrikation ans dem Markte genommenwerden. Im Großhandel führt man hauptsächlich nur Ceara- (große und kleine Blätter vonP. trachylophus bzw. P. microphyllus) und Paraguay-Ware (von P. pennatifolius);häufig ist die Handelsware aber ein Blättergemisch mehrerer Arten. Vor allem ist daraufzu achten, daß die Handelsware möglichst stiel- und stengelfrei und nicht durch Feuchtig-keit fermentiert (braungefärbt) ist, da braungefärbte Blätter erheblich Alkaloid verlorenhaben, wenn es nicht ganz verschwunden ist. Eine Alkaloidbestimmung ist daher beidieser Droge sehr am Platze.
Alkaloidgehalt, Inhaltstoffe, Wirkung. Der Alkaloidgehalt der einzelnenSpezies wird im Durchschnitt wie folgt angegeben: P. spicatus 0,16 Proz., P. racemosus0,35 Proz., P. trachylophus 0,40 Proz., P. pennatifolius 0,50 Proz., P. Jaborandi0,72 Proz., P. microphyllus 0,84 Proz. Als in den Jaborandiblättem vorhanden geltennach Mouketj: Pilocarpin C 11 H 16 N 2 0 2 , Pilocarpidin (Hardy) C u H w N 2 0 2 und Iso-pilocarpin (CijH^N^a); das Jaborin (Habnack und Meyer) hält man nur für ein Ge-misch der drei erstgenannten. Pilocarpidin bildet eine sirupartige Flüssigkeit, Iso-pilocarpin ein farbloses Öl. — U. St. Ph. VIII fordert mindestens 0,5 Proz. Alkaloid.
Nach Marshall wirkt Pilocarpin auf die sog. Nervenenden des Herzens und ver-mehrt in geringen Dosen die Empfindlichkeit des Vagus gegenüber einer elektrischenReizung. Isopilocarpin wirkt etwas schwächer als Pilocarpin, noch schwächer wirktPilocarpidin. Eine geringe Dosis Atropin hebt die Wirkung großer Dosen Pilocarpinzeitweilig auf.
Verfälschung. Von Marseille aus kürzlich als Ersatz für Paraguay-Jabo-randi angebotene Blätter ähnelten zwar äußerlich entfernt den Blättern von P. pennati-folius, ließen aber die charakteristischen Merkmale der Jaborandi (rotbraune Sekret-behälter, Einkerbung der Spitze) vermissen. Man bezeichnete die Blätter auch als„Feuilles de Bois d'Inde" (unter Bois d'Inde versteht man in Frankreich LignumCampechianum); auffallend war ihr spezifischer Geruch nach Nelken und Zimt zugleich,etwa wie Ol. Cinnamomi folior.
Bestimmung des Alkaloidg ehalt es nach G. Fromme:
15 g mittelfeines Pulver werden mit 150 g Chloroform und 10 g Liq. Ammon. caust.(lOproz.) bei halbstündiger Maeeration oft und kräftig durchgeschüttelt, dann das Gemischauf ein glattes Filter von 10—12 cm Durchmesser gebracht und der Trichter mit einer Glas-platte bedeckt. Sobald das Chloroform nur noch langsam abzutropft, wird etwas Wasserauf den Pulverbrei gegossen. Wenn reichlich 100 g Filtrat gesammelt sind, wird dieses ineinem Schütteltrichter mit etwa 1 g Wasser kräftig durchgeschüttelt und das Gemisch einigeZeit der Ruhe überlassen. Sobald der Chloroformauszug blank erscheint, werden davon 100 g(entsprechend 10 g Pulver) in eine Arzneiflasche von 200 ccm Inhalt abgewogen und nach-einander mit 30—20—10 ccm lproz. Salzsäure im Schütteltrichter ausgeschüttelt. Falls dievereinigten sauren Ausschüttelungen nicht frei von Chlorophyll erhalten werden, sind sie mit15—20 ccm Äther im Schütteltrichter auszuschütteln und nach dem Absetzen von diesem ver-lustlos abzufiltrieren. Das klare Filtrat wird nun mit Liq. Ammon. caustici (lOproz.) ebenübersättigt und nacheinander mit 30—20 —10 ccm Chloroform im Schütteltrichter ausgeschüttelt,die einzelnen Chloroformausschüttelungen werden in ein zuvor genau tariertes Erlenm e y ER-Kölbchenfiltriert, das Chloroform wird durch Destillieren oder Abdampfen entfernt, der Rückstand im Exsic-cator bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und danach gewogen. Gewicht X 10 = Prozentgehalt.Zur titrimetrischen Bestimmung wird der Rückstand in etwa 5 ccm Alkohol gelöst, mit etwa20 ccm Wasser und einigen Tropfen Hämatoxylinlösung versetzt, alsdann mit n/ 10 - Säure titriert.