Gummi.
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dann mit einigen Kubikzentimetern 40 proz. Formaldehydlösung versetzt und die Masse nun-mehr bis zur Paste weiter eingedickt. Diese übergießt man mit kochend heißem Wasser,wobei Formaldehydgelatine (Glutoid) ungelöst zurückbleibt.
2. Bobntbäobbs Reaktion zur Unterscheidung von Gummi und Knochenleim siehebei Dextrin S. 253.
Die oxydierende Wirkung des Gummi arabicum und die dadurch be-dingte Unverträglichkeit desselben mit zahlreichen Arzneimitteln beruht nach Boukquelotauf dem Vorhandensein ungeformter Fermente, sogenannter Oxydasen, im Gummi. Zuden mit Gummi arabicum unverträglichen Arzneistoffen gehören u. a. Morphin (wird zuOxymorphin oxydiert), Apomorphin, Eserin, Adrenalin, Isobarbaloin, Kaffee-gerbsäure, Gallussäure, Cresylol, Phenol, Pyrogallol, Naphthol, Guajakol,Eugenol, Vanillin. Wie Versuche mit Adrenalin und Eserin lehrten, trat eineoxydierende Wirkung der Gummilösung nicht ein, wenn sie vorher auf 100° C er-hitzt worden war, was die Zerstörung der Oxydase bewirkt. Aber auch eine Anzahlgalenischer Präparate, die genannte oder ähnliche, leicht oxydierbare Stoffe enthalten,sind mit Gummi arabicum unverträglich, z. B. die gerbstoffreichen Extrakte von Kola,Ratanhia, Viburnum prunifolium, Extr. Rhei, dann Opium u. a. m. Die Be-nutzung von Gummi arabicum zur Bereitung von Schüttelmixturen und dergleichenArzneien hat daher mit gewisser Reserve zu erfolgen.
Um all diesen Rezepturschwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, empfiehlt neuer-dings Bühkbr die Anwendung von sterilisiertem Gummi arabicum in der pharmazeutischenPraxis. Hierzu genügt es, das Gummi selbst oder den Mucilago etwa 1 / 2 Stunde langauf 100° zu erhitzen, wodurch die Oxydase zerstört und deren Reaktionsfähigkeit auf-gehoben wird. Der sterilisierte Mucilago soll allerdings durch das Erhitzen eine Opal-eszenz annehmen und etwas an Viscosität einbüßen, dafür aber leichter zu filtrieren sein.
Zur Prüfung, oh der so sterilisierte Gummischleim frei von Oxydase ist, läßt diePh. Helvet. IV eine Mischung aus 5 ccm des Gummischleims und 5 ccm Wasser mit5 Tropfen einer frisch bereiteten Lösung von 1 Teil Guajakharz in 100 T. Alkohol absol.versetzen; die Mischung v darf sich innerhalb 24 Stunden nicht blau färben.
Gummiarten anderer Abstammung und Herkunft. (Zu Bd.i s. 1269.)
a) Aus Europa.
Über das Gummi des Aprikosenbaumes, das ab und zu im Handel angebotenwird, macht Lemeland einige Mitteilungen. Die nuß- bis pflaumen großen Stücke besitzenbernsteingelbe Farbe, sind oft auch heller und durchscheinend, auf dem Bruche glänzendund muschelartig. Feuchtigkeit etwa 16—16,5 Proz., Asche 2,85 Proz. Die Löslichkeit inWasser beträgt etwa 76,6 Proz., das Drehungsvermögen in lOproz. Lösung ötj = — 1,93°.Von 100 Teilen Gummi konnten 66,17 T. in Zucker übergeführt werden, davon waren38,8 Arabinose und 19,8 Galactose.
b) Aus Afrika.
SterCUÜa tomentosa Guill. et Per. liefert ein vom Senegal stammendesGummi, welches dortselbst M'beppe oder Kongosita genannt wird. Es riecht nachEssigsäure, quillt in kaltem Wasser rasch auf, gibt aber keinen Schleim. In kochendemWasser sind nur 5,8 Proz. löslich.
Brachystegia spec. Benth. und Albizzia versicoior Welw., beide in Ostafrika
heimisch, ferner Cynometra Cauliflora Hk. f. in Kamerun, sämtlich den Legumi-nosen angehörig, liefern Gummiarten, die nach Thoms nur zu einem sehr geringen Teilein Wasser löslich sind, daher für eine pharmazeutische oder technische Verwendungnicht in Frage kommen. Aus dem Gummi der erstgenannten Art läßt sich durch Alkoholein Harzkörper isolieren.
Daniella thurifera Benn. (Leguminosae) und wahrscheinlich auch eine Cya-nothyrsusart sollen das aus Lagos, von der Goldküste und dem südlichen Nigerstammende Ogeagummi liefern, das zum Teil harzartigen Charakter trägt.