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Erg.Bd. (1908)
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363
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Guarana. Gummi.

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Guarana. (zuBd.1s.1266.)

Bestimmung des Koffeingehaltes in Pasta Guaranae. Nach Weiss eignetsich hierzu das KELLERsehe Verfahren mit folgender Abänderung:

6 g der gepulverten Probe werden in einem Kölbchen mit 120 g Chloroform Über-gossen, einige Minuten stehengelassen, hierauf 6 ecm Ammoniakflüssigkeit hinzugefügt unddie Mischung unter wiederholtem kräftigem Schütteln einige Stunden stehengelassen. Nachvollkommener Klärung der Chloroformlösung werden 100 g abnitriert und das Chloroformabdestilliert. Der Bückstand wird mit 3 4 ecm Alcohol absohitus Übergossen, zurTrockne eingedampft und der Rückstand bei gelinder Wärme mit einer Mischung aus 3 ecmAlkohol und 7 com Wasser aufgenommen. Sodann setzt man 20 ecm Wasser hinzu undnitriert nach einigem Schütteln durch ein kleines, mit Wasser angefeuchtetes Filter. Kolbenund Filter werden mit Wasser nachgewaschen, die Lösung zur Trockne verdampft, derRückstand bei 100° getrocknet und nach dem Abkühlen im Exsikkator gewogen. GewichtX 20 Prozentgehalt an Coffein. Gute Guarana soll davon nicht weniger als 4 Proz.enthalten. (Prüfungsvorschrift der Ph. Austriac. VIII, auch für Fol. Theae.)

Sirupus Guaranae stellt man am besten so dar, daß man die vorgeschriebene Mengegepulverter Guarana mit Wasser von 5060° 45 Stunden digeriert, dann durch Papierfiltriert und im Filtrate die nötige Menge Zucker löst. Die angegebene Temperatur darf nichtüberschritten werden, da sonst die Stärke der Guarana anfängt zu quellen, wodurch die Fil-tration des Auszuges sehr erschwert wird.

Tinctura Guaranae composita (Dresd. Vorsehr.).

Zusammengesetzte Guaranatinktur.

Ep. Guaranae plv. 40,0

Coffein! 1,0

Spiritus diluti 200,0.

Tinctura Guaranae (Dresd. Vorsehr.).Guaranatinktur.Rp. Guaranae pulv. 1,0

Spiritus diluti 5,0.

Gummi, (zu Ba.i's. 1207.)

Gummi arabicum.

Ursprung und Entstehung. G. Smith vertritt neuerdings die Ansicht, daß derUrsprung aller ausgeschwitzten Gummisorten möglicherweise bakterieller Natur ist. Alssolche gummi- und scnleimbildenden Mikroorganismen nennt er u. a. Bacterium Acaciaeund B. metarabinum. Versuche, diese Entdeckung auf industriellem Gebiete nutzbar zumachen (Gewinnung von Gummi aus Kartoffelstärke-Abwässern oder aus Melasse durchBakterienimpfling), sind fehlgeschlagen, da sich Gummi angeblich in Flüssigkeiten vielschwieriger bildet als in Bäumen. Smith glaubt aber, daß sich vielleicht mit der Zeitdie künstliche Anreicherung von Gummi in Bäumen durch Bakterienimpfung rationelldurchführen lasse. Gegen diese Ansicht wendet sich Ruhland, der die Meinung Smithsüber den bakteriellen Ursprung des Gummis höherer Pflanzen für unwahrscheinlich hält.Durch Versuche mit Amygdaleen- (Kirsch-) Gummi hat Ruhland nachgewiesen, daß dasvon den Pflanzen produzierte Gummi von dem Bakteriengummi chemisch deutlich ver-schieden ist. Die Veranlassung zum Gummifluß führt Busse zum Teile auf die Tätigkeitgewisser Insekten, z. B. der Ameisen, zurück. Diese Tatsache zu beobachten, hatte Bussein den deutsch-ostafrikanischen Steppen Gelegenheit. Die Tiere bahnen sich durch dieRinde der Akazien Gänge, um in das Holz zu gelangen, wo sie in Höhlungen ihre Eierablegen. Infolge dieser Bohrungen soll Gummifluß stattfinden. Das Gummi wird vonden Tieren nicht verwertet. Allerdings ist für die Gummiausscheidung nicht allein dasVorhandensein solcher Insekten, sondern auch das Alter der Bäume, Boden- und Grund-wasserverhältnisse und vor allem die Jahreszeit maßgebend.

Handel. Neuerdings erscheint der Handel des arabischen Gummis im Senegal-gebiet im Rückgange begriffen. Die Schuld hieran mißt man der Besetzung des rechtenSenegalstromufers seitens der Franzosen zu, wodurch der billige Transport an die naheWestküste gehindert und somit die Verwertung der Gummiernte lahmgelegt wird. Ech-tem Senegalgummi soll ein aus harten Chartoumgummis elegierterGeddagummi" sub-stituiert werden, wodurch die billigen Preise zustande kommen. Übrigens soll in letzter