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Erg.Bd. (1908)
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350
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Globularia. Glycerinum. Glycerini praeparata.

Beschreibung. Gl. corniculatum (roter Hornmohn) erreicht eine Höhe von1050 cm; Stengel und Blätter behaart, untere Blätter gestielt, die oberen mit abge-stutztem Grunde sitzend, fiederspaltig. Krone hochrot, mit schwarzem Fleck am Grunde.

Gl. luteum (gelber Hornmohn) wird 3060 cm hoch; Stengel fast kahl, untereBlätter gestielt, die oberen mit tief herzförmigem Grunde stengelumfassend, lappig-fieder-spaltig. Krone citronengelb, ziemlich groß.

Die Frucht ist bei beiden eine verlängerte, schotenförmige zweiklappige Kapsel,borstig rauhhaarig bzw. knotig rauh. Blütezeit Juni, Juli.

Bestandteile. Der Gehalt an Alkaloid (nach früheren Angaben Glaucin undFumarin) soll durchschnittlich 0,48 Proz. betragen, vor und nach der Blüte jedoch bis0,55 Proz. steigen. Man sammelt daher das arzneilich verwendete Kraut im Frühjahroder im Herbst. Nach R. Fisches enthält Glaucium luteum neben Glaucin C 21 H 25 N0 4auch Protopin in ziemlicher Menge in der Wurzel, außerdem noch kleine Mengen vonChelerythrin und Sanguinarin.

Anwendung und Wirkung. Man bereitet aus Kraut und Wurzel ein Fluid-extrakt, Extr. Glaucii fluid. (Gehe & Co.), mit welchem bei Diabetes (Marpmann),bei Neurasthenie und damit zusammenhängender Glukosurie (Fischer) günstige Erfolge er-zielt worden sind. Man gibt das Extrakt täglich dreimal in Dosen von x / 21 Teelöffelvor den Mahlzeiten unter Einhaltung der allgemeinen Diabetikerdiät. Selbst ohne Dia-betikerkost ist Wirkung erzielt worden.

Globularia.

Gattung der Globulariaceae.

Globularia Alypum L.

f Globularin, C 15 H 20 O s , das Alkaloid aus den Blättern von Globularia alypum undvulgaris, wirkt ähnlich dem Coffein auf Herz und Nervensystem. Aufbewahrung:Vorsichtig!

Glycerinum. (zu Bd. i s. 1219

Nachweis. Zum qualitativen Nachweise in Stoffen führt man das Glycerin inAcrolein über. Zu dem Zwecke wird die zu prüfende Substanz mit der doppelten Mengegepulverten Kaliumbisulfats gemischt, das Gemenge erhitzt und die sich entwickelndenDämpfe in einer gekühlten Vorlage verdichtet. Der Geruch des Destillates nach Acroleinund seine Aldehydreaktionen beweisen die Anwesenheit von Glycerin im Untersuchungsobjekt.(L. Grünhut.)

Glycerini praeparata.

GlyCOSalum, Äther glycerino-salicylicus, Glykosal, Monosalicylsäureglycerinester,C 6 H 4 0H. COO. C 3 H 6 (OH) 2 .

Barstellung. Nach D. R. P. 126 311 bzw. 127139 durch längeres Erwärmen vonmolekularen Mengen der Komponenten auf dem Wasserbade unter Zugabe von höchstensäquivalenten Mengen einer Mineralsäure, deren saurer Salze oder eines andern geeignetenKondensationsmittels. Dem mit Wasser verdünnten und mit Soda alkalisch gemachtenReaktionsprodukt wird das Glykosal mittels Äther entzogen. Nach dem Abdestillieren desÄthers hinterbleibt es als farbloser, allmählich kristallisierender Sirup. Durch Umkristalli-sieren aus Äther oder Benzol wird es gereinigt.

Eigenschafteil und Identifizierung. Weißes, kristallinisches Pulver, welchessich in kaltem Wasser schwer, leichter in heißem Wasser löst, sehr leicht löslich in Al-kohol, etwas schwerer in Äther und Chloroform. Schmelzpunkt 71°. Die Lösung von0,05 g Glykosal in 20 cem Wasser wird durch einen Tropfen Eisenchloridlösivng violettrot