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Erg.Bd. (1908)
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342
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Galbanum. Galega.

Verwendung. Das Rhizom bildet eine Verzweigung von 3S 1 /^ em dicken, fleischigen,teils knollenförmigen, teils zylindrischen Stücken; es trägt kleine, braune, kreisförmige,quergestellte Narben, von den Stengeln herrührend, in Abständen von etwa 0,9 cm,liier und da auch bräunliche, runde Augen von Ausläufern. Die Stärke der großenGalgantwurzel ist sehr klein, 18 u lang und 5 fi breit, von keulen- oder beuteiförmigerGestalt, meist mit etwas verschmälertem Ende; daneben finden sich kleine ovale undeinzelne gebogene oder ypsilonförrnige Körner. Kernflecke oder Schichtung fehlen. Dem-nach können die Stärkekörner recht gut als Unterscheidungsmerkmal zwischen RhizomaGalangae minoris und majoris dienen.

Galbanum. (zu Ba.i s. ii89.)

Galbanum.

Bestandteile. Tsohikch und Kmtl konnten im Handelsgalbanum keine Gal-banumsäure, wie sie Hirsciisohn gefunden haben will, nachweisen. Dieser Körper wirdmöglicherweise für identisch mit Lävopimarsäure gehalten, wonach eine Verfälschung desGalbanum mit Galipot vorgelegen haben kann.

Prüfung. Für die Bestimmung der Säurezahl hat K. Dieteeich an Stelle derbisherigen, etwas umständlichen Methode (Bd. I S. 1190) eine einfachere und bequemereausgearbeitet, die sowohl für Galbanum wie Ammoniacum anwendbar ist:

Etwa 1 g des Gummiharzes vorher möglichst fein zerrieben (kalt stellen, nichterwärmen!) kocht man zur Aufschließung nacheinander je J / 4 Stunde lang mit 50 gWasser und 100 g Alkohol am Rückflußkühler. Nach dem Erkalten ergänzt man dasGewicht (einschließlich der angewandten Substanz) auf 150 g, filtriert und setzt zu 75 gEiltrat 10 com n/ 2 . a lkokolische Kalilauge, läßt genau 5 Minuten stehen und titriertmit n/ 2 Schwefelsäure und Phenolphthalein als Indikator zurück.

Säurezahl der Handelsware 2565; Säurezahl von Galbanum depurat. 96,70114,23.Die Säurezahl liegt also bei Galbanum niedriger als bei Ammoniacum (85105). Dieverhältnismäßig weit auseinanderliegenden Grenzen haben ihren Grund in der außer-ordentlich wechselnden Zusammensetzung der Gummiharze.

Das Laretiaharz, von Laretia acaulis Guil. et Hook., einer UmbellifereChiles, untersuchte Thoms und bezeichnet es als galbanumähnlich und wenn esbillig zu beschaffen ist als Ersatz für Galbanum. In Chile wird es in der Volks-medizin verwendet. Das Harz stellt eine halbflüssige Masse mit einem auffällig an Gal-banum erinnernden Gerüche dar. Es wurden daraus ein Terpen, Umbelliferon undeine gummiartige Masse isoliert. Die für Galbanum charakteristische Salzsäurereaktionwurde auch allerdings nur schwach mit Laretiaharz erhalten.

Galega.

Gattung der Papilionaceae-Galegeae-Tephrosiinae.

Galega Officinal'lS L., echte Galei, Geisraute, heimisch in ganz Südeuropa, auchim südöstlichen Deutschland, auf sumpfigen Wiesen und an Ufern; nicht selten angepflanztund verwildert. Verwendung findet neuerdings das Kraut:

Herba Galegae, Herba Butae Caprariae.

lieschreibunff. Die Galeipflanze erreicht eine Höhe von 60120 cm, besitzt auf-rechten Stengel und unpaarig gefiederte Blättchen in einer Anzahl von 917. Letzteresind länglich lanzettlich, die Nebenblätter halbpfeilförmig, mit langer Stachelspitze ver-sehen. Die lockeren Blütentrauben sind länger als das Blatt, die Blumenkrone ist lilaoder weiß. Blüht im Juni bis August.

Anwendung. Herba Galegae ist schon früher als Galactagogum, auch als Harnund Schweiß treibendes Mittel in der Volksmedizin angewendet worden. Neuerdings