140
Brachycladus.
Wasserstoffsuperoxyd unter beständigem Rühren zugefügt. Das abgeschiedene Peiboratwird abfiltriert, mit wenig eiskaltem Wasser gewaschen und bei gewöhnlicher Temperaturgetrocknet.
Eigenschaften. Bildet, völlig rein, an trockener Luft beständige Kristalle. Beivorsichtigem Trocknen verliert das Salz nacheinander 1, 2 und 3 Moleküle Wasser undwird über Phosphorpentoxyd schließlich wasserfrei. Das sehr beständige MonohydratNaB0 3 -|-H 2 0 löst sich bei 20° in 40 Teilen Wasser, leichter in Wasser das Borsäure,Weinsäure oder Citronensäure enthält, noch leichter in Glycerin. Die wässerigen Lösungenzersetzen sich leicht unter Abspaltung von Wasserstoffsuperoxyd; bei 50° kann die Zer-setzung explosionsartig erfolgen. Verdünnte Schwefelsäure spaltet aus dem PerboratWasserstoffsuperoxyd ab, während starke Schwefelsäure Ozon und Sauerstoff entwickelt.
Anwendung. Sowohl in Pulverform als in 2,5proz. Lösung als starkes, un-giftiges und nicht saures Antisepticum. Die Lösung ist in braunen Gläsern zu dis-pensieren.
Aufbewahrung. Trocken und vor Licht geschützt.
Brachyoladus.
BrachycladllS StllCkerti (Punaria Ascochingae) ist eine in Argentinienheimische Composite. Verwendung findet das Kraut mit der Wurzel: Herba et RadixBrachycladi Stuckerti, welche beide in der Heimat der Pflanze mit gutem Erfolggegen die beim Aufenthalt in hochgelegenen Gegenden auftretende Bergkrankheit (daselbstPuna, Soracho genannt) angewendet werden. Bei längerem Gebrauch empfinden Asthma-kranke angeblich wesentliche Linderung.
Beschreibung. Die Gattung Brachyclados (Don.) besteht aus dicht verzweig-ten, strauchartigen Gewächsen mit völlig ganzrandigen linealen, zurückgerollten Blättern.Die Köpfchen sind mittelgroß, an den Zweigenden einzeln gestielt und mit einigen weit-läufigen Strahlenblüten versehen. Die Krone ist zweilippig; die Oberlippe 2teilig, dieUnterlippe 3 zähnig (bei den weiblichen Blüten stärker verlängert). Griffel kurz, 2 lappig,mit deutlichen Fegehaaren; Frucht 5rippig drüsig, mit mehrreihigen Pappusborsten. DiePflanze findet sich in den Anden von Mendoza und Nordpatagonien.
Die Pflanze soll keine Alkaloide enthalten; als wirksames Prinzip werden ein Harzund vermutlich ein Glykosid genannt.
Anwendung und Wirkung. Bei Asthma in Form von Aufguß empfohlen;die geschnittene Droge soll, zu Zigaretten verarbeitet und geraucht, sofortige Besse-rung des Asthmaanfalls bewirken. Die Brachycladus-Zigaretten, denen man prak-tischerweise zwecks besseren Brennens etwas Salpeter zusetzt, riechen angenehm nachCumarin. Die Droge wirkt in dieser Form schwächer als Cannabis Indica, hat aber derenunangenehme Nebenerscheinungen wie Kratzen im Halse usw. nicht im Gefolge. Dagegensoll andauernder Genuß deT Zigaretten Schlaf bewirken, wonach Eingenommenheit desKopfes zurückbleibt. Zehden empfiehlt, die trockene Droge zu pulvern und bei Asthmaden Rauch des angezündeten Pulvers aus einiger Entfernung einatmen zu lassen, wodurchdie Atmungsbeschwerden günstig beeinflußt werden. Dasselbe gilt bei Atmungsbeschwerdender Phthisiker, besonders bei heftigen nächtlichen Hustenanfällen.
Unter der Bezeichnung „Asthmacarbon" gelangen Tabletten in den Handel, dieaus einem Gemisch von Brachycladuspulver und Kohle (zwecks leichterer Entzündbarkeit)bestehen.