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Boldo.
Bestandteile. Murrill und Schlotterbeck fanden im Rhizom das ProtopinC 20 H 19 N0 s vom Schmp. 204° (corr. 208°), welches etwa 2 / 3 der Gesamtalkaloidmenge aus-macht. Protopin ist identisch mit dem früher von Eykman isolierten Macleyin. Das letzteDrittel besteht vorwiegend aus /S-Homochelidonin C 21 H 21 N0 5 vom Schmp. 155° (corr.158,5°), während Chelerythrin C 21 H 17 N0 4 4-C 2 H 5 0H in nur sehr geringer Menge ent-halten ist.
Das Vorhandensein von Sanguinarin C 20 Hi 5 N0 4 -f- H 2 0 (nach Eykman) ist fraglich.
Boido.
(Zu Bd. I S. 499.)
I. Folia Boldo von Peiimus Boldus Molina.
Verwechselungen. Fast das gleiche Verbreitungsgebiet im mittleren Chile wieder Boldobaum bzw. -Strauch besitzt der diesem ähnliche „Peumo" der Chilenen: Cryp-tocarya Penmus Nees., eine Lauracee, deren Blätter fast den gleichen Geruch wieBoldo besitzen. Eine Verwechselung ist daher leicht möglich. Die unterscheidenden Merk-male der Blätter gen. Arten sind nach Neger:
a) Makroskopisch. Die echten Blätter von Penmus Boldus sind oval-elliptisch,vorn stumpf, ganzrandig, der Band etwas nach unten gebogen und durch einen hartenBaststrang gefestigt. Die Barbe ist blaßgrün, zuweilen weißlich. Ober- und Unterseite fühlensich infolge der zahlreichen, mit Büschelhaaren besetzten Höcker rauh an. Die Spalt-öffnungen sind mit der Lupe in Form kleiner weißer Punkte zu erkennen. Die Blättervon Cryptocarya Peumus sind elliptisch-länglich-eiförmig, an der Spitze wenig ver-schmälert, etwas größer und in der Begel auch etwas dunkler als Boldo ; oben glänzend,an der Unterseite schwach bläulich bereift. Der Rand ist ganz, aber stets mehr oderweniger wellig verbogen, was besonders charakteristisch ist.
b) Mikroskopisch. Wie aus den Zeichnungen Fig. 28 u. 29 (nach Ne&er) hervor-geht, kennzeichnet sich das echte Boldoblatt durch sein stärker entwickeltes Hypoderm,das in Höcker ausartet, auf denen die charakteristischen Büschelhaare sitzen. Höcker undHaare fehlen bei Cryptocarya völlig. Ein zweites Merkmal besteht darin, daß dieSekretzellen bei Boldo sich in der Hauptsache im Mesophyll und nur vereinzelt im Pa-lisadenparenchym befinden, während sie bei Cryptocarya sowohl im Palisaden- wieSchwammgewebe vorkommen.
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Fig. 28. Fig. 29.
Blattquerschnitt von:1. Peumus Boldus Mol. 2. Cryptocarya Peumus Nees.
h Haare, hek aus Hypoderm gebildeter Höcker (nur bei 1), c Cuticula, ep Epidermis der Oberseite, c' Cuti-cula, ep' Epidermis der Unterseite, hyp Hypoderm der Oberseite, gfb ein Gefäßbündel, scr Secretzellen.
Außerdem dürfen mit Boldo nicht verwechselt werden: die gleichfalls in Chilevorkommende Laurinee Bolda nitidum Phil. = Bellota nitida Phil, sowie die inBrasilien und Mexiko wachsenden Nyctaginiaceen Boldoa repens Sprenz und B. lan-ceolata Lag.