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Erg.Bd. (1908)
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Aer.

eines Apparates vorgenommen, dessen Konstruktion Fig. 6 schematisch wiedergibt.Seine Anwendung beruht auf der Erfahrung, daß zwei miteinander gemischte Gasesich zwar im wesentlichen zu gleicher Zeit verflüssigen, daß aber bei der Wieder-verdampfung der flüchtigere Bestandteil zuerst wieder in den gasförmigen Zustand über-geht. Damit nun die Gase die zu ihrer Verflüssigung aufgewendete Kälte möglichstim Apparat zurücklassen, d. h. denselben möglichst bei gewöhnlicher Temperatur ver-lassen, wird, wie die Abbildung zeigt, die aus dem Kühler kommende komprimierteLuft in zwei Gegenstromapparate N und 0 bei a verzweigt, deren innere Schlangen sichbei b wieder vereinigen, so daß der gesamte Luftstrom zunächst eine Kühlschlange 8 imSammelgefäß passiert und dann durch r x in das Sammelgefäß selbst ausströmt. DieWärmezufuhr durch die Kühlschlange $ veranlaßt nun zunächst eine Verdampfung desStickstoffs aus der flüssigen Luft im Sammelgefäß, der durch den äußeren Mantel von N auf-steigt und, nachdem er seine Kälte an den im inneren Kohre entgegenkommenden Luft-strom abgegeben hat, bei n die Maschine verläßt. Die durch diesen Vorgang sauerstoff-reicher gewordene Flüssigkeit im Sammelgefäß steigt durch r 2 in dem äußeren Mantel vonO auf, verdampft hier und verläßt, nachdem auch sie ihre Kälte an die Luft im innerenRohr abgegeben hat, bei o die Maschine als mehr oder weniger reiner Sauerstoff. Aufdiese Weise ist es gelungen, 5 cbm Luft (von gewöhnlicher Temperatur und Atmosphären-druek) pro Stunde und Pferdestärke zu verflüssigen und in Sauerstoff und Stickstoff zutrennen.

Der so gewonnene Sauerstoff kann dann in der Technik zu den verschiedenstenZwecken werwendet werden.

Den Stickstoff der Luft hat in neuester Zeit IL Ekdmann mit Hilfe eines be-sonders konstruierten Apparates aus flüssiger Luft sogar in festem Zustande erhalten. Ver-flüssigt man nämlich trockene kohlensäurefreie Preßluft bei etwa 1—4 Atm. Überdruck indem EnDMANNSchen Kühlapparat und bringt die erhaltene klare Flüssigkeit, welche inihrer Zusammensetzung genau der atmosphärischen Luft entspricht, in ein gutes Vakuum(10—20 mm Quecksilber), so verwandelt sieh die Flüssigkeit bald in einen Kristallbrei.Der so erhaltene kristallisierte Stickstoff ist in diesem Brei noch mit flüssigemSauerstoff gemischt, kann von diesem aber auf mechanischem Wege getrennt werden. DieEntdeckung ist von größter technischer Bedeutung. Gestattet sie doch eine so vollstän-dige und schnelle Trennung von Stickstoff und Sauerstoff, wie sie bei der bisher üblichenFraktionierung der verflüssigten Luft (siehe weiter oben) nicht möglich war. Auch er-scheint das Verfahren geeignet, den meist in Stahlflaschen erhältlichen, käuflichen Stick-stoff in reinen Stickstoff überzuführen. Man erhält aus demselben mit Hilfe des Ebd-MANNSchen Apparates prachtvolle Kristalle, die sich leicht von der Mutterlauge trennenlassen und beim Schmelzen und Wiedervergasen chemisch reinen Stickstoff liefern.

Die industrielle Verwertung des Luttstickstoffs hat in den letzten Jahren

gewaltige Fortschritte gemacht, nachdem es gelungen ist, mit Hilfe elektrischer Flammen-bogen den Stickstoff der Luft direkt zu oxydieren und die erhaltenen Oxydationsproduktein Salpetersäure überzuführen. Die norwegischen Ingenieure Biekbland & Eyde, denenauf diesem Gebiete der erste große Schritt gelungen ist, benutzen hierzu besonders ge-baute elektrische Öfen (Fig. 7), innerhalb deren die Entladung eines starken Wechsel-stroms in einem magnetischen Felde vorgenommen wird. Dadurch entsteht eine scheiben-förmige oder sonnenartige Flamme, durch welche die zu behandelnde Luft hindurch-getrieben wird. Diese von dem magnetischen Felde in der umgebenden Luft zerpeitschtenFlammen führen in außerordentlich hohem Maße die Verbrennung des Luftstiekstoffs her-bei. Die den Öfen entströmende elektrisierte Luft ist ein Gemisch unverbrauchten Sauer-stoffs und Stickstoffs mit 2 Proz. Stickoxyd. Durch den überschüssig vorhandenen Sauer-stoff geht dieses Stickoxyd dann freiwillig in Stickstofftetroxyd, die sog. Untersalpeter-säure, über. Aus dieser kann in bekannter Weise Salpetersäure durch innige Berührungmit Wasser gewonnen werden, wobei aufs neue Stickoxyd frei wird. Dieses muß wiederin Stickstofftetroxyd übergehen, um neue Mengen Salpetersäure zu liefern. Zu dem Zwecke