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Erg.Bd. (1908)
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Acidum uricum. Aooinum.

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phat, auch Mischungen desselben mit Chloriden, zuletzt das Natriumbisulfat, welchesalsBisulfat" bezeichnet, ein Welthandelsartikel für Backpulverzwecke geworden ist. Zur Zeitersetzt man den Tartarus depuratus aber wohl meist durch reine Weinsäure. Das Haupt-ziel aber, welches darin bestand, Natriumbicarbonat mit Weinsäure so zusammenzubringen,daß dieses Gemisch ebenso haltbar sei wie Weinsteinbackpulver und ebenso viel und ebensolangsam Gas entwickelt, scheint erst Dr. A. G. Oetker in Bielefeld erreicht zu haben, indemer Mehl mit einer wässerigen Lösung von Weinsäure durchfeuchtete, das Gemenge trockneteund mit Natriumbicarbonat vermischte. Das so aus 77 Teilen Weinsäure, 100 T. Mehl und84 T. Bicarbonat dargestellte Dr. Oetkees Backpulver (D. R. P. 144289 vom 21. Dezbr.1901) reagiert langsamer als eine einfache Mischung der Einzelbestandteile, ist haltbar, wennes trocken bleibt und erfreut sich großer Beliebtheit. Dem OETKEEsehen Verfahren ähnlichist ein durch D.R.P. 175393 geschütztes Verfahren zur Darstellung von Dr. Pauls Eiweiß-backpulver (von den Norddeutschen chemischen Werken in Berlin), welches im wesentlichendarin besteht, daß die Weinsäure durch ein besonderes Verfahren mit Hühnereiweiß behandeltwird. Neben der Säure enthält das Pulver noch Natriumbicarbonat und einige andere Salze.

Antipositin. Nach Mitteilungen in der ärztlichen Presse scheint die Zusammensetzungdieses Entfettungsmittels zu wechseln. Nach Zernik soll das Präparat bestehen aus etwa28,5 Teilen Natrium citricum, 20 T. Natrium tartaricum, 18 T. Natr. bicarbonicum, 12 T.Natr. chloratum, 9 T. Tartarus depuratus, 6 T. Acidum tartaricum, 6 T. Natr. carbonicumsiccum, 0,5 T. Magnesia usta. Der Ortsgesundheitsrat in Karlsruhe hat vor dem Antipositingewarnt, und in der Pharm. Ztg. wurde über Versuche eines Arztes berichtet, welche ergebenhaben, daß das Präparat in einigen Fällen gerade das Gegenteil von dem bewirkt hat, wasman von ihm erwartet.

Dr. Oetkers Fnictin, welches mit wenig Wasser aufgekocht einen Honigersatz liefernsoll, besteht aus schwach braun gefärbtem, mit etwa 0,3 Proz. einer Säure gemischtem Rohrzucker(Beythien) oder aus Rohrzucker mit etwas Caramel und Weinsäure (Riess).

Slankal, ein Entfettungsmittel, ist wahrscheinlich ein schwach rot gefärbtes Gemischaus rund 30 Proz. Weinsäure, 16 Proz. Citronensäure, 4 Proz. Weinstein, 14 Proz. Chlornatriumund 36 Proz. trockenem Natriumcarbonat (Zernik). Nach Angabe des Fabrikanten soll es auchäpfelsaure Salze enthalten.

Acidum uricum. (znBd.is.H3.)

HippOl, Methylenhippursäure, bildet farblose, geruch- und geschmacklose, bei1-51° schmelzende Kristalle, die in Wasser sehr schwer, leichter in Alkohol und Essigätherlöslich sind. Das Präparat spaltet im Organismus leicht Formaldehyd ab und wird heibakteriellen Erkrankungen der Harnorgane angewendet. Dosis 1,5 g mehrmals täglich.Fabrikant: Chem. Fabrik auf Akt. vorm. Schering in Berlin.

Acoinum.

f ÄCOin wird das Diparaanisylmonophenetylguanidinchlorhydrat genannt,

/NHC (i H 4 0-CH 3C = NC 6 H 4 0-C.,H, welches als lokales Anaestheticum an Stelle des Cocains An-

\NHCH,0-CH 3 -HC1,wendung findet.

Eigenschaften: Es bildet ein weißes, in Wasser lösliches Kristallpulver, Schmp. 176°.Die Acoine sind nach Trolldeniers Versuchen bei weitem weniger giftig als Cocain; siewirken in schwachen Lösungen schneller und länger als dieses. Konzentrierte Lösungensind ihrer Ätzwirkung wegen nicht anzuwenden.

Anwendung: Man verwendet zu subcutanen Zwecken am besten eine Lösung vonAcoin. 0,1, Natr. chlor. 0,8, Aqu. dest. 100,0. Acoinlösungen erhält man durch An-schütteln mit kaltem Wasser und allmähliches Zufügen des weiteren kalten Wassers. Fabri-kant: Chemische Fabrik von Heydbn in Dresden-Radebeul.

Aufbewahrung: Vorsichtig und vor Licht geschützt.