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2 (1902)
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Valeriana.

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Fig. 205. Querschnitt durch die Randparthie von Radix

Valerianae. E Epidermis. H Hypoderm mit Tropfen

ätherischen Oeles. P Stärke führendes Parenchym.

Die Ausläufer sind ähnlich gebaut, haben aber einen mehr regelmässigen Verlaufder Elemente in den Bündeln, ferner haben sie keinen Kork, sondern unter der Epidermisein einschichtiges Hypoderm aus verkorkten Zellen, die ätherisches Oel enthalten.

Die Wurzeln lassen gewöhnlich denprimären Bau noch erkennen, d. h. dieradiale Anordnung des Bündels ist nochdeutlich und die sekundären, kollateralenTheile wenig ausgebildet. Die jüngerenTheile haben meist noch kein Cambium.Sie lassen ebenfalls die Endodermis sehrdeutlich erkennen und das ölführende Hy-poderm unter der Epidermis (Fig. 205).Die Stärkekörnchen der Wurzel werdenbis 20 fi gross.

Im Pulver fallen die isolirtenStärkekörnchen oder mit ihnen gefüllte ^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Parenchymzellen auf, ferner die Steinzellen des Markes und die Gefässe. Die verkorktenund cuticularisirten Elemente (Endodermis, Hypoderm, Epidermis, Kork) werden erst nachdem Behandeln mit Chromsäurelösung oder koncentrirter Schwefelsäure deutlich.

Sestandtheile. 0,81,0 Proc. ätherisches Oel (vergl. unten), ferner 2 Alka-loide: Valerianin und Chatinin, Baldriansäure, Aepfelsäure, Ameisensäure,Essigsäure, Gerbstoff, Zucker, Stärke etc., Asche 20,5 Proc.

Verwechslungen und Verfälschungen. Rhizome mit Wurzeln von:

1) Valeriana Phu L. (Bad. Valerianae majoris). Khizom länger wie bei I, nur aufeiner Seite mit Wurzeln besetzt.

2) Valeriana dioica L. (Rad. Valerianae palustris). Wurzelstoek viel länger unddünner wie von der officinellen Art.

3) Asclepias Vincetoxicum L. Wurzelstock knotig. Farbe gelblich oderschmutzig weiss.

4) Sium latifolium L. (Giftig.) Der echten Droge ähnlich sehend, aber schwächerund nicht nach Baldrian riechend.

5) Veratrum album L. Giftig. (Vergl. Veratrum).

Einsammlung. Einkauf. Germ, beschränkt sich auf die Forderung, das bewurzelteRhizom von angebauten Pflanzen sammeln zu lassen. Nach Austr. soll dasselbe vontrocknen, bergigen Orten im Frühlinge, nach Helv. im Spätsommer, nach Brit. imHerbste gesammelt werden. In der Regel gräbt man die Wurzel im Spätherbste, reinigts ie von anhängender Erde durch Waschen, entfernt die feineren Wurzelfasern durchKämmen und trocknet zunächst an der Luft, dann bei gelinder Wärme, besser im Kalt-trockenschrank nach. 10 Th. frische geben 23 Th. trockne.

Man schätzt in Deutschland die Harzer Droge, Rad. Valerianae HercynicaMontana, wegen ihres kräftigen Geruchs und ihrer Wirkung am höchsten; dann folgtdie in Thüringen angebaute Rad. Valerianae Thuringica eultivata; am niedrigstenßewerthet man die hellere, aus Belgien und Frankreich eingeführte Rad. Valerianaeminor citrina. Obwohl bei der vom angebauten Baldrian gesammelten Wurzel Ver-fälschungen oder Verwechslungen (s. oben) so gut wie ausgeschlossen sind, sollte mandoch nie versäumen, jeden Einkauf zu durchmustern.

Eine eigenthümliche Wirkung übt Baldrian auf Katzen aus; dieselben wälzen sichdarauf herum und verunreinigen ihn; aus diesem Grunde muss man den Thieren den Zu-gang zu Trockenböden und sonstigen Räumen, in denen Baldrian ausliegt, versperren.

Zubereitung und Aufbewahrung. Das Schneiden und Pulvern der Wurzelbietet keine Schwierigkeiten. Doch ist anhängender Sand und dergl. durch Bürsten undSieben zu entfernen, damit er nicht in das Pulver übergeht. Die käufliche Speciesformwird gewöhnlich wegen des gleichmässigen Aussehens nur aus den Wurzeln, ohne die